Peru: Katastrophenvorsorge durch gemeinsames Risikomanagement und kluge Anpassung

Gemeinsames Ausarbeiten von Plänen, die Risiken mindern und schnelle Hilfe im Katastrophenfall bieten.

Der Andenstaat Peru ist von verschiedenen Klimaphänomenen betroffen: Starkregen, Überschwemmungen, Erdrutsche, Erdbeben, Gletscherabschmelze und Vulkanaktivität – und all dies wird durch den Klimawandel noch verstärkt. Die Menschen in Peru und ihr Hab und Gut sind immer häufiger gefährdet. Hinzukommt, dass die wachsende Bevölkerung immer öfter ungeeignete Gebiete besiedelt, die den Wetterphänomenen besonders ausgesetzt sind. Wissen und Können zur angemessenen Vorsorge und Reaktion im Katastrophenfall ist bei der Bevölkerung und bei den lokalen Behörden kaum vorhanden.

Die Welthungerhilfe und ihre lokalen Partner PREDES, PREDES-Diakonie und ITDG-Soluciones Practicas sind in den drei Regionen Cusco, Arequipa und Ancash aktiv, um für die dort lebenden etwa 576.000 Menschen die Risiken zu mindern und Optionen zur Anpassung an den Klimawandel zu schaffen.

Jeannette Weller, Regionalkoordinatorin der Welthungerhilfe, arbeitet eng mit den lokalen Behörden und Organisationen zusammen. © Bolesch
Jeannette Weller, Regionalkoordinatorin der Welthungerhilfe, arbeitet eng mit den lokalen Behörden und Organisationen zusammen. © Bolesch

Direkte Ansprechpartner bei der Planung und Umsetzung der Aktivitäten sind rund 149.000 Personen, darunter auch Basisorganisationen, Vertreter der Lokalbehörden, den lokalen Zivilschutzkomitees sowie den staatlichen Netzwerken. Wenngleich vorrangig mit den Vertretern der lokalen Ebene zusammengearbeitet wird, werden auch Vertreter der Distrikt- und Provinzebene in die Prozesse mit einbezogen.

All diese Akteure entwickeln und verbessern in Treffen und Workshops gemeinschaftlich Instrumente zum Management von Katastrophen und Anpassung an den Klimawandel. So werden beispielsweise Risikokarten, Bodennutzungs- und Entwicklungspläne erstellt. Mit Instrumenten wie Wasserstandsanzeigern werden Frühwarnsysteme eingerichtet. Jeanette Weller, Regionalkoordinatorin der Welthungerhilfe für Peru, Bolivien und Ecuador, erklärt: "Die lokalen Frühwarnsysteme spielen eine wichtige Rolle. Sie funktionieren nur durch die aktive Teilnahme der Bevölkerung und der lokalen Institutionen."

Durch die regelmäßige Kontrolle der Wasserstandsanzeigen kann rechtzeitig vor Überschwemmungen gewarnt werden.
Durch die regelmäßige Kontrolle der Wasserstandsanzeigen kann rechtzeitig vor Überschwemmungen gewarnt werden.

Wichtig ist deshalb neben der Entwicklung von Instrumenten auch die Verbesserung der Kommunikation. So wird mit speziellen Radioprogrammen für breite Information und Aufklärung der Bevölkerung gesorgt und Schutzübungen durchgeführt. Für den Fall einer notwendigen Evakuierung der Bevölkerung gibt es Pläne und ein Notmanagement, das den Betroffenen Unterschlupf, Wasser, Nahrungsmittel und sanitäre Versorgung bieten kann.

Die Menschen werden lernen so, die Risiken, mit denen sie leben, richtig einzuschätzen und mit den schwierigen Bedingungen umzugehen. Sie sind nachhaltig auf künftige Katastrophen vorbereitet und können diese besser meistern.

Euro

Letzte Änderung an dieser Seite: 13.06.2011

Welthunger-Index 2011: Peru

5.9 bedenklich
wenig Hungergravierend

Weitere Informationen über Peru

Karte Peru

Projektnr.

PER 1111

Projektdauer

- Januar 2004 bis Oktober 2012

Projektort

- Cusco

Schwerpunkt

- Katastrophenschutz

Finanzierung

- Eigenmittel

Weitere Informationen

Fußball als Dreifach-Therapie in den peruanischen Anden (Mai 2010)

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