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Nepal - Interview mit Landeskoordinatorin Barbara Zilly

Interview: Nepal nach dem Erdbeben

"Die Krankenhäuser sind völlig überfordert und überlastet"

(28.04.) Am Morgen des 25. April 2015 erschütterte ein schweres Erdbeben den Himalaya-Staat Nepal. Tausende Menschen kamen ums Leben, Millionen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ein Team der Welthungerhilfe ist vor Ort und leistet Nothilfe. Barbara Zilly, Landeskoordinatorin in Nepal, berichtet im Interview von den Schrecken, Herausforderungen und Momenten der Hoffnung.

Welthungerhilfe-Mitarbeiterin Barbara Zilly in Kathmandu.
Welthungerhilfe-Mitarbeiterin Barbara Zilly in Kathmandu.
Das Erbeben kostete tausenden Menschen das Leben, zahlreiche Gebäude wurden zerstört.
Das Erbeben kostete tausenden Menschen das Leben, zahlreiche Gebäude wurden zerstört.

Was macht die Welthungerhilfe, um den Menschen in Nepal zu helfen?

Heute Morgen sind zwei Kollegen aus dem Nothilfeteam hier bei uns in Nepal eingetroffen, um die notwendigen Hilfsmaßnahmen mit den Mitarbeitern vor Ort und unserem einheimischen Partner zu koordinieren. Wir setzten uns gleich zusammen und besprechen, was konkret wo benötigt wird. Wir werden uns wohl darauf konzentrieren, Notunterkünfte bereitzustellen sowie dringend benötigte Hygieneartikel. Sobald wir mehr Informationen aus den ländlichen Gebieten haben, in denen wir auch früher tätig waren, werden wir eventuell auch Nahrungsmittel verteilen. Es kommt jetzt darauf an, die Hilfe aufzuteilen und vor allem auch die weit entfernten Landstriche zu versorgen.

Wie ist die Lage im Land?

Gestern und heute gab es immer noch starke Nachbeben, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Viele schlafen draußen und bleiben nicht mehr lange in den Gebäuden. Seit gestern hat es angefangen zu regnen, was die Lage verschlimmert. Die Menschen frieren. Die Bergungsarbeiten sind jetzt sehr wichtig, denn das Zeitfenster wird immer kleiner, in dem noch Überlebende geborgen werden können.

Wie groß ist die Zerstörung in Kathmandu?

Eine genauen Überblick kann ich noch nicht geben, denn es ist nicht einfach, in der Stadt herumzufahren. Es sind sehr viele Gebäude zerstört worden. Kathmandu ist eine sehr enge Stadt, wo es wenig freie Plätze gibt. Die Menschen, die obdachlos geworden sind oder nicht mehr in ihren Häusern bleiben wollen, haben große Probleme, einen Ort zu finden, wo sie provisorisch bleiben können.

Wie ist die Gesundheitsversorgung?

Die Krankenhäuser sind völlig überfordert und überlastet. Die jetzt eintreffenden Ärzteteams sind dringend erforderlich, um die Verletzten zu versorgen. Wie es in den ländlichen Gebieten, vor allem im Osten des Landes aussieht, wissen wir noch nicht. Leider sind die Kommunikationswege zusammengebrochen und wir werden wohl erst in einigen Tagen die Lage dort einschätzen können.

Wie geht es den Mitarbeitern der Welthungerhilfe?

Unseren Mitarbeitern geht es derzeit den Umständen entsprechend gut. Aber viele haben Angehörige verloren oder haben Freunde, die sie noch nicht gefunden haben.

Was ist vor allem nötig?

Im Moment hat die Suche nach Überlebenden sowie die medizinische Versorgung der Verletzten natürlich Priorität. In den kommenden Tagen ist es wichtig, dass wir Notunterkünfte, Wasser, Hygieneartikel und wenn es gebraucht wird auch Nahrungsmittel bereitstellen. Wir bereiten die ersten Missionen in die ländlichen Gebiete vor, um zu sehen, was dort benötigt wird.

Wie viel an Hilfe ist schon angelaufen?

Die Hilfe kann erst jetzt richtig anlaufen, denn es fehlte der richtige Flughafen, wo auch große Transportmaschinen landen können. Den haben die Vereinten Nationen mit Pokhare, westlich von Katmandu, jetzt gefunden. In den kommenden Tagen werden dort jetzt all die benötigten Hilfsgüter ankommen. Aber es braucht nicht nur Flugzeuge, denn die Güter müssen auch weiter in die betroffenen Gebiete gebracht werden. Derzeit wird ein großer Einsatzplan für Lastwagen zusammengestellt, damit die Hilfe so schnell wie möglich weitergeschickt werden kann.

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Die Fragen stellte Natalia Matter von epd.de

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