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Nepal - Satt werden von der eigenen Ernte

Leben vom Verkauf der eigenen Ernte

Landwirtschaft in Nepal: Dank neuer Anbaumethoden stehen die Menschen wieder auf eigenen Füßen

Die Welthungerhilfe hat ihr Engagement in Korak beendet, die Bevölkerung ist nun in der Lage, sich selbständig zu helfen. Den Menschen in Nepal wird die Welthungerhilfe auch in Zukunft zur Seite stehen, besonders nach den schweren Erdbeben im April und Mai 2015.

Sirimaya Tamang hat Trinkwasser direkt am Haus - für sich und ihre Tiere.
Sirimaya Tamang holt Trinkwasser jetzt direkt am Haus - für sich und ihre Tiere.
Kleinbauern pfelgen ihr eigenes Gemüsebeet in Nepal.
Ein Ehepaar bei der Gartenarbeit. Das Gemüse aus ihrem Garten verkaufen sie oder essen es selbst. © Pilar
Frau in Nepal sortiert Reis.
Dank neuer Anbaumethoden und neuer Nutzpflanzen kommt nicht mehr nur Reis auf den Tisch der Familien. © Pilar

Wasser direkt aus der Leitung

Sirimaya Tamang dreht den Wasserhahn auf. Klares Wasser sprudelt in einen Plastikbehälter. Zweimal am Tag zapft sie Wasser direkt in ihrer Küche. „Früher musste ich es aus Wasserlöchern schöpfen. Wenn meine Kinder das Wasser dann tranken, bekamen sie Durchfall und konnten nicht in die Schule gehen“, sagt die dreifache Mutter. Heute fließt das Wasser aus einem Tank, der oberhalb ihrer Häusersiedlung steht.

Sirimaya Tamang lebt in der Region Korak, 180 Kilometer westlich der Hauptstadt Kathmandu. Seit 2011 ist die Region Korak Millenniumsdorf der Welthungerhilfe. Die rund 9000 Einwohner haben damals beschlossen, ihre Lage mit der Unterstützung der Welthungerhilfe und ihrer Partnerorganisation Rural Reconstruction Nepal (RRN) Schritt für Schritt zu verbessern.

„Statt Medikamenten kaufe ich heute Schulmaterialien“, sagt Sirimaya Tamang. Dank des Bewässerungssystems, das die Menschen in Korak mit Unterstützung der Welthungerhilfe aus- beziehungsweise neugebaut haben, freuen sie sich jetzt nicht nur über fließendes Trinkwasser in den Häusern - mit den neuen Wasserleitungen bewässern 300 kleinbäuerliche Familien rund 176 Hektar Ackerfläche. Das Wasser bringt Segen: Die Bauern ernten 20 Prozent mehr Getreide.

Zuverlässig mit Nahrungsmitteln versorgt

Wie viele andere Familien in Korak bewirtschaftet auch Sirimaya Tamangs Familie eine kleine Ackerfläche mit Mais, Hirse und Buchweizen. Früher reichten die Erträge der mühseligen Feldarbeit oft nicht aus, um Eltern, Kinder und Großeltern zu ernähren. In Korak gab es mehrere Monate im Jahr nicht genug zu essen.

Das hat sich geändert: Die Menschen bauen jetzt Feldfrüchte ressourcenschonend an, stellen Dünger selbst her und experimentieren mit neuen Methoden. Mit dem Anbau von Mangos, Litschis, Ananas, Bohnen, Spinat und Kürbissen verdienen die Farmer mehr Geld. In einem gemeinschaftlich organisierten Fahrzeug transportieren Mitglieder der Agrargenossenschaft die überschüssigen Erzeugnisse zum Verkauf auf die naheliegenden Märkte.

Auf neue landwirtschaftliche Methoden einlassen

Anfangs ist es den Bauern nicht leicht gefallen, sich auf neue landwirtschaftliche Methoden einzulassen. „Viele Projekte scheitern, weil die Menschen neue Ideen oft nicht als ihre begreifen. Um dem vorzubeugen, binden wir sie von Beginn an in alle Planungen ein“, sagt Surendra Gautam, der für die Welthungerhilfe in Nepal arbeitet.

„Als Korak Millenniumsdorf wurde, wurden alle 1.200 Familien nach ihren Wünschen, nach Stärken und Ressourcen gefragt“, erinnert sich Mahendra Chepang. Um die Menschen in der Region zu stärken, wurden in den vergangenen vier Jahren eigene demokratische Strukturen aufgebaut. Inzwischen gibt es eine Bürgervertretung aus gewählten Gemeindemitgliedern, die einen Entwicklungsplan ausgearbeitet haben und den Kontakt zu den Behörden halten und ihre Rechte einfordern. Diese demokratischen Strukturen sind Basis für den bisherigen und den zukünftigen Fortschritt in Korak.

Im Jahr 2000 hatten sich 189 Staaten in der „Millenniumserklärung“ darauf geeinigt, bis 2015 für die Überwindung von Hunger und Armut zu sorgen. Auch die Welthungerhilfe stellt sich der Herausforderung seit 2006 mit ihrer Initiative Millenniumsdörfer. Im Rahmen der Initiative und der Millenniumserklärung wurden viele Verbesserungen erreicht – doch Hunger und Armut sind 2015 längst nicht überwunden. Deshalb haben die beteiligten Staaten eine neue Vereinbarung getroffen: 2016 werden globale Nachhaltigkeitsziele (SDG) die bisherigen Millenniumsentwicklungsziele (MDG) ablösen. Sie sollen die gänzliche Überwindung von Hunger und Armut bis 2030 verwirklichen. Gemeinsam mit ihren Partnern und der Bevölkerung wird die Welthungerhilfe die Umsetzung der SDGs unterstützen. Erfahren Sie mehr über unsere Millenniumsdörfer!

 

 

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Erreichte Ziele

Korak hat folgende Millenniumentwicklungsziele erreicht:

Ziel 1: Hunger und Armut
Die Bauern bauen so viel Nahrung an, dass sich Familien das ganze Jahr über ernähren können.

Ziel 3: Gleichstellung der Geschlechter
Frauen nehmen an öffentlichen Diskussionen teil.