Pakistan: Langfristige Hilfe für die Flutopfer

Ende Juli 2010 erlebten die Menschen in Pakistan Regenfälle in katastrophalem Ausmaß: rund 160.000 Quadratkilometer - eine Fläche größer aus England - wurden überschwemmt. 20,8 Millionen Menschen mussten vor der Flut fliehen und verloren ihr Hab und Gut. Über 1,8 Millionen Häuser und Hütten wurden ganz oder teilweise zerstört.
Drei Viertel der betroffenen Bevölkerung lebt in den Regionen Süd-Punjab und Sindh. Hier, in der flachen Ebene, sind die Auswirkungen der Flut besonders groß. In einigen Gegenden stand das Wasser über Monate und gingbnur durch Verdunstung nach und nach zurück. Bei der Rückkehr in die Dörfer fanden die Menschen oft nicht nur ihre Häuser, sondern auch Brunnen und Abwassersysteme zerstört. Die zurückgebliebene Schlickschicht ist schuld, dass Trinkwasser- und Sanitäranlagen nicht mehr funktionieren. Deshalb steigt die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten wie Durchfall-, Atemwegs- und Hauterkrankungen und Malaria.

Eine von vielen zerstörten
sanitären Anlagen, die
wiederaufgebaut wird.Um die Lebensbedingungen für die Menschen schnell und nachhaltig zu bessern, haben sich alle fünf in Pakistan tätigen Alliance2015 Partnerorganisationen zusammen getan. Schon vor der Flutkatastrophe waren sie in Pakistan aktiv, deshalb können sie auf bestehende Strukturen zurückgreifen. Unterstützt vom Europäischen Amt für humanitäre Hilfe (ECHO) bauen sie Unterkünfte und reparieren Trinkwasser- und Sanitäranlagen. Zusätzlich haben die Betroffenen der Flut Haushaltsgegenstände und Hygiene-Kits erhalten.
Die Welthungerhilfe arbeitet schwerpunktmäßig im Distrikt Muzaffargah. Dort errichtet sie Häuser und baut Latrinen, setzt Wasserleitungen in Stand oder installiert neue Systeme. Die Menschen werden mit dringend nötigen Haushaltsartikeln wie Töpfen, Tellern, Besteck und Moskitonetzen versorgt. Außerdem werden sie über Gesundheits- und Hygieneregeln aufgeklärt und damit vertraut gemacht. Die Welthungerhilfe wird die Menschen in den Flutgebieten auch langfristig unterstützen, damit sie sich ein neues Leben aufbauen können ohne dauerhaft auf Hilfe von außen angewiesen zu sein.

- In diesem Küchengarten wachsen Chili und Mais. © Schlueter
Eine dieser langfristig ausgelegten Maßnahmen ist die Anlage von Küchengärten. Durch die Erträge dieser Gärten soll sich die Ernährung der Familien verbessern. Auch müssen sie das Gemüse nicht mehr von ihrem geringen Einkommen auf dem Markt kaufen. Insgesamt wird die Welthungerhilfe geminsam mit den ausgewählten Familien 400 solcher Küchengärten anlegen. Damit die Gärten richtig bewirtschaftet werden, werden Trainings angeboten, die größtenteils von Frauen wahrgenommen werden. Zudem erhalten sie Gartengeräte wie Harken, Schaufeln und auch Saatgut und Setzlinge, die sie für den Unterhalt des Gartens benötigen.
Welthunger-Index 2011: Pakistan
Weitere Informationen
Themenspezial: Flutkatastrophe in Pakistan

Projektnummer
PAK 1039-11
Projektdauer
- Juli 2011 bis Juli 2012
Projektorte
-Provinzen Punjab, Distrikt Muzaffargarh
Schwerpunkt
- Errichtung von Unterkünften
- Ernährungssicherung
- Trinkwasserver- und entsorgung
Finanzierung
- ECHO (Amt für Humanitäre Hilfe der Europäischen Union)
