Das war "Die Woche 2009"!
Tolle Aktionen mobilisierten deutschlandweit gegen den Hunger

Slideshow zum Frauen-Spezial."Auf die Frauen kommt es an." lautete das Motto der diesjährigen Woche der Welthungerhilfe. Was dahinter steckt, brachte Bundespräsident Horst Köhler, Schirmherr der Welthungerhilfe, in seiner traditionellen Fernsehansprache zur Eröffnung am 11. Oktober 2009 auf den Punkt: "Wer Frauen stärkt, stärkt die gesamte Gesellschaft. Darum ist es gut, dass die Welthungerhilfe sich bei ihrer Arbeit gezielt für Chancengleichheit einsetzt."
In den Entwicklungsländern sind es vor allem Frauen, denen im Kampf um das tägliche Überleben eine entscheidende Rolle zufällt. Dort, wo Frauen schlechter gestellt sind, hungern deutlich mehr Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt auch der diesjährige Welthunger-Index, den die Welthungerhilfe gemeinsam mit dem International Food Policy Research Institute (IFPRI) am 16. Oktober der Öffentlichkeit vorstellte. Anlässlich der Pressekonferenz in Berlin betonte Welthungerhilfe-Präsidentin Bärbel Dieckmann: "Stärkung von Frauen ist ein Schlüssel im Kampf gegen Hunger und Armut, der noch zuwenig beachtet wird".
Eine Woche lang, vom 11. bis zum 18. Oktober, bewiesen zahlreiche Menschen in Deutschland, dass jeder hier und jetzt etwas gegen den Welthunger bewirken kann. Einige der Aktions-Höhepunkte stellen wir Ihnen vor:

Degerloch-Lauf. Laufen für Bildung statt Kinderarbeit
Bei eiskalter Luft und strahlend blauem Himmel gingen am 14. Oktober pünktlich um neun Uhr morgens 1.600 Kinder und Jugendliche an den Start. Tobias Unger, DLV-Top-Sprinter, gab in Stuttgart den Startschuss für die "Degerlocher LebensLäufe 2009". Es ging querfeldein, durch Wiesen, Felder und Wälder, mit roten Kinderwangen und viel sportlichem Ehrgeiz. Die Mädchen aus der 8c des Wilhelm-Gymnasiums begründeten ihren Eifer: "Wir haben vorher einen Film der Welthungerhilfe über Kinder in Indien gesehen. Sie können nicht wie wir zur Schule gehen und müssen arbeiten. Das ist nicht fair. Der Film hat uns angespornt, heute besonders viele Runden zu laufen." Insgesamt liefen die Kids über 8.600 Kilometer. Für jeden gelaufenen Kilometer spendeten Eltern oder Nachbarn eine festgelegte Summe, die in die Aktion "Stopp Kinderarbeit - Schule ist der beste Arbeitsplatz" fließt.
Spannende Diskussion zum Thema Frauen fördern
Der Hamburger Freundeskreis der Welthungerhilfe und das German Institute of Global and Area Studies (GIGA) luden am 15. Oktober zur Diskussionsveranstaltung ein. Das Thema: "Die hungrige Milliarde - Perspektiven zur Überwindung des weltweiten Hungers". Im Fokus stand die Frage, warum die Förderung von Frauen so entscheidend für mehr Ernährungssicherheit ist. Prominente Gäste diskutierten das brisante Thema und stellten sich den spannenden Fragen der über 100 Besucher. Am Ende war eines klar: Wo Frauen im Haushalt und auf Gemeindeebene Einfluss haben und anerkannt sind, sind sie selbst besser ernährt und auch ihre Kinder besser versorgt. Frauenförderung ist daher ein Ausweg aus der weltweiten Hungerkrise!

Saftaktion. Saft und Songs für wirtschaftliche Unabhängigkeit
Am 16. Oktober stellte der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern in Ravensburg eine außergewöhnliche Aktion auf die Beine: Saft und Songs – Entwicklung braucht starke Frauen. Die LandFrauen verkauften auf der Oberschwabenschau literweise regionalen Apfelsaft - der reißenden Absatz fand - und präsentierten ein eigens komponiertes Lied. Drei Chöre stimmten mit kräftigen Stimmen "Frauen vereint ein starkes Band, wir sind die Kraft vom Land" an und bald sangen alle den Refrain mit. Bundesweit schlossen sich zahlreiche Verbände der Saft-Aktion an. Unter dem Motto "LandFrauen für LandFrauen. Ihr Saft ist gefragt" verkaufte sich Liter um Liter für den guten Zweck. Den Auftakt machten die LandFrauen aus Niedersachsen auf dem Schorsenbummel in Hannover. Sie pressten 130 Kilo Äpfel in reiner Hand- und echter Teamarbeit. Die Erlöse der Saftaktion kommen Frauen im ruandischen Base-Kiryango Tal zugute. Sie möchten wirtschaftlich unabhängiger werden, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. Eine Idee ist der Anbau von Ananas und deren Weiterverarbeitung zu Saft.
Volle Büchsen für Kinder und Frauen in Mali
Alle kennen sie. Die Lohrer Hausfrauen und ihre Sammelbüchsen mit dem Logo der Welthungerhilfe sind während der "Woche" ein fester Bestandteil im Straßenbild von Lohr. 2009 ist für die Hausfrauen jedoch ein besonderes Jahr, denn sie sammeln nun seit 25 Jahren für Projekte der Welthungerhilfe. Bärbel Dieckmann reiste nach Lohr und bedankte sich auf der Jubiläumsfeier herzlich für den beharrlichen und unermüdlichen Einsatz der Aktionsgruppe. Die 79-jährige Adele Hauck, Motor der Lohrer Hausfrauen, nahm den Dank bewegt entgegen und überraschte Bärbel Dieckmann im Gegenzug mit einer großzügigen Spende über 50.000 Euro. Das Geld fließt in ein Schulspeisungsprojekt für Nomadenkinder in Mali.
Wir danken allen Beteiligten recht herzlich für die eindrucksvolle Unterstützung und freuen uns auf Ihre Ideen für die Woche der Welthungerhilfe 2010!
Die Woche der Welthungerhilfe 2009
Eröffnung der "Woche": Ansprache des Bundespräsidenten
Die Hilfsprojekte
Indien Projektinformation: Bildung für eine bessere Zukunft in Sarwan
Mehr Informationen
Woche der Welthungerhilfe: Unterstützung der Frauen heißt Entwicklung für alle
Armut ist weiblich: Zahlen, Daten, Fakten
"Auf die Frauen kommt es an" - Die Woche der Welthungerhilfe 2009
