Pressemitteilung

Friedenskonferenz für Syrien

Betroffene vor Ort sind pessimistisch

(23.01.) Die Welthungerhilfe hofft auf einen Minimalkonsens der Konfliktparteien, der eine spürbare Verbesserung der katastrophalen humanitären Lage der Menschen erreicht. „Für die dringende Versorgung der 6,8 Millionen Vertriebenen im Land benötigen wir humanitäre Korridore, damit die Hilfsgüter sicher zu den Betroffenen gelangen. Dies wäre ein erster Erfolg des Treffens“, erklärt Wolfgang Jamann, Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe.

 

Viele Menschen in Syrien, die selbst direkt vom Krieg betroffen sind, setzen wenig Hoffnung auf die seit Mittwoch stattfindende Konferenz zur Zukunft ihres Landes. Die Welthungerhilfe hat bei einer Befragung unter Flüchtlingen und Bewohnern in der Stadt Manbij, in der Provinz Aleppo, überwiegend pessimistische Stimmen gehört. Fast 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie überhaupt keine Ergebnisse erwarten und die Konferenz als nutzlos einstufen.

"Die Menschen hier spüren die Auswirkungen des Krieges jeden Tag: wenn sie als Flüchtlinge in die Stadt kommen, haben sie keine Unterkunft, sie frieren und hungern im Winter und die Kinder können nicht mehr in die Schule gehen. Die Bewohner nehmen Bekannte oder Familienangehörige auf und teilen ihr Einkommen, sodass es auch für sie nicht mehr reicht. Nach knapp drei Jahren Krieg haben sie die Hoffnung aufgegeben, dass die Welt ihnen helfen kann“, beschreibt ein lokaler Mitarbeiter die aktuelle Stimmung vor Ort. Die Provinz Aleppo gehört zu den am stärksten umkämpften Provinzen Syriens.

Die Welthungerhilfe unterstützt seit Dezember 2012 Flüchtlinge innerhalb Syriens mit Nahrungsmitteln, Decken und Matratzen als Winterhilfe sowie Material für provisorische Unterkünfte. Außerdem wurden lokale Bäckereien mit Mehl beliefert und Schulen in Aleppo notdürftig repariert und mit Schulmaterialien ausgestattet. Mehr als 140.000 Menschen in Syrien profitieren von der Unterstützung der Welthungerhilfe und ihrer lokalen Partner.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 7.100 Projekte in 70 Ländern mit 2,52 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Armut.

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