Mosambik: Mädchen für die Zukunft ausbilden

Zwei Mädchen im Garten des Heims der Salesianerinnen im Süden  Mosambiks. © Kropke

 

Über die Hälfte der Bevölkerung in Mosambik lebt absoluter Armut. Die Infrastruktur ist in vielen Gegenden marode – ein großes Problem in dem geographisch langgestreckten Staat an der Küste des indischen Ozeans.

46 Prozent der Menschen sind nach diesjährigen Angaben des Auswärtigen Amts Analphabeten, die Mehrheit von ihnen Frauen und Mädchen. Wie in vielen afrikanischen Ländern hat die Armut unmittelbare Auswirkungen auf die Gleichberechtigung  von Jungen und Mädchen: Wenn die wirtschaftliche Situation einer Familie nicht den Schulbesuch aller Kinder erlaubt, sind die Töchter die ersten, die zu Hause bleiben und bei der Arbeit helfen müssen.



Im Einsatz für Mädchen

Im äußersten Süden des Landes unterstützt der Orden der Salesianerinnen gemeinsam mit der Welthungerhilfe Mädchen aus armen Familien, Waisen und Halbwaisen. In der Gemeinde Namaacha haben sie ein Heim gegründet, in dem die 6- bis 20-Jährigen eine Schul- und Berufsausbildung erhalten. Hier schaffen sich die Kinder aus den Armenvierteln von Maputo oder aus Namaacha eine solide Basis für die Zukunft.

In der Schule in Namaacha, Mosambik. © Kropke
In der Schule in Namaacha,
Mosambik. © Kropke
Zunächst einmal musste das im Krieg zerstörte Gebäude wieder bewohnbar gemacht werden. Die Salesianerinnen stellten zwei Schlafsäle fertig und bauten die Küche und Lehrräume aus. Seit Anfang 2009 können nun 80 Mädchen in dem Internat wohnen. Von der frisch renovierten Schule profitieren auch rund 800 Kinder aus der Gemeinde Namaacha. Bis zur 11. Klasse können sie den Unterricht in der staatlich anerkannten und geförderten Schule besuchen. Der angeschlossene Kindergarten bietet weiteren 300 Kindern Platz.



Umfassende Ausbildung für alle

Alle Heimbewohnerinnen werden entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert. Sie besuchen die Schule und lernen in ihrer Freizeit die Gartenarbeit, den Umgang und die Versorgung der Tiere und die Hausarbeit. Für die älteren Mädchen werden Computerkurse angeboten.

Wenn die Schulausbildung abgeschlossen ist, können sich die jungen Frauen für eine Berufsausbildung entscheiden. In der hauseigenen Schneiderei erwerben sie wertvolle handwerkliche Kenntnisse. Auch eine eigene Bäckerei ist in Planung. Als gelernte Schneiderinnen und Bäckerinnen steigen ihree Chancen, eine Arbeit zu finden oder sich beruflich selbständig zu machen.

Die Mädchen leisten auch einen eigenen Beitrag zum Lebensunterhalt. Im Garten des Heims ziehen sie ihr eigenes Gemüse und Obst. So helfen sie, eine ausgewogene Ernährung für alle im Haus sicherzustellen. Durch den Verkauf von Hühnern und Eiern wird zusätzliches Einkommen für das Heim erwirtschaftet.



Psychologische Unterstützung und AIDS-Prävention

Da viele Mädchen aufgrund ihrer bisherigen Lebenserfahrungen ein gestörtes Selbstwertgefühl haben und häufig traumatisiert sind, steht ihnen eine professionelle psychologische Betreuung zur Seite. Das Heim bietet ihnen einen geschützten Raum mit einem geregelten Rahmen, indem sie psychologisch gestützt werden. Dazu werden auch regelmäßige Spiel- und Sportaktivitäten wie Tanzen und Singen angeboten.

Wegen der hohen HIV & AIDS-Rate im Land liegt ein weiterer Schwerpunkt auf Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen. Mit Theateraufführungen, Filmen und Gesprächsrunden, erwerben die Mädchen das notwendige Wissen, um Ansteckung zu vermeiden und Schutzmöglichkeiten kennen zu lernen.

Das Projekt der Salesianerinnen und der Welthungerhilfe wirkt sich positiv auf die Zukunft ihrer Schützlinge und deren Familien aus: Mädchen mit Schulbildung heiraten später und bekommen weniger Kinder. Während der Jahre im Heim wird der Grundstein dafür gelegt, dass die Frauen und ihrer Kinder gesünder sind und sich besser ernähren können als Frauen ohne Schulbildung.

Letzte Änderung an dieser Seite: 23.06.2010

Welthunger-Index 2009: Mosambik

25.3 Besorgnis erregend
wenig Hungergravierend

Mehr zum Welthunger-Index 2009

Welthungerhilfe in Mosambik

Die Welthungerhilfe ist seit 1973 in Mosambik tätig. In dieser Zeit führte sie insgesamt 111 Projekte mit einem Finanzvolumen von etwa 75 Millionen Euro durch. Die Schwerpunkte der Arbeit der Welthungerhilfe in Mosambik sind Landwirtschaft, Ernährungssicherung, Prävention und Folgeminderung von HIV & Aids sowie Katastrophenvorsorge.

Weitere Informationen

Millenniumsdorf Mabote in Mosambik

Länderinfomation Mosambik


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Projektdauer

- Januar 2009 bis Dezember 2011 (36 Monate)

Projektort

- Namaacha, Provinz Maputo

Schwerpunkte

- Soziale Integration und berufliche Bildung

Projektträger

Salesianerinnen Namaacha (Schwestern Maria Auxiliadora)

© Copyright 2009 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontakt