Ein Jahr nach Hurrikan "Felix": Weichenstellung für ein neues Leben nach der Katastrophe

Zerstörte Wohnsiedlung nach Durchzug von Hurrkan
Zerstörte Wohnsiedlung nach Durchzug von
Hurrkan "Felix". © WHH
Am 4. September 2007 traf der Hurrikan "Felix" mit einer zerstörerischen Stärke von 5 laut der Skala Safir Simpson auf Nicaragua. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 km/h zog der Sturm in dem Gebiet der RAAN (Región Autónoma del Atlántico Norte, Nördliche Autonome Atlantik Region) eine Schneise der Verwüstung nach sich. Insgesamt waren 162.000 Menschen von dem Wirbelsturm betroffen, über 200 Menschen fielen der Katastrophe zum Opfer.

Sofort nach dem Sturm stellte die Welthungerhilfe den Kontakt zu den staatlichen Einrichtungen zur Katastrophenvorsorge her. Zudem unterstützte sie die Regionalregierung sowie die Bezirksverwaltungen Cabezas und Waspam bei der Bestandsaufnahme der Schäden.

 

Bettenlager für die Sturmopfer. © WHH
Bettenlager für die
Sturmopfer. © WHH
50.000 Euro Soforthilfe

Viele Dörfer samt ihren landwirtschaftlichen Nutzflächen, die direkt in der Bahn des Hurrikans lagen, wurden völlig zerstört. Doch das wirkliche Ausmaß wurde erst später deutlich, da viele Gebiete von der Außenwelt abgeschnitten waren. Nach Bekanntwerden bewilligte die Welthungerhilfe als sofortige Nothilfe einen Betrag von 50.000 Euro. Mit der RAAN traf der Hurrikan eines der ärmsten Gebiete Nicaragua. Hier leben fast 80 Prozent der Bevölkerung in Armut. Sie hatten einem solchen Naturphänomen wenig entgegen zu setzen.

Das Geld wurde dafür eingesetzt, 1.341 Familien in elf Gemeinden des Bezirks Puerto Cabezas und vier Gemeinden des Bezirks Waspam mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen. Die Bewohner der Gemeinden in Puerto Cabezas erhielten zusätzlich Plastikplanen und Nägel, um die Dächer ihre zerstörten Häuser zumindest notdürftig reparieren zu können.

Eine Spende von 10.600 Euro der Christoffel Blinden Mission (CBM) ermöglichte es, zusätzlich 501 Familien in neun Gemeinden und im Hauptort des Bezirks Waspam mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen. Gemäß der Vorgabe von CBM wurden dabei besonders Familien mit behinderten Angehörigen berücksichtigt.

 

Nahrungsmittelhilfe für die Bevölkerung

Zudem genehmigte das BMZ den Projektantrag "Nahrungsmittelhilfe und Saatgutverteilung für Opfer des Wirbelsturms Felix" mit einem Volumen von 300.000 Euro. Im Zuge dieses Projektes wurden an 2.748 Familien in 21 Gemeinden der beiden Bezirke Puerto Cabezas und Waspam Nahrungsmittel verteilt. 2.394 Familien aus den selben Gemeinden wurden mit jeweils 18 Kilogramm Bohnen- und neun Kilogramm Maissaatgut versorgt, um die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln wieder zu sichern. 300 Familien erhielten zusätzlich Plastiksilos, um Saatgut für die nächste Ernte speichern zu können.

Ab November 2007 führte die Welthungerhilfe zusätzlich das von ECHO (European Community Humanitarian Office) ko-finanzierte Projekt "Emergency relief for victims of Hurricane Felix in selected zones of the RAAN, Nicaragua" mit einem Volumen von 365.000 Euro durch. In einer ersten Phase erhielten 2.999 Familien in 16 Gemeinden des Bezirks Puerto Cabezas und 15 Gemeinden des Bezirks Waspam Lebensmittel. Es wurden 16 Großzelte aufgebaut, die als Notunterkünfte dienten.

Im weiteren Projektverlauf wurden 161 Brunnen gesäubert und desinfiziert, 67 Brunnen repariert und desinfiziert und 95 Latrinen repariert. Schließlich erhielten 1.842 Familien im Bezirk Puerto Cabezas jeweils vier Zinkbleche und ein Kilogramm Nägel, um die Dächer ihrer Häuser zu reparieren.

Das Folgeprojekt des BMZ umfasste ein Volumen von 500.000 Euro. Ab Mai 2008 wurden nun letztmalig Grundnahrungsmittel an 3.131 Familien in 18 Gemeinden der Bezirke Puerto Cabezas und Waspam verteilt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen Produktion. So erhalten 1.980 Familien neben Malanga-Setzlingen, einer in der Region sehr geschätzten stärkehaltigen Knolle, auch Setzlinge von Bananenpflanzen, Kokospalmen und Maniokstecklingen sowie Gemüsesaatgut. Mit der Verteilung von Legehennen soll die Versorgung der Bevölkerung mit tierischem Eiweiß verbessert werden.

Dem Ausbruch von Waldbränden, die in dem vom Hurrikan gefällten Sturmholz Nahrung finden, soll durch die Ausbildung von Brandschutzbrigaden vorgebeugt werden.

Unsere Bilanz, ein Jahr nach dem verheerenden Wirbelsturm: Die durch den Hurrikan "Felix" verursachte Nahrungsmittelknappheit konnte durch den engagierten Einsatz der Projektmitarbeiter der Welthungerhilfe deutlich gelindert werden. Ebenso sind die Weichen für eine nachhaltige Wiederversorgung der Bevölkerung mit selbst produzierten Nahrungsmitteln gestellt worden.

Letzte Änderung an dieser Seite: 08.09.2008
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