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Kakaobauern in Peru

Nachhaltig helfen in Peru: Kakao macht glücklich

Die Abholzung hat ihren Regenwald schwer geschädigt. Jetzt forsten ihn peruanische Bauern wieder auf.

Willy Sanchez steht der Schweiß auf der Stirn. Insekten schwirren um seinen Kopf. Aber der peruanische Kleinbauer lässt sich nicht von seiner Arbeit ablenken. Gezielt greift er eine feuerrote Kakaofrucht und schneidet sie vom Baum. "Ist die nicht herrlich?", fragt er und lacht stolz. In kniehohen Gummistiefeln stapft Willy durch den vom Dauerregen durchweichten Boden im peruanischen Amazonasgebiet, einer der ärmsten Regionen des Landes. "Eigentlich müsste die Regenzeit schon lange vorbei sein", schimpft er. "Das Klima spielt aber verrückt. Wir können uns auf nichts mehr verlassen." 

Familie Sanchez lebte früher von der Hand in den Mund. Heute ist ihre Ernährung und ihr Einkommen gesichert. @ Desmarowitz
Familie Sanchez lebte früher von der Hand in den Mund. Heute ist ihre Ernährung und ihr Einkommen gesichert. @ Desmarowitz
"Wenn man es richtig macht, ist Kakao einfach anzubauen und zu verarbeiten", sagt Sandra Sanchez. Damit ist Kakao nicht nur gut für die Böden, sondern auch für die Menschen. @ Desmarowitz
"Wenn man es richtig macht, ist Kakao einfach anzubauen und zu verarbeiten", sagt Sandra Sanchez. Damit ist Kakao nicht nur gut für die Böden, sondern auch für die Menschen. @ Desmarowitz
Luis Bravo von unserer Partnerorganisation DESCO (re.) hat Willy Sanchez alles über den Kakaoanbau beigebracht. @ Desmarowitz
Luis Bravo von unserer Partnerorganisation DESCO (re.) hat Willy Sanchez alles über den Kakaoanbau beigebracht. @ Desmarowitz

Willy wünscht sich, dass seine 11-jährige Tochter Erin einmal studieren kann. Dass ihm das gelingen wird, davon ist Willy Sanchez überzeugt, seitdem Luis Bravo ihm alles über den Kakaoanbau beigebracht hat. Der Technische Berater unserer Partnerorganisation DESCO (Centro de Estudios y Promoción del Desarrollo) besucht jede Familie im Projekt einmal im Monat.

"Beim ersten Mal habe ich den Samen einfach wie Mais in die Erde gestreut. Nichts passierte", erzählt Willy von seinen ersten Anbauversuchen. "Erst jetzt lerne ich von Luis, wie man Kakao richtig anbaut und pflegt." In einer neu gegründeten Kooperative vermarkten 62 Kakaobauern der Region die wertvolle Frucht gemeinsam. So umgehen sie Zwischenhändler und erzielen einen bis zu dreifach höheren Preis.  

Jetzt spenden

Vielfalt auf dem Feld und Geld im Portemonnaie 

"Wenn man es richtig macht, ist Kakao einfach anzubauen und zu verarbeiten", sagt Willys Frau Sandra. "Es ist körperlich nicht so anstrengend und wir können das ganze Jahr über ernten. Das hilft besonders uns Frauen." Zusammen mit ihrem Mann hat sie ein neues Feld angelegt: Hier wachsen junge Kakaopflanzen neben Manioksträuchern und Bananenstauden. Drei Feldfrüchte auf einem Feld – das gab es bisher noch nie! Sie geben sich gegenseitig Schatten und Nährstoffe, schützen den Boden vor Erosion und sorgen das ganze Jahr über für einen satten Magen und etwas Geld im Portemonnaie.

Klimawandel und Abholzung: Die Umwelt Perus hat gelitten

Vor wenigen Jahren lebte die Familie noch von der Hand in den Mund, hielt Rinder, schlug Holz und aß vor allem Maniok. Blieb der Regen aus oder wurden ihre Tiere krank, gefährdete das immer wieder ihre Existenz. Willys Großvater ging noch mit Pfeil und Bogen zur Jagd und angelte. Aber diese Zeiten sind lange vorbei. "Im Fluss gibt es keine Fische mehr und im Wald keine Tiere", sagt Willy.  

So unterstützen wir Kleinbauern im peruanischen Amazonasgebiet: 

  • Vielfalt statt Monokultur: 280 Bauern pflanzen auf je einem Hektar Land Kakao, Bananen und Yucca an. Die Pflanzen liefern Nahrung, sichern den Boden und schützen vor Erosion. Wie sie ihre Landwirtschaft weiter verbessern, lernen die Kleinbauern von den Mitarbeitern unserer Partnerorganisation.
  • Aufforsten statt Abholzen: Vielfältige Nutzbäume und einheimische Arten helfen, die durch Abholzung schwer geschädigten Waldgebiete wieder aufzuforsten. Das ist besonders wichtig, denn die Folgen von Abholzung und Klimawandel spürt vor allem die ärmere Bevölkerung.
  • Gemeinsam stark: In Kooperativen lernen Kleinbauern voneinander und vermarkten ihre Früchte gemeinsam. Sie sind somit nicht mehr auf Zwischenhändler angewiesen und erzielen einen bis zu dreifach höheren Preis. 

Dieses Projekt wird ermöglicht durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). 

Hintergrund

Die armen Familien auf dem Land spüren wenig vom neuen Reichtum Perus. Sie leiden an chronischer Unterernährung, haben keinen sicheren Zugang zu Wasser, Strom oder sanitärer Grundversorgung. Viele schlagen und verkaufen Holz, um zu überleben. In unseren Projekten verbessern wir ihre Lebensbedingungen und schützen zugleich die Umwelt.

Mehr Informationen

Klimawandel in den Anden: Schauen Sie sich weitere Projekte der Welthungerhilfe in Peru an!

Helfen Sie Kleinbauern in Peru: 57,50 Euro kostet eine Schulung zum Kakaoanbau.
Unser Magazin

Den ungekürzten Artikel von Constanze Bandowski können Sie in unserem Magazin, Ausgabe 4/2015 nachlesen.