Pressemitteilung - Vorstellung Berichts zur Wirklichkeit der Entwicklungspolitik (Shadow Dac) 2015

Deutschland braucht eigene Entwicklungsagenda 2030

Welthungerhilfe und terre des hommes fordern im Zuge der Flüchtlingsdebatte ein Umdenken der Bundesregierung

Till Wahnbaeck, Generalsekretär der Welthungerhilfe, und Albert Recknagel, Vorstand Programme von terre des hommes. © Grabka
Till Wahnbaeck, Generalsekretär der Welthungerhilfe, und Albert Recknagel, Vorstand Programme von terre des hommes. © Grabka
Der 23. kritischer Bericht zur deutschen Entwicklungspolitik wurde in Berlin vorgestellt. © Grabka
Der 23. kritischer Bericht zur deutschen Entwicklungspolitik wurde in Berlin vorgestellt. © Grabka

(12.11.2015, Berlin) Im September hat die internationale Gemeinschaft mit der Agenda 2030 neue Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDG) beschlossen. Dazu gehören nicht nur die endgültige Beseitigung von Hunger und Armut sondern auch ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum mit veränderten Konsum- und Produktionsmustern.

„Die neu formulierten Entwicklungsziele sind erstmals eine gemeinsame Verpflichtung für Industrie- und Entwicklungsländer. Wir brauchen jetzt eine nationale Entwicklungsagenda, mit der wir unserer Verantwortung gerecht werden. Dafür muss die Bundesregierung jetzt klare Mechanismen formulieren, wie sie die Agenda in Deutschland umsetzen will“, sagt Till Wahnbaeck, Generalsekretär der Welthungerhilfe, anlässlich der Vorstellung des diesjährigen Berichts zur Wirklichkeit der Entwicklungspolitik (Shadow Dac).

  • Die Bundesregierung muss sich dafür auf einen konkreten und wirkungsorientierten Maßnahmenkatalog für Deutschland festlegen.

  • Dafür braucht es einen verbindlichen und politisch kohärenten Fahrplan, der aufzeigt, welche Rolle Deutschland bei der Bekämpfung von Konflikten, Flucht, Hunger und Armut, ungebremsten Klimawandel und wachsender sozialer Ungleichheit einnimmt.

  • Der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland und Europa erfordert einen tiefgreifenden Prozess des Wandels im Umgang mit Migration und Integration.

„Wir begrüßen, dass mit der neuen Entwicklungsagenda der Blick auf notwendige Veränderungen auch im eigenen Land gelegt wird. Internationale Verantwortung bedeutet die Verpflichtung zu finanzieller Hilfe für die Bekämpfung von Armut und Hunger, aber auch die Umstellung der Produktions- und Konsummuster in unserem eigenen Land“, sagte Albert Recknagel, Vorstand Programme von terre des hommes. „Für die deutsche Politik bedeutet dies auch, die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen als Langzeitaufgabe zu erkennen, die Deutschland in den nächsten Jahren zu bewältigen haben wird und für die noch weit mehr politische wie auch finanzielle Anstrengungen erforderlich sein werden.“

Der 23. Bericht: Die Wirklichkeit der Entwicklungspolitik 2015 ist eine kritische Bestandsaufnahme der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Weitere Infos unter: www.welthungerhilfe.de/bericht-wirklichkeit-entwicklungspolitik

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 7.733 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 2,84 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Armut.

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Kontakt
Simone Pott

Simone Pott

Leiterin
Kommunikation/ Pressesprecherin

+49 228-2288 132

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23. Bericht von Welthungerhilfe und terre des hommes

Wirklichkeit der Entwicklungspolitik 2015

ODA der DAC-Länder. klick zum Download der Grafik.
ODA der DAC-Länder. klick zum Download der Grafik.

Grafik zur ODA des Ausschusses für Entwicklungshilfe (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
ODA steht für „Official Development Assistance“ und bezeichnet somit die Entwicklungszusammenarbeit, die durch Steuergelder finanziert ist.

ODA für Flüchtlinge in Deutschland. Klick zum Download der Grafik.
ODA für Flüchtlinge in Deutschland. Klick zum Download der Grafik.

Grafik: ODA für Flüchtlinge in Deutschland.