Dürre im Niger: Welthungerhilfe bereitet sich auf Nothilfe vor

60 Prozent der Menschen im Niger sind von der derzeitigen Dürre betroffen. © Peyre-Koch
60 Prozent der Menschen im Niger sind von
der derzeitigen Dürre betroffen. © Peyre-Koch
(Juni 2010). Die Welthungerhilfe hilft Millionen Menschen in mehr als 40 Ländern, die unter Hunger und Armut leiden und ihre Lebensbedingungen allein nicht langfristig verbessern können. Im Falle einer Krise oder Katastrophe in unseren Projektländern stellen wir zusätzliche Mittel und Ressourcen zur Verfügung, um die erste Not zu lindern und das Überleben der Betroffenen zu sichern.

 

Die stillen Katastrophen

In Afrika erleben wir besonders viele Katastrophen, die sich still abspielen. Die immer wiederkehren, ohne dass die Weltöffentlichkeit Notiz von ihnen nimmt. So wie derzeit im westafrikanischen Niger, wo sich eine große Hungersnot anbahnt: 60 Prozent der Menschen leiden unter einer Dürre. Die letzte Ernte im Oktober 2009 war schlecht, weil es zu wenig regnete. Nun sind die Vorräte aufgebraucht. Die meisten Bauern haben aus der Not heraus ihr Saatgut verspeist, das sie eigentlich jetzt in die Erde bringen müssten.

 

Früher, im Niger

Es ist schon eine Weile her, als die Welthungerhilfe noch im Niger tätig war. Von 1973 bis 1996 haben wir in vielen kleinen Projekten Kleinbauern bei der Verbesserung von Anbaumethoden unterstützt. Doch dann mussten wir das Land verlassen, weil wir nicht mehr genügend Geld für die Unterstützung bekommen haben. Das Schicksal der Menschen aber lag uns weiterhin am Herzen. So hat die Welthungerhilfe im Jahr 2005, bei der letzten großen Dürre im Niger, über ihren Alliance Partner Concern geholfen.

 

Genaue Untersuchungen

Dieses Mal werden wir wieder selbst aktiv werden. Seit zwei Monaten untersuchen wir die Situation im Land. Zwei erfahrene Mitarbeiter reisen seit einer Woche durch die Provinzen, die am stärksten betroffen sind, um konkrete Hilfsprojekte vorzubereiten. Parallel dazu hat ein einheimischer Fachmann Berichte aus entlegenen Gebieten mitgebracht, die zeigen, wie dramatisch die Situation der Menschen ist. Die Vorbereitung für professionelle Nothilfemaßnahmen laufen auf Hochtouren.

 

Antworten finden

Dabei spielen folgende Fragen eine Rolle: In welchen Gebieten ist die Lage am schlimmsten? Wo können Nahrungsmittel in angrenzenden Ländern aufgekauft werden, um sie zu verteilen? Wo kann Saatgut gekauft werden, damit die Bauern vor der nächsten Regenzeit noch die Felder bestellen können? Wo gibt es ausreichende Lagerhäuser um Hilfsgüter sicher zu speichern? Wie können sich die Hilfsorganisationen abstimmen, um die Hilfe so effizient wie möglich leisten zu können?

Professionelle Hilfe erfordert gute und sorgfältige Vorbereitungen. Dies zahlt sich aus, um auch langfristig die Lebenssituation der Menschen in einem Gebiet zu verbessern, dass immer wieder von Dürren heimgesucht wird. Die Welthungerhilfe will mit Ihrer Unterstützung den Menschen helfen, sich zukünftig selbst helfen zu können - Hilfe zur Selbsthilfe.

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