Rohstoffe finanzieren Krieg und Terror


Grafik: Rohstoffe finanzieren Krieg und Terror.

Viele Staaten Afrikas sind mit reichen Bodenschätzen gesegnet – doch der natürliche Reichtum ihres Landes hat die Menschen ins Elend gestürzt. Die Ressourcen werden von ausländischen Firmen und einheimischen Eliten geplündert. Für die Bevölkerung bedeutet das Krieg statt Wohlstand, hoffnungslose Armut statt Zukunftsperspektiven.

 

 

Kämpfe im Kongo

Im Kongo tobt seit vielen Jahren ein blutiger Bürgerkrieg – ohne feste Fronten mit einer unübersichtlichen Vielzahl von in- und ausländischen Kriegsparteien. Allein seit 1997 sind in diesem Krieg über drei Millionen Menschen getötet worden. Einer Analyse der UNO zufolge wird im Kongo vor allem um den Zugang zu Bodenschätzen gekämpft. Mit dem Verkauf von Diamanten, Gold und Coltan, aber auch Uran oder Tropenholz werden Waffen finanziert. Geschäftspartner sind dabei vor allem Firmen mit Sitz in den Industrieländern.

Keine Handys ohne Edelsteine

Die meisten Edelsteine werden über die Diamantenbörse im belgischen Antwerpen abgesetzt. Das Coltan, genauer: Das darin enthaltene Tantal wird für die Produktion leistungsstarker Chips und Kondensatoren gebraucht. Ohne Tantal keine Handys. Mittlerweile werden zahlreiche Söldnertruppen im Kongo mit Schürfrechten in den von ihnen kontrollierten Gebieten bezahlt. Der Krieg ist zum Selbstzweck geworden. Truppen aus Ruanda und Uganda sorgen dafür, dass die beiden Nachbarländer am Coltanhandel kräftig mitverdienen.

 

Durch Schmuggel reich

Auch die jahrelangen Bürgerkriege in Angola und Sierra Leone konnten nur so lange dauern, weil einige Rebellengruppen mit dem Schmuggel von Diamanten genug Geld verdienten, um Waffen und Munition zu beschaffen. Noch zu Beginn des Jahrhunderts erlösten die Rebellen jährlich rund 700 Millionen Dollar aus dem Verkauf sog. Blutdiamanten – und investierten das Geld umgehend in den Krieg. Diese Summe entspricht etwa 10 Prozent des gesamten weltweiten Diamantengeschäfts.

 

Bevölkerung im Nachteil

Der Krieg im Sudan und blutige Menschenrechtsverletzungen in Nigeria haben vor allem mit dem Kampf um die Erdölreserven zu tun. Im Sudan wird (mit kurzen Unterbrechungen) seit 50 Jahren gekämpft. Das Öl wird hauptsächlich nach China, Russland und Malaysia verkauft. In Nigeria haben vor allem die großen Ölkonzerne des Westens investiert. Die Bevölkerung hat in beiden Fällen von den Verkaufserlösen nichts gehabt – im Gegenteil. Sie wird mit Waffengewalt vertrieben, wenn Siedlungen im Weg sind oder die Menschen aufbegehren.
 

(Karl-Albrecht Immel; Stand: Jan/Feb. 2006)

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