Auhya Pihni: Wasser, Bildung und neue Klassenräume

 

Die sieben Dörfer von Auhya Pihni liegen an der nördlichen Atlantikküste Nicaraguas. Im Jahr 2005 wurden sie von der Welthungerhilfe als Millenniumsdorf ausgewählt. Zu Beginn der Initiative beschlossen die Bewohner Auhya Pihnis, bis zum Jahr 2010 mehrere Millenniumsziele (Millennium Development Goals / MDG) aktiv umzusetzen. Die folgende Bilanz zeigt, wie sich das Millenniumsdorf in den vergangenen
Sauberes Trinkwasser gibt es jetzt für jeden
Einwohner in Auhya Pihni. © Bolesch
Die sieben Dörfer von Auhya Pihni liegen an der nördlichen Atlantikküste Nicaraguas. Im Jahr 2005 wurden sie von der Welthungerhilfe als Millenniumsdorf ausgewählt. Zu Beginn der Initiative beschlossen die Bewohner Auhya Pihnis, bis zum Jahr 2010 mehrere Millenniumsziele (Millennium Development Goals / MDG) aktiv umzusetzen. Die folgende Bilanz zeigt, wie sich das Millenniumsdorf in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat.

 

2005: Hunger und Krankheiten in der Karibik

Nicaragua gehört zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Die Folgen des langen Bürgerkrieges und immer wiederkehrende Naturkatastrophen wie Hurrikans, Erdbeben oder Überschwemmungen behindern den Aufbau des Landes. Fast jeder zweite Bewohner muss mit einem US-Dollar am Tag auskommen, knapp zwei Drittel aller Menschen sind unterernährt. Besonders schlimm ist die Situation der indigenen Minderheiten im Nordosten der Republik: In den sieben Dörfern der Gemeinde Auhya Pihni im Bezirk Puerto Cabezas haben acht von zehn Menschen nicht genug zu essen.


Die karibischen Kiefernwälder sind großteils abgeholzt und die sandigen Küstenböden geben zu wenig Nahrung für die 2.600 Dorfbewohner. Nur jeder Fünfte hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Unter- und Mangelernährung sind ebenso weit verbreitet wie Durchfallerkrankungen, Parasiten, Malaria oder Denguefieber. Die Analphabetenrate liegt bei 35 Prozent. Damit ihre Familien halbwegs über die Runden kommen, arbeiten viele Männer in der Fischerei, im Westen Nicaraguas oder im Ausland. Die Frauen bleiben zurück und tragen die Hauptlast des schweren Familienalltags.

 

2010: Obst, Gemüse und sauberes Trinkwasser für alle

 

In den Schulen gibt es jetzt auch eine Schulspeisung für alle Kinder. © Rottenecker
In den Schulen gibt es jetzt
auch eine Schulspeisung für
alle Kinder. © Rottenecker
Gleich zu Beginn der Initiative hatten die Dorfbewohner hoch motiviert die Entwicklung ihres Millenniumsdorfes vorangetrieben. Sie gründeten Dorfkomitees und Agrargenossenschaften, züchteten Schafe und Geflügel, pflanzten Obstbäume an und setzten verbessertes Saatgut ein. Mit Unterstützung der Welthungerhilfe hatten die Dorfbewohner Brunnen ausgehoben und öffentliche Waschplätze errichtet, Gemeindehäuser, Schulen und Getreidespeicher gebaut und Seminare zu Hygiene und Gesundheit besucht.

Das Leben bekam neuen Schwung, doch dann kam der katastrophale Rückschlag durch den Hurrikan Felix im September 2007. Das Millenniumsdorf lag am Boden, aber die Welthungerhilfe leistete Nothilfe: Zuerst verteilte sie Nahrungsmittel, danach Baumaterialien zur Reparatur der Häuser sowie Bohnen- und Reissaatgut für die Ernährungssicherung. So konnten die Menschen von Auhya Pihni wieder Hoffnung schöpfen.

Heute geht es den Menschen besser als zuvor: Niemand muss mehr verschmutztes Wasser aus Bächen, Flüssen oder Seen trinken, in neu angelegten Hausgärten wachsen Gemüse, Hülsenfrüchte und andere Nahrungsmittel mit lebenswichtigen Vitaminen, Schülerinnen und Schüler haben bessere Bildungschancen durch den Bau von zusätzlichen Klassenzimmern und Schulbibliotheken. Durch die gestärkten Gemeindestrukturen verlief der Wiederaufbau strukturiert und schnell. Die Menschen von Auhya Pihni haben erkannt, was sie alles schaffen können.

Letzte Änderung an dieser Seite: 29.09.2010
© Copyright 2011 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontaktDatenschutz