Pressemitteilung - weltwärts

Internationaler Klimagipfel in Warschau

Welthungerhilfe: Europa muss wieder Vorreiter werden

(08.11.2013) Die Welthungerhilfe mahnt eine zentrale Rolle der Europäischen Union bei den anstehenden Klimaverhandlungen in Warschau vom 11. bis 22. November an. Nur wenn sich die EU in Warschau für ambitionierte eigene Reduktionsziele einsetzt, können nennenswerte Fortschritte für den internationalen Klimaschutz zustande kommen. In zwei Jahren soll in Paris ein globales und verbindliches Klimaschutzabkommen unterzeichnet werden. Sollte es keine Fortschritte geben, rückt ein solches Abkommen in weite Ferne. „Wir brauchen mutige Vorreiterallianzen von Staaten, die zeigen, dass Klimaschutz nicht nur möglich ist, sondern sich auch lohnt“, sagt Michael Kühn, Klimaexperte der Welthungerhilfe.

 

„Die europäischen Staaten müssen dringend ihre Emissionsminderungsziele von derzeit 20 auf 30 Prozent bis 2020 erhöhen und ambitionierte Ziele bis 2030 formulieren“, so Kühn. „Außerdem müssen sie die Reduzierung von Treibhausgasen, den Ausbau von regenerativen Energien und die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz als Gesamtpaket über das Jahr 2020 hinaus vorantreiben.“

Hier ist auch Deutschland gefragt, das mit einer entschlossen vorangetriebenen Energiewende ein weltweit beachtetes klimapolitisches Signal setzen könnte. „Die Glaubwürdigkeit der deutschen und europäischen Klimapolitik steht aber auf dem Spiel. Das deutsche Einknicken bei den EU-Abgasnormen ist nicht dazu angetan, vor allem die noch zögernden Schwellenländer zu überzeugen, eigene ambitionierte Klimaschutzziele zu formulieren und auch umzusetzen“, bemerkt Kühn. Die Bundesregierung muss in Warschau bekannt geben, in welcher Höhe sie Mittel für die Klimafinanzierung für Entwicklungsländer bereitstellt. Von diesen Mitteln müssen mindestens 50 Prozent für Anpassungsmaßnahmen in diesen Ländern vorgesehen sein. 

Eine Vorschau auf den  anstehenden Klimagipfel in Warschau und unsere Erwartungen daran finden Sie in unserem aktuellen Brennpunkt „Warschau 2013: Der Gipfel der Klimasünder“ (http://www.welthungerhilfe.de/brennpunkt-klimagipfel-2013/)

Bei Bedarf steht Ihnen unser Klimaexperte Michael Kühn, auch als Gesprächspartner vor Ort in Polen zur Verfügung.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 7.100 Projekte in 70 Ländern mit 2,52 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Armut.

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