Anstieg der Nahrungsmittelpreise – ein globales Problem
In Stichpunkten.

© Lohnes
Gründe für die Preissteigerungen
- Produktion von Biotreibstoffen verbraucht Ackerflächen für Energiepflanzen (z.B. Ölpalmen, Soja, Mais) – Nutzungskonkurrenz; Energiehunger der Industriestaaten contra Lebensmittelversorgung in ärmeren Ländern
- Verteuerung der Preise innerhalb der letzten drei Jahre für Mais (ca. 100 %), Weizen (ca. 120 %), Reis (ca. 75 %)
- drastisch gestiegener Ölpreis treibt Kosten für Nahrungsmittelproduktion nach oben
- Weltbevölkerung nimmt jährlich um ca. 75 Millionen Menschen zu
- Zunahme von Umweltkatastrophen (Dürre, Hochwasser etc. durch den Klimawandel)
- Wirtschaftswachstum Chinas und Indiens; beide Länder sind auf den Nahrungsmittelimport angewiesen
- erhöhte Fleisch- und Milchproduktion zur Deckung der gesteigerten Nachfrage in China, Indien und auch Deutschland; Äcker werden zu Viehweiden
- landwirtschaftliche Entwicklung ist von Industrieländern wie auch Entwicklungsländern vernachlässigt worden
- Marktspekulationen: Nachwachsende Rohstoffe sind angesichts der weltweiten Finanz- und Bankenkrise eine sichere Anlagemöglichkeit
Von den steidenden Nahrungsmittelpreisen sind weltweit alle Menschen betroffen.
Fakten zur Entwicklungshilfe
- Ausgaben der deutschen Entwicklungshilfe für Ernährungssicherung und Landwirtschaft haben sich in den letzten zehn Jahren fast halbiert
- Rückgang der öffentlichen Entwicklungshilfe der 22 größten Geberländer im Jahr 2007 um 8,4 Prozent unter Berücksichtigung von Inflations- und Wechselkursen; Vergleich: 2007 = 103,7 Milliarden Dollar, 2006 = 104,4 Milliarden Dollar, 2005 = 107,1 Milliarden Dollar
- Verpflichtung der Geberstaaten, bis 2010 die Entwicklungshilfe auf rund 132 Milliarden Dollar zu erhöhen, um Millenniumsziele zu verwirklichen
Kritik seitens der Welthungerhilfe
- finanzielle Hilfszusagen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds für kurzfristige Nahrungsmittelhilfe lösen Probleme nur vorübergehend und nicht nachhaltig
- Nahrungsmittelpreise dürfen nicht künstlich verbilligt werden; subventionierte Nahrungsmittel zerstören die lokalen Märkte
Forderungen der Welthungerhilfe
- Ländliche Entwicklung muss Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit sein
- Forderung nach eine Agrarwende in den Entwicklungsländern - bessere Nutzung des landwirtschaftlichen Potenzials
- Bereitstellung eines größeren Anteils der Entwicklungshilfe für die Förderung von Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
- keine künstliche Verbilligung der Nahrungsmittel
- verbindlicher Stufenplan seitens der Bundesregierung für die für 2010 vereinbarte Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0,51 Prozent des Bruttoinlandseinkommens
- mit Beschäftigungs- und Sozialprogrammen die ländliche Infrastruktur verbessern; Beispiel "cash for work" oder "food for work"
- nachhaltige Landwirtschaft: Bau von Bewässerungssystemen, Infrastrukturen, Getreidespeicher, Unterstützung besserer Anbaumethoden - Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe"
Link-Tipp zum Thema
Deutsche Welle-Special: Wege aus der Krise - Armutsbekämpfung
Veranstaltungshinweis
How to Feed the World in 2050? Ein virtuelles Forum zum Thema Ernährungssicherheit von der FAO
Welthunger-Index
Einleger Errata (für Druckversion Bericht Okt. 08)
International Food Policy Research Institute
Weitere Informationen
Zahlen zum Thema "Hunger und Armut"
Der 10-Punkteplan: Wege aus der Hungerkrise - das fordert die Welthungerhilfe
Hunger und Armut: Gewinner und Verlierer der steigenden Nahrungsmittelpreise
Themen-Spezial: Konflikte & Katastrophen - Der Kreislauf von Hunger und Krieg
Hunger - Ausmaß, Verbreitung, Ursachen, Auswege
Überarbeitete Broschüre zum Thema Hunger
Fachkonzepte Ernährungssicherung
Kostenlose Grafiken zum Thema Hunger
(Wir bitten hölfich um ein Belegexemplar)
Hunger durch Biokraftstoff
Biokraftstoffproduktion lässt Lebensmittelpreise steigen
Wettlauf um Nahrung und Ackerflächen
Weltbevölkerung wächst schneller als Getreideproduktion
Verkauf von Wasser in Flaschen steigt
Für Arme unerschwinglich
Weltweit hungern über 850 Millionen Menschen
Ihre Zahl steigt, doch ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung sinkt
Jährlich sterben fast elf Millionen Kleinkinder
Tod durch Unterernährung
