Die Entwicklung im Blick: Systematisch dokumentieren wir die Ergebnisse unserer Programme

Bestandsaufnahme vor Ort: Mitarbeiter der Welthungerhilfe in Burkina Faso. © WHH
Bestandsaufnahme vor Ort: Mitarbeiter der
Welthungerhilfe in Burkina Faso.

Über drei Kontinente sind die 15 Millenniumsdörfer der Welthungerhilfe verteilt. Das bedeutet unterschiedliche Menschen, Kulturen und landwirtschaftliche Bedingungen. Trotzdem soll es möglich sein, die Ergebnisse ihrer Entwicklung einheitlich und vergleichbar darzustellen. Dazu wurde von der Welthungerhilfe ein Langzeit-Monitoring entwickelt.

 

Das Langzeit-Monitoring berücksichtigt gängige statistische Verfahren sowie die 48 Indikatoren der Vereinten Nationen. Während sich die Vorgaben der Vereinten Nationen auf das jeweilige Land beziehen, betrachtet das Welthungerhilfe-Monitoring die Dorfebene. Das Monitoring basiert im Wesentlichen auf zwei Instrumenten:


1. Der Fragebogen
Jeder zehnte Haushalt eines Millenniumsdorfes wird einmal im Jahr interviewt. Die Haushalte sind jedes Jahr dieselben. Die Angehörigen beantworten immer die gleichen 72 Fragen, die so oder ähnlich formuliert sind:

•    Wie viele Mahlzeiten nehmen die einzelnen Familienmitglieder am Tag ein?
•    Was wird gegessen?
•    Wie oft hatten sie in den letzten sechs Monaten nicht ausreichend zu essen?
•    Welche Schulbildung und welche Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten haben die Mitglieder?
•    Wie viel verdienen sie am Tag?
•    Welche Medikamente sind im Haus verfügbar?
•    Wie weit ist die nächste Wasserstelle?
•    Welche Krankheiten gehören zu den häufigsten?


Mit der gewissenhaften Auswertung der Fragebögen lässt sich die Entwicklung der Lebenssituation der Familien empirisch sehr genau darstellen. Darüber hinaus ermöglichen die Daten vergleichbare Aussagen über die Fortschritte bei der Erreichung der Millenniumsziele an den 15 Standorten. Nach Ablauf von fünf Jahren wird die Welthungerhilfe im Jahr 2010 Bilanz ziehen.


2. Die Situationsanalyse
Repräsentative Teile der Dorfbevölkerung werden von der Welthungerhilfe eingeladen, um an jährlichen Workshops teilzunehmen. Unter den je 30 Personen sind alle Altersgruppen vertreten. Die Zahl der Männer und Frauen ist ausgewogen und die Berufe reichen vom Bauern bis zum Dorflehrer. Im Workshop haben sie die Möglichkeit, die Schlüsselthemen der Millenniumsinitiative auf die aktuelle Situation in ihrem Dorf zu übertragen.


Die Themen lauten: Armut, Hunger, Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, Kindersterblichkeit, Gesundheit der Mütter, schwere Krankheiten, Umwelt und externe Bedingungen für Entwicklung.


Die Ergebnisse dieses Austausches mit der Bevölkerung sind richtungweisend für die Projektaktivitäten vor Ort. Anhand der systematisch dokumentierten Daten können Schlussfolgerungen aus positiven sowie negativen Erfahrungen der Arbeit gezogen werden. So ergibt sich die Möglichkeit, Hindernissen auf die Spur zu kommen und für zukünftige Prozesse bei Bedarf eine effektivere Lösung zu finden.

Letzte Änderung an dieser Seite: 24.10.2007
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