Ingeborg Schäuble beendet ihr Ehrenamt bei der Welthungerhilfe

Besuch in Tadschikistan: Ingeborg Schäuble genießt die Gespräche mit Frauen aus den Projektgebieten. © Ohlenbostel
Besuch in Tadschikistan: Ingeborg Schäuble
genießt die Gespräche mit Frauen aus den
Projektgebieten. © Ohlenbostel
(09.09.2008). Die Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble, wird nicht wieder für das Ehrenamt zu Verfügung stehen. "Zwölf Jahre sind eine lange Zeit, und ich möchte mich jetzt wieder mehr meiner großen Familie und meinen Freunden widmen", erklärt Schäuble ihre Entscheidung. "Es war eine erfolgreiche Zeit, jetzt soll meine Nachfolge neue Ideen und Impulse einbringen."

Die 64 Jahre alte Volkswirtin steht seit zwölf Jahren an der Spitze einer der größten privaten Entwicklungshilfeorganisationen in Deutschland. Unter ihrem Vorsitz hat sich die Organisation maßgeblich weiterentwickelt und neue Standards u. a. in der Transparenz gegenüber den Spendern entwickelt. Die Nachfolge wird im Rahmen der Mitgliederversammlung am 27. November 2008 in Berlin gewählt.

Unaufdringlich aber hartnäckig wirbt die Mutter von vier Kindern um Spenden und Unterstützung für ihre Organisation. Sie versteht sich als Akteurin, die lieber im Hintergrund wirkt, als im Rampenlicht steht – dort kämpft sie aber umso erfolgreicher für ihre Vision: eine Welt ohne Hunger und Armut, in der Menschen ihr Leben aus eigener Kraft gestalten können. Dafür setzt sie sich auch politisch ein. Sie kritisiert die Korruption in den Entwicklungsländern und fordert die reichen Länder auf, ihre Verantwortung gegenüber dem Süden wahrzunehmen.

1996 übernahm Schäuble den Vorsitz der Welthungerhilfe zunächst mit der Aussicht, "lediglich ein paar Termine" im Jahr wahrzunehmen. Mittlerweile absolviert sie jährlich etwa 50 öffentliche Auftritte. Auf den Weihnachtsbasaren der Aktionsgruppen ist sie ebenso bekannt wie bei hochrangig besetzten politischen Podiumsdiskussionen.

Ein wichtiger Grundstein ihres Engagements sind die zahlreichen Reisen in die Projekte der Welthungerhilfe, um sich direkt vor Ort über die Lebenssituation der Menschen zu erkundigen. "Die Gespräche mit den Frauen in den Dörfern, ob in Afrika, Asien oder Lateinamerika, haben mir immer wieder Mut gemacht, dass wir etwas verbessern und verändern können", zieht Schäuble Bilanz. Auf mehr als 20 Reisen in 26 Länder hat sie weder körperliche Risiken noch schwierige Sicherheitslagen in Krisengebieten wie etwa Afghanistan oder Sudan gescheut. Für ihren Einsatz wurde ihr im März 2005 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Das Gesellschaftsmagazin "Bunte" wählte sie 2006 zur "Frau des Jahres".

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