Ayacucho in Peru: Antworten auf den Klimawandel

Frauen aus Ayacucho inmitten ihres jetzt blühenden Kartoffelfeldes. © ABA
Frauen aus Ayacucho inmitten ihres jetzt blühenden Kartoffelfeldes. © ABA

Im Norden Perus liegen 13 Siedlungen in den Provinzen Cangallo und Huamanga, die das Millenniumsdorf Ayacucho bilden. Obwohl die Wirtschaft des Andenstaates stark wächst, leben noch immer 39 Prozent der Peruaner unterhalb des Existenzminimums. Besonders hart trifft es die Kleinbauern hoch oben in den Anden. Ihre Felder liegen an steilen Hängen auf 3.500 bis 4.500 Metern Höhe, die Böden sind ausgelaugt und liefern nicht genug Nahrung. Jedes dritte Kind unter fünf Jahren leidet hier an chronischer Unterernährung.

Und der Klimawandel verschärft die Situation: Heftige Regengüsse verursachen Schlammlawinen und Erdrutsche, die den wenig vorhandenen, fruchtbaren Boden abtragen. Extreme Trockenperioden lassen Weiden und Felder verdorren - die Ernten fallen mager oder ganz aus. Das Ökosystem verändert sich und die Bauern müssen sich den veränderten Bedingungen in Folge des Klimawandels anpassen.

Auch dieser Junge aus Ayacucho lernt, mit dem Klimawandel zu leben. © Desmarowitz
Auch dieser Junge aus Ayacucho lernt, mit dem Klimawandel zu leben. © Desmarowitz

In Ayacucho arbeiten die Familien hart daran, ihr Leben zu verbessern. Dabei hilft ihnen ihr neues Wassermanagement: Oberhalb der Siedlungen haben die Bauern 66 Wasserrückhaltebecken aus natürlichen Materialien als Speicher angelegt, deren Wasser in tiefer gelegene Gebiete versickert. Dort tritt es als Quellwasser wieder zutage. So können die Kleinbauern ihre Äcker und Weiden bewässern, Gemüsegärten anlegen, Milchvieh halten und Käse produzieren. Ihr Speiseplan ist jetzt reicher an Vitaminen und Eiweiß, die Kinder wachsen gesünder auf.

 

Landwirtschaft und Umweltschutz gehen in Ayacucho Hand in Hand. Gemeinsam mit der Welthungerhilfe und ihrer lokalen Partnerorganisation Asociación Bartolomé Aripaylla (ABA) forsten die Bewohner ihre kargen Hänge wieder auf, um die Böden zu verbessern und vor Erosion zu schützen. Neue Öfen verbrauchen weniger Brennholz, Steinmauern schützen Felder und Gärten. Mit organischem Dünger erzielen die Bauern nun höhere Erträge. Sie schließen sich in Verbänden zusammen, um ihren Käse, Knoblauch oder Salat zu vermarkten. In den großen Städten des Landes ist die Nachfrage nach hochwertigen Produkten groß.

 

Künftig wollen die Welthungerhilfe und ABA nachhaltige Landnutzungspläne mit den Gemeinden entwickeln. Dazu gehören Risikoanalysen und Katastrophenschutz. Schon Kinder und Jugendliche engagieren sich in Umweltgruppen für Naturschutz und Artenvielfalt. Nach der Schule helfen sie beispielsweise, Baumsetzlinge zu pflanzen oder Mauern zum Schutz vor Erosion anzulegen. Mülltrennung sowie Gesundheits- oder Kochkurse stehen ebenfalls auf dem Plan. Mit kreativen Unterrichtsmaterialien will ABA den Schülern all diese Themen nahe bringen. Lehrer werden durch Fortbildungen zu wichtigen Multiplikatoren. Die 200 Familien des Millenniumsdorfes Ayacuco arbeiten hochmotiviert für ein Leben ohne Hunger und Armut.

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Letzte Änderung an dieser Seite: 07.06.2011
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Fakten

Durchführung: Partnerorganisation Asociación Bartolomé Aripaylla (ABA) gemeinsam mit der Welthungerhilfe

Kooperationspartner: Iwan Budnikowsky GmbH, Freundeskreis Hamburg

Koofinanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

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