Nordkorea Länderinformation

Saatgutanlage im Landkreis Unsan. © GutschkerDie Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) mit der Hauptstadt Pjöngjang umfasst den nördlichen Teil der koreanischen Halbinsel. Im Süden bildet die demilitarisierte Zone die Grenze zu Südkorea („Republik Korea“), der Nachbar im Norden ist die Volksrepublik China. Im Nordwesten teilt sich der ostasiatische Staat mit Russland eine 19 Kilometer lange Grenzlinie.

Ochsen ziehen die Karren
in der Provinz Pjongan.
© GutschkerSozialistische Staatsform
Süd- und Nordkorea bildeten bis zur japanischen Einnahme Koreas im Jahr 1910 einen gemeinsamen Staat. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Korea in zwei Besatzungszonen aufgeteilt: eine US-amerikanische und eine sowjetische. 1948 gründeten sich zwei unabhängige Staaten. Dieser Status wurde mit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 besiegelt. Nach der Staatsgründung wurde in Nordkorea eine sozialistische Wirtschafts- und Staatsform aufgebaut, die seit den 60er Jahren die „Juche“-Ideologie propagiert. Diese definiert als oberstes Ziel die staatliche Unabhängigkeit Nordkoreas. Seit 1995 wird diese Ideologie durch eine weitere ergänzt: „Songun“ – der Militarisierung der Gesellschaft.

Blumenstand in den Straßen
vom Kreis Hyangsan
© GutschkerWirtschaftliche Probleme und Naturkatastrophen
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entstanden in Nordkorea durch ausbleibende Subventionen große wirtschaftliche Probleme, die durch Naturkatastrophen Mitte der 90er Jahre verschärft wurden. Die darauffolgende Hungersnot veranlasste die Regierung Mitte der 90er Jahre zu internationalen Hilfsappellen.Stärkung marktwirtschaftlicher Mechanismen
Nur etwa 20 Prozent der Landfläche Nordkoreas ist landwirtschaftlich nutzbar. Der Rest sind vor allem Berge und Hügel, die teilweise sehr schlecht zugänglich sind. Im Sommer 2002 wurde im Rahmen allgemeiner ökonomischer Reformen auch der landwirtschaftliche Sektor verändert. Die Landwirtschaft ist nach wie vor kollektiviert und organisiert sich in etwa 3.900 Produktionsgenossenschaften und Kooperativen sowie einigen spezialisierten Staatsfarmen. Private Initiativen sollen gestärkt und marktwirtschaftliche Mechanismen zugelassen werden. Diese Maßnahmen führten einerseits zu einem vermehrten Warenangebot und damit zu einer Verbesserung der Situation der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung. Andererseits setzte durch die Freigabe der Preise eine galoppierende Inflation ein, mit der nur wenige Nordkoreaner Schritt halten können. Vor allem die städtische Bevölkerung ist hier betroffen.

