Pressemitteilung - Ebola-Gebieten droht Hungerkatastrophe

Ebola-Gebieten droht Hungerkatastrophe

Welthungerhilfe: Neue Studie zeigt gravierende Folgen von Ebola

Bonn/Freetown (18.09.) Dem von Ebola betroffenen Sierra Leone droht auch noch eine Hungersnot. Eine aktuelle Studie der Welthungerhilfe hat festgestellt, dass sich die Folgen der Ebola-Epidemie in Sierra Leone bis Anfang 2015 noch dramatischer auswirken könnten als bereits die Krankheit selbst. „Ab März rechnen wir hier mit gravierendem Hunger“, warnt Jochen Moninger, seit vier Jahren Landeskoordinator in Sierra Leone. 

„Die Region zählt ohnehin zu einer der ärmsten der Welt. Wir müssen uns jetzt auf Nahrungsmittellieferungen in großem Umfang vorbereiten, das Gesundheitssystem verbessern, ein Frühwarnsystem einrichten“, betont Moninger. Die Lebensmittelpreise im ländlichen Raum steigen rasant, auch weil Transporte nur noch tagsüber zu bestimmten Zeiten erlaubt sind. Um die Epidemie einzudämmen, wurden ganze Dörfer isoliert, in einigen Epizentren gehen die Nahrungsmittelvorräte zur Neige. In diesem Jahr konnten nur noch rund 40 Prozent der Felder bewirtschaftet werden.

Um die weitere Ausbreitung der Epidemie zu stoppen, dürfen Handels- und Verkehrswege nicht mehr benutzt werden. Mit fatalen Folgen für die Versorgung der Menschen.


„Die Wirtschaft ist schon jetzt zusammengebrochen: Ausländische Firmen haben das Land verlassen, lokale Märkte existieren nur noch eingeschränkt. Um die weitere Ausbreitung der Epidemie zu stoppen, dürfen Handels- und Verkehrswege nicht mehr benutzt werden“, beschreibt Moninger die Situation vor Ort.

Sierra Leone verzeichnete vor dem Ausbruch der Epidemie positives Wirtschaftswachstum. Durch den externen Schock der Ebola- Epidemie, wird das Land nun erheblich in seiner Entwicklung zurückgeworfen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte der Ebola-Ausbruch Auswirkungen erreichen wie der Tsunami in Südostasien 2004, bei dem mehr als 200.000 Menschen starben.

Für Interviewanfragen steht Jochen Moninger zur Verfügung.

Hilfe für die von Ebola betroffenen Gebiete

Wir unterstützen lokale Behörden in Sierra Leone und Liberia daher dabei, die Menschen über Radio aufzuklären und überall Handwaschstationen mit Chlor und Seife aufzustellen. Außerdem verteilen wir Nahrungsmittel an Familie in Quarantäne; sie können weder ihre Felder bestellen noch Einkaufen gehen. So helfen wir, die Epidemie einzugrenzen.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 7.350 Projekte in 70 Ländern mit 2,66 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Armut.

Study: Impacts of the Ebola Virus Disease

Wie Ebola das Leben in Dörfern und ländlichen Gemeinschaften beeinflusst

Die Untersuchung hat ergeben, dass die Verteilung des Ebola Virus in Sierra Leone eine Vielzahl an Auswirkungen auf das Leben in ländlichen Gemeinschaften hat;  Landwirtschaft und Ernährungssicherung werden durch die Epidemie beeinträchtigt. Wir haben 110 Bauernfamilien befragt. Lesen Sie die Ergebnisse hier:

>> Download study: How is Ebola affecting rural communities in Sierra Leone?

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Studie: Folgen von Ebola

Radiointerview Deutschlandradio Kultur
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So bekämpfen wir Ebola in Liberia und Sierra Leone
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