Ruanda: So viel kann ländliche Entwicklung bewirken

Mit seinen 11,3 Millionen Einwohnern und damit etwa 400 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Ruanda eines der am dichtesten besiedelten Länder Afrikas. Die Bevölkerung wächst beständig, deshalb werden die bereits knappen Landressourcen immer knapper. Trotz des dynamischen Wirtschaftswachstums der letzten Jahre gehört Ruanda weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt und 90 Prozent der ländlichen Bevölkerung Ruandas ist abhängig von der Landwirtschaft. Der begrenzte Zugang zu fruchtbarem Ackerland, die Erosion der Böden sowie wenig Mittel und fehlendes Knowhow führen zu Engpässen in der Selbstversorgung, Mangel- und Fehlernährung sind alltäglich.
Die Welthungerhilfe ist im Distrikt Huye in der Südprovinz des Landes aktiv. Dort liegt die Bevölkerungsdichte mit bis zu 500 Einwohnern pro Quadratkilometer deutlich höher als im nationalen Durchschnitt. Neben der Landwirtschaft gibt es kaum andere Beschäftigungsmöglichkeiten. Deshalb will die Welthungerhilfe dort die landwirtschaftliche Produktion und deren Weiterverarbeitung verbessern. Dazu werden bisher brachliegende Sumpfgebiete in Talauen für den Reisanbau urbar gemacht und Hangterrassen angelegt. Beide Aktivitäten sollen eine effektivere Nutzung der knappen Ressourcen ermöglichen und und so langfristig die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung steigern.
Erste sichtbare Erfolge
Im Laufe der letzten Jahre konnten durch neue Bewässerungssystemen 900 Hektar Sumpfgebiet für die Kultivierung von Reis erschlossen werden. Weitere Flächen befinden sich derzeit im Bau. Um die Folgen von Bodenerosion zu mindern und die Erträge zusätzlich zu steigern, wurden auf den umliegenden Hügeln Hangterrassen angelegt, die mit neuen und ertragreicheren Feldfrüchten bepflanzt werden. Die Bevölkerung legt zudem Zufahrtsstraßen an, damit die Ernten zu den Märkten transportiert werden können.
Die Nachhaltigkeit der Projekte wird durch die Weiterbildung der Bauern und Bäuerinnen gesichert, sie erfahren wie sie die Anlagen nutzen und unterhalten, sie werden in produktionstechnischen Fragen beraten und beim Aufbau von Organisationsstrukturen unterstützt. Bei allen Maßnahmen achtet die Welthungerhilfe darauf, dass Frauen gleichermaßen beteiligt werden wie Männer. Und so sind die ersten Erfolge sichtbar: Auf den Bewässerungsflächen ernten die Menschen heute vier bis sieben Tonnen Reis pro Hektar; früher wuchsen auf denselben Flächen nur wenige 100 Kilogramm Süßkartoffeln. Damit wird die Ernährung nachhaltig gesichert.
Weiterverarbeitung schafft Einkommen
Nicht nur die Produktion, auch die Weiterverarbeitung und Vermarktung der Ernteerträge sind Bestandteile des Programms. Durch den Bau von Verarbeitungsanlagen wie einer Reismühle, Ölpressen für Avocado, Trocknungs- und Destillierungsanlagen werden langfristige Möglichkeiten zur Steigerung der Einkommen der Menschen geschaffen.
Welthunger-Index 2011: Ruanda
Weitere Informationen
Weitere Informationen über Ruanda
Fachkonzept Ernährungssicherung
Externe Evaluation (nur englisch)
Projektnr.
RWA 1034-10
Projektdauer
Oktober 2011 bis Dezember 2012
Projektorte
Südprovinz, Distrikt Huye
Schwerpunkte
- Infrastrukturentwicklung, Bewirtschaftung und Wartung der Anlagen
- Vermarktung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte
Kofinanzierung
- Niederländische Regierung (EKN)



