Aktion vor dem Bundeskanzleramt

Aktion vor dem Bundeskanzleramt

Mit Essen zockt man nicht!

Getragen wurde die Aktion von Attac, Weed, Oxfam, dem  Südwind-Institut, Medico international und der Welthungerhilfe. "Terminmärkte für Nahrungsmittel haben sich in den letzten Jahren zunehmend zum Spielfeld für  Finanzinvestoren entwickelt", sagte Jutta Sundermann von Attac. "Die Folgen der Spekulation treffen vor allem die Ärmsten: Während der spekulativen Hochphasen wird  Nahrung für Millionen Menschen unbezahlbar, und die Schwankungen bereiten besonders den Bauern große Probleme."

Auf einer großen Leinwand zeigten die Aktivisten die Lebensmittel-Preiskurve der letzten Jahre. Im letzten Teil war diese Kurve jedoch beweglich montiert und wurde von einem Banker immer wieder nach oben gezogen, so dass die  Nahrungsmittel  - an der Spitze der Kurve befestigte Weizenähren und Maiskolben - für  die Menschen nicht mehr erreichbar waren. Das Bündnis forderte die Politik auf, endlich zu handeln und preistreibende Spekulation mit Nahrungsmitteln zu stoppen. Gelegenheit dazu bietet die laufende Reform der europäischen Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID). Der Entwurfsbericht des  Abgeordneten Markus Ferber im Finanzausschuss des Europäischen Parlaments tritt unter anderem für Handelsgrenzen für Spekulanten ein.

"Das ist ein erster Schritt in die richtige  Richtung. Ferber muss sich auch in den weiteren Verhandlungen für diese Verschärfung  des Gesetzes einsetzen", forderte Markus Henn von Weed. "Die Abgeordneten müssen  aber über die aktuellen Vorschläge hinausgehen. Noch immer gibt es keine Vorgabe, exzessiven Spekulationen bei Rohstoffen vorzubeugen – von Verboten für bestimmte Spekulationsprodukte ganz zu schweigen." 

Auch die Regierungen arbeiten im  Hintergrund an der MiFID. "Doch die deutsche Bundesregierung hat bislang in den  Verhandlungen keine klare Position bezogen", kritisierte Frank Braßel von Oxfam. "Finanzminister Schäuble und Kanzlerin Merkel haben sich – im Gegensatz zu den Franzosen – bis heute nicht dazu bekannt, die Spekulation mit Nahrung zu begrenzen."

Kontakt
Antje Paulsen

Antje Paulsen

Referentin

Tel.: +49

(0)228-22 88 205