Myanmar: Gegen Drogen - für eine bessere Ernährung

Verbot von Opiumanbau
In der Vergangenheit sahen viele Bauern im Anbau von Opium die einzige Möglichkeit, das Überleben ihrer Familien zu sichern. Denn mit Opium lassen sich im Vergleich zu Bergreis oder anderen landwirtschaftlichen Produkten um ein vielfaches höhere Einkommen erzielen.
2001 wurde der Opiumanbau in Myanmar untersagt. Das Verbot wird zwar von den lokalen Behörden konsequent umgesetzt, aber zum Teil mit rigorosen Methoden. Seitdem mangelt es an wirtschaftlichen Alternativen. Viele Familien leiden unter Hunger und Unterernährung. Besonders bedrohlich ist die Situation für Kinder und alte Menschen.
Projektinformationen

Pfeife rauchende Frau.
Hilfe für Minderheiten
Shan State – ein bergiges, kaum erschlossenes Gebiet im Norden von Myanmar/Birma. In den schmalen Flusstälern leben 168.000 Menschen verteilt auf 685 Dörfer unter einfachsten und entbehrungsreichen Bedingungen: Tagtäglich müssen sie um ihr Überleben kämpfen. Flächen für eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung sind kaum vorhanden. Die Reisfelder an den Berghängen werfen nur geringe Erträge ab.
Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation Metta Development unterstützt die Welthungerhilfe seit Juni 2005 im Shan State rund 1.000 besonders bedürftige Familien. In der Mehrheit sind es Menschen, die den ethnischen Minderheiten der Wa, Lahu und Kachin angehören.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Ernäherungssicherung und die Trinkwasserversorgung der Haushalte, die oft zu wenig Land besitzen, um genügend Nahrung zu erwirtschaften.

Kinder in Shan State. Mitplanen, mitbestimmen
Dabei setzt die Welthungerhilfe auf die Eigeninitiative zur langfristigen Verbesserung der Lebenssituation: Jede Familie erhält täglich drei Kilogramm Reis. Dafür erbringen die Menschen Arbeitsleistungen, die der gesamten Dorfgemeinschaft nutzen (Food for Work-Programm).
Die Bevölkerung wird intensiv in die konkrete Planung miteinbezogen: Maßnahmen wie Straßen- und Brückenbau, Bau von Trinkwassersystemen, Bewässerungsanlagen und Brunnen, Errichtung und Renovierung von Schulbauten oder kleinen Gesundheitszentren werden von der jeweiligen Gemeinde als vorrangige Entwicklungsmaßnahmen vorgeschlagen. Durch die aktive Einbindung der Bevölkerung übernehmen die Menschen Verantwortung für "ihr" Projekt und schaffen sich eine Existenzgrundlage.
Anbau fördern
Darüber hinaus fördert die Welthungerhilfe die Erschließung neuer landwirtschaftlicher Nutzflächen sowie den Anbau von alternativen Kulturen, wie zum Beispiel Kartoffeln, Obst , Gewürzen, Bambus oder Tee. Außerdem wurden ‚Naturalienbanken’ eingerichtet, bei denen sich die Menschen Saatgut oder Vieh ausleihen können, um ihre Lebensgrundlage zu verbessern.

Schulkinder beim Unterricht.
Bildung für die Zukunft
Langfristig wird ein größerer Schwerpunkt auf Aus- und Weiterbildung gelegt. Die Familien sollen dauerhaft ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben führen können. Dazu helfen Fortbildungsmaßnahmen in den Bereichen Landwirtschaft, Gemeindeforstwirtschaft, Gesundheit, aber auch Einkommen schaffende Maßnahmen wie Nahrungsmittelverarbeitung.
In den handwerklichen Trainings erlangen die Menschen gleichzeitig das Wissen für zukünftige berufliche Tätigkeiten – damit Hunger und der tägliche Kampf ums Überleben endgültig der Vergangenheit angehört.
Welthunger-Index 2011: Myanmar
Weitere Informationen
Hilfsprojekt in Myanmar: Humanitäre Hilfe für Nargis-Opfer in Rangun und im Irrawaddy Delta
Weitere Länderinformationen über Myanmar
Bildergalerie: Verbesserung der Trinkwassersituation im nordöstlichen Myanmar
Myanmar: Informationen zum Trinkwasserprojekt
Projektdauer
- 1. Mai 2005 bis 31. Dezember 2011
Projektorte
- Wa Special Region No. 2
- Wein Kaung Distrikt
- Naung Khit Township (Nord Shan State)
Schwerpunkte
- Ernährungssicherung in ehemaligen Drogenanbaugebieten
Finanzierung
- Europe Aid
- Aid to Uprooted People Programme

