Myanmar/Birma: Anderthalb Monate nach "Nargis" - Nothilfe und Wiederaufbau

Jetzt muss an den Wiederaufbau gedacht
werden. © WHHVor anderthalb Monaten brach der Zyklon "Nargis" über Myanmar/Burma hinein. Und mit ihm unendliches Leid. Bis heute beruhen die Zahlen der Todesopfer auf wage Schätzungen. Etliche Dörfer wurden vom Sturm zerstört. Abertausende Menschen stehen vor den Ruinen ihrer Existenz. Die ablehnende bis hin verweigende Haltung seitens der Militärregierung gegenüber internationalen Hilfsangeboten stößt nach wie vor auf weltweite Empörung.
Schnelle Hilfe war durch Partner möglich
Die Welthungerhilfe war eine von nur wenigen Hilfsorganisationen, die mit ihren lokalen Mitarbeitern kurz nach der Katastrophe erst in der Region um Rangun, dann im Irrawaddy Delta Nothilfe leisten konnte. Da sie dort bereits vor der Katastrophe Hilfsprojekte durchführte, konnte sie die Verteilungen schnell vorbereiten. So wurden an 800 Familien in den ländlichen Außenbezirken Reis aus lokalen Reismühlen verteilt. Zudem erhielten sie Materialien für den Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser.

Zerstörungen - überall.
© WHHIrrawaddy Delta: Das lange Warten auf Hilfe
Im besonders stark betroffenen Irrawaddy-Flussdelta konnten wenige Tage nach dem Sturm zunächst Hilfsgüter von der Partnerorganisation Metta Development Foundation verteilt werden. Bisher konnten insgesamt 5.700 Familien in 74 Dörfern im Landkreis Bogale unter anderem mit Lebensmitteln, Decken, Kleidung und Planen versorgt werden.
Ausländische Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisationen mussten lange auf eine Reisegenehmigung warten. Mitarbeiter, die im Land schon mit der Hilfe beginnen konnten, standen vor anderen zahlreichen Problemen: Die Kommunikationswege und die Infrastruktur im Katastrophengebiet waren und sind immer noch schwer beschädigt. Die Helfer erreichen die Dörfer oft nur mit kleinen Booten. Dadurch entstehen lange Fahrt- und Wartezeiten. Angesichts des Elends sind die Mitarbeiter einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt.
Nahrungsmittelhilfe und Wiederaufbau
In den nächsten sechs Monaten sind die meisten Opfer weiterhin abhängig von Hilfslieferungen. Im Landkreis Bogale beteiligt sich die Welthungerhilfe außerdem aktiv am Wiederaufbau. Nur so können die Menschen wieder in die Lage versetzt werden, sich selbst zu versorgen. Zu den künftigen, geplanten Aktivitäten der Welthungerhilfe gehören der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur, die Bereitstellung von Bootsbedarf für Fischer und die Beschaffung von Kleintieren. Um bei künftigen Katastrophen die Schäden gering zu halten, werden Mangroven und Schutzwälder aufgeforstet.
Fazit: Kooperation ist entscheidend
Einmal mehr hat sich gezeigt, wie wichtig der Aufbau von lokalen Strukturen und die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen sind. Diese ermöglichen oft die einzige schnelle und direkte Hilfe vor Ort. Für den Erfolg der Wiederaufbauarbeit ist auch weiterhin die Haltung der Regierung Myanmars gegenüber internationalen Hilfsorganisationen entscheidend: Eine enge Kooperation – sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene – ist notwendig.
Der Zyklon Nargis in Myanmar
Der Zyklon Nargis überzog zwischen dem dem 27. April und dem 3. Mai den Golf von Benaglen, Myanmar und Thailand. Der Wirbelsturm verursachte vor allem in Myanmar große Verwüstungen. Fünf Regionen, darunter auch das Irrawaddy-Delta und die ehemalige Hauptstadt Rangun mit insgesamt 24 Millionen Einwohnern wurden zum Katastrophengebiet erklärt.
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(Überschüssige Spendenbeiträge werden auch in anderen Nothilfe-Projekten der Welthungerhilfe eingesetzt.)
Welthungerhilfe in Myanmar
Die Welthungerhilfe ist seit 2002 in Myanmar tätig. Schwerpunkte der Arbeit sind die Ernährungssicherung, Armutsreduzierung, Wasserversorgung, Basisinfrastruktur und Nahrungsmittelhilfe. Hauptsächlich ist sie im Nordosten des Landes, in Außenbezirken von Rangun und im Irrawaddy-Delta tätig.
Hilfsprojekt in Myanmar
Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation Metta Development unterstützt die Welthungerhilfe seit Juni 2005 im Shan State rund 1.000 besonders bedürftige Familien. In der Mehrheit sind es Menschen, die den ethnischen Minderheiten der Wa, Lahu und Kachin angehören.
Hilfsprojekt in Myanmar: Gegen Drogen - für eine bessere Ernährung
Hilfsprojekt in Myanmar: Humanitäre Hilfe für Nargis-Opfer in Rangun und im Irrawaddy Delta
Länderinformationen über Myanmar
Weitere Informationen
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