Peru - Länderinformation


© Weller
Peru ist das größte Andenland und mit einer Gesamtfläche von 1.285.216 km² etwa dreieinhalbmal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Im Norden grenzt Peru an Kolumbien und Ecuador, an Brasilien und Bolivien im Osten und an Chile im Süden. Geographisch lässt sich das 28 Millionen Einwohner große Land in drei Regionen einteilen: 62 Prozent des Landes befindet sich im Amazonas-Tiefland, 26 Prozent des Landes liegen im Anden-Hochland, der Rest sind Küstengebiete (ca. 12 Prozent). Armut ist das größte Problem Perus. Nach dem Human Development Index, dem Bericht zur menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen, nimmt Peru Rang 85 von insgesamt 175 Ländern ein.

 

Extreme Armut

Nach den offiziellen Zahlen gelten 54 Prozent der Bevölkerung, etwa 14,06 Millionen Menschen, als arm. Etwa 15 Prozent, ca. 4,2 Millionen Menschen, sind nicht in der Lage, sich ausreichend mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen und gelten damit als extrem arm. Problematisch ist insbesondere das steigende Armutsgefälle zwischen Städten und ländlichen Gebieten. Der Mehrheit der Bevölkerung fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser, zu Nahrungsmitteln, Bildung und Arbeit, Altersvorsorge und medizinischer Versorgung. Ein großes Problem stellt die hohe Auslandsverschuldung dar: Pro Jahr müssen ungefähr 26 Prozent des Staatshaushalts zur Tilgung der Auslandsschulden aufgewändet werden.

 


Schulkinder - nicht jeder
hat die Chance auf Bildung.
© Mädje

Viele Analphabeten, wenig Arbeit

Die große Armut und die geringen Einkommensmöglichkeiten verhindern, dass ein Großteil der Kinder und Jugendlichen regelmäßig die Schule besucht. Die Folge ist eine extrem hohe Analphabetenquote von ca. 13 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt laut offiziellen Angaben bei mehr als neun Prozent; 50 Prozent der Bevölkerung ist unterbeschäftigt und lediglich 30 Prozent verfügt über ein Arbeitsverhältnis auf vertraglicher Grundlage.

 

 

Peru ist Exportland

Wirtschaftlich gesehen ist Peru ein Exportland. Es werden Bodenschätze wie Erdöl, Erdgas, Kupfer, Blei, Zink, Silber, Gold, Eisenerz exportiert. Des weiteren Fischmehl, landwirtschaftliche Produkte und Baumwolle. Wichtigste Wirtschaftssektoren sind die Land- und Viehwirtschaft, die Fischerei, der Bergbau, das Baugewerbe, die verarbeitende Industrie (Textilien, Nahrungsmittelverarbeitung, chemische Produkte) sowie der Handel. Wichtigster Devisenbringer ist der Bergbau (ca. 65 Prozent), dessen Privatisierung fast abgeschlossen ist; 17 Prozent der Auslandsinvestitionen seit 1990 flossen allein in diesen Sektor.

 


Es fehlt an Alternativen für
den Koka-Anbau. © Rotberg
Großer Koka-Produzent

Ein großes Problem stellt der Drogenanbau dar: Peru ist neben Kolumbien größter Kokaproduzent der Welt. Fehlende wirtschaftliche Alternativen für die Kleinbauern in den Koka-Anbaugebieten erschweren bisher die erfolgreiche Durchführung von Programmen zur Eindämmung des illegalen Anbaus. Der Devisenzufluss aus dem Drogenhandel wird auf über 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt.

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