Korak in Nepal: Die natürliche Vielfalt nutzen und schützen

Korak: Durch nachhaltigen Anbau mehr Lebensqualität.
Korak: Durch nachhaltigen Anbau mehr Lebensqualität.

Die Großgemeinde Korak liegt im nepalesischen Churia-Gebirge an der Grenze zu Indien. Nepal gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Dort leidet jedes zweite Kind an Mangelernährung, ein Drittel der Menschen lebt von weniger als einem US Dollar am Tag. Die Hälfte der Bevölkerung ist arbeitslos. Der Welthungerindex 2011 stuft die Ernährungslage in Nepal als "sehr ernst" ein.

In abgelegenen Bergregionen wie Korak sind die Bedingungen besonders ernst: Hier kämpfen 9.000 Menschen ums tägliche Überleben. Sie gehören zu den ethnischen Minderheiten der Chepang und Tamang, die jahrhundertelang benachteiligt wurden. Die Kleinbauern wenden noch heute archaische Anbaumethoden an und werden immer mehr durch die Folgen des Klimawandels bedroht: Heftige Monsunregen schwemmen wertvollen Ackerboden fort, extreme Dürreperioden vernichten Ernten und ruinieren Weideflächen. Die Menschen in Korak brauchen Unterstützung, deshalb gehört die Gemeinde zu den Dörfern und Regionen, die die Welthungerhilfe im Rahmen ihrer Initiative Millenniumsdörfer unterstützt.

 

Sie erwartet ein bessere Zukunft für Korak.
Sie erwartet ein bessere Zukunft für Korak.

Die Erträge der kleinen Felder reichen nur ein halbes Jahr, danach versuchen die Menschen ihren Hunger in den nahen Waldgebieten zu stillen. Diese dienen ihnen traditionell als Quelle für Nahrung und Feuerholz, doch die Wälder leiden immer stärker unter der Nachfrage der wachsenden Bevölkerung.

Die Natur bietet viele Chancen – man muss sie richtig nutzen

Trotz dieser Ausgangslage bietet Korak beachtliche Entwicklungspotenziale: Die Böden sind fruchtbar, die ökologische Vielfalt enorm und das Klima begünstigt den Ausbau der Land- und Forstwirtschaft. Bisher haben die Dorfbewohner vor allem Mais, Hirse und Buchweizen angebaut. Diese Grundnahrungsmittel können sie durch andere Getreide, Obst und Gemüse ergänzen. Mit einfachen Bewässerungssystemen wachsen hier auch Mangos, Litschis, Ananas oder Papaya.

Gemüsegärten können vitaminreiche Nahrung liefern, die die Menschen das ganze Jahr über versorgen. Auch die Ressourcen des Waldes sollen schonend genutzt und später auch vermarktet werden: medizinische Pflanzen, Wildkräuter, nachwachsende Hölzer und vor allem Chiuri. Die Samen des Butterbaumes liefern wertvolles Öl, das die Bevölkerung traditionell zum Kochen verwendet. Die Pflanze besitzt Wirkstoffe, die sich für die Herstellung pharmazeutischer Produkte, Süßwaren, Seifen oder Kerzen eignen.

Sie erfahren, wie sie sich organisieren können.
Sie erfahren, wie sie sich organisieren können.

Bürgerrechte stärken, eigene Pläne entwickeln

Der Staat hat sich bisher nicht für die Menschen im Churia-Gebirge interessiert. Der zehnjährige Bürgerkrieg zwischen maoistischen Rebellen und Armee hat ihre Situation noch verschärft. Seit dem Friedensschluss 2006 haben sich kaum politische Strukturen gebildet. Deshalb unterstützen die Welthungerhilfe und ihr lokaler Partner „Rural Reconstruction Nepal“ (RRN) die Bevölkerung bei der Organisation ihres Gemeinwesens, denn sie sollen die Entwicklung ihres Dorfes selbst gestalten.

Und so sehen die Pläne der Bewohner aus: sie wollen 45 Bauerngruppen, acht Waldnutzergruppen sowie eine landwirtschaftliche Genossenschaft mit 3.000 Mitgliedern gründen. Gemeinsam wollen sie zwei Gemeindezentren bauen, vier Baumschulen und eine Saatgutbank einrichten. Die Familien werden ihre Wälder wieder aufforsten, Biobriketts herstellen und energiesparende Öfen nutzen. Sie bauen Bewässerungsanlagen und eine 20 Kilometer lange Straße, die ihnen selbst während des Monsunregens Zugang zum Markt verschaffen wird.

Die jungen Männern und Frauen erhalten eine fundierte Ausbildung in nachhaltiger Landwirtschaft. So soll die Abwanderung arbeitssuchender Männer aus der Region gestoppt werden. Nach zwei Jahren Theorie, Praxis und Austauschprogrammen können sie die Geschicke ihres Heimatdorfes selbst leiten. Denn: Einheimische Fachkräfte wissen am besten, was für ihre Familien und Nachbarn im Millenniumsdorf wichtig ist.

Letzte Änderung an dieser Seite: 02.02.2012
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Millenniumsdörfer

Erfahren Sie mehr über die Initiative Millenniumsdörfer der Welthungerhilfe. 

Messen der Erfolge

Wir haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die Fortschritte in den Dörfern regelmäßig überprüft werden.

Fakten

Durchführung: Partnerorganisation Rural Reconstruction Nepal (RRN) gemeinsam mit der Welthungerhilfe

Kofinanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

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