Presseinformationen: Welthunger-Index 2015

Welthunger-Index 2015

Bewaffnete Konflikte bleiben Hungertreiber

(12.10.2015) Weltweit sind schätzungsweise 172 Millionen Menschen von bewaffneten Konflikten betroffen. Der neue Welthunger-Index stellt den engen Zusammenhang zwischen diesen Konflikten und Hunger dar. Gerade die aktuellen Kriege, in denen neben nationalen Armeen und Rebellen auch ethnische Milizen, paramilitärische Verbände, Söldner sowie internationale Streitkräfte beteiligt sind, zeigen dies deutlich. Hilfsorganisationen haben kaum Zugang zu den Betroffenen und eine langfristige Lösung ist schwierig. Länder, in denen noch Krieg herrscht oder erst vor kurzem beendet wurde, weisen die höchsten Hungerwerte auf wie etwa die Zentralafrikanische Republik. 

"Konflikte wie in Syrien, dem Irak oder dem Südsudan sind die größten Hungertreiber", sagt Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe. "Mehr als 80 Prozent der Flüchtlinge weltweit bleiben in ihrer Heimat oder den Nachbarländern. Sie leiden am stärksten unter der Gewalt und der aussichtslosen Situation. Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit müssen sie täglich um Nahrung, Wasser und medizinische Versorgung kämpfen. Nur wenn es  gelingt, die Ursachen der bewaffneten Konflikte wie etwa in Syrien zu beseitigen, werden wir den Hunger langfristig besiegen können."

Hier die digitale Pressemappe zum Download: Dokumente, Grafiken und Bilder

Hungerwerte um 27 Prozent gesunken

Der neue Welthunger-Index 2015 zeigt aber auch positive Entwicklungen. Die Entwicklungsländer haben seit dem Jahr 2000 deutliche Fortschritte bei der Bekämpfung des Hungers gemacht. Insgesamt sind die Index-Werte zur Hungersituation dort um 27 Prozent gesunken. 17 Länder konnten ihren Hungerwert um mindestens 50 Prozent reduzieren darunter Brasilien, Kirgistan, Peru und Kroatien. Auch Länder wie Angola, Äthiopien und Ruanda, die noch vor 20 Jahren blutige Bürgerkriege erlebt haben, zeigen, wie sich die Ernährungslage durch große Anstrengungen verbessern kann.

"Wir sind heute zuversichtlicher denn je, dass wir den Hunger überwinden können, wenn wir uns nicht auf dem Erreichten ausruhen“, sagte Klaus von Grebmer vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungs- und Entwicklungspolitik (IFPRI) in Washington DC. "Wir brauchen innovative Ideen, damit sich alle nachhaltig, ausreichend und ausgewogen ernähren können." 

Der Welthunger-Index erscheint 2015 zum zehnten Mal und erfasst die Hungersituation in 117 Ländern. 

Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe und Dr. Klaus von Grebmer, IFPRI beim Launch des Welthunger-Index 2015 in Berlin.
Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe und Dr. Klaus von Grebmer, IFPRI beim Launch des Welthunger-Index 2015 in Berlin.
Dr. Till Wahnbaeck, Generalsekretär, Bärbel Dieckmann, Präsidentin  der Welthungerhilfe und Dr. Klaus von Grebmer, IFPRI (v.l.n.r.) beim Launch des Welthunger-Index 2015 in Berlin.
Dr. Till Wahnbaeck, Generalsekretär, Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe und Dr. Klaus von Grebmer, IFPRI (v.l.n.r.) beim Launch des Welthunger-Index 2015 in Berlin.

Video: Der Welthunger-Index 2015 - Das steht drin.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 7.733 Projekte in 70 Ländern mit 2,84 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Armut.

Mehr Material und Berichte zum WHI 2015

Interaktive Karte

Die Zahlen des Welthunger-Index 2015

Wo hungern Menschen am meisten? Der Welthunger-Index bringt den Hunger in der Welt auf eine Weltkarte. Schauen Sie sich das an!

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Marc Groß

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Simone Pott

Simone Pott

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In den Medien
Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Diekmann, bei der WHI-Pressekonferenz
Präsidentin der Welthungerhilfe: Bärbel Diekmann
Kooperationspartner
Blogparade: Armed conflict and the challenge of hunger
WHI 2006-2015

10 Jahre Welthunger-Index. Was ist passiert?

Das misst der Welthunger-Index
  1. Anteil der Unterernährten an der Bevölkerung.
  2. Anteil der Kinder unter fünf Jahren, die ausgezehrt sind.
  3. Anteil der Kinder unter fünf Jahren, deren Wachstum verzögert ist.
  4. Anteil der Kinder, die vor ihrem 5. Geburtstag sterben.

Der WHI basiert auf einer 100-Punkte Skala, deren Extremwerte nie erreicht werden.

  • unter 10 Punkte = wenig Hunger
  • über 50 Punkte = gravierender Hunger