Sierra Leone: Kaffee- und Kakaobauern unterstützen

Kakao und Kaffee zählen traditionell zu den wichtigsten Exportprodukten in Sierra Leone. Die Produktion erfolgt überwiegend in kleinbäuerlichen Betrieben. Während des Bürgerkriegs 1992 bis 2002 mussten viele Farmer ihre Dörfer verlassen. Das Land lag mehrere Jahre brach. Nach dem Krieg versuchten die Zurückgekehrten wieder den Einstieg in den Kakao- und Kaffeeanbau. Der Erfolg blieb allerdings nur mäßig. Zudem führte die geringe Qualität der Ernte zu einem Verkaufspreis, der weit unterhalb des Weltmarktniveaus lag.
Dabei hat die Kakao- und Kaffeeproduktion in Sierra Leone eigentlich ein vielversprechendes Potenzial: Die Weltmarktpreise steigen und die Märkte für fair gehandelten Biokakao wachsen stetig. Wie lassen sich vor diesem Hintergrund die niedrigen Produzentenpreise in Sierra Leone erklären? Zu den Hauptursachen zählt die fehlende Klassifizierung der Qualität. Die Ernte wird von den Kleinbauern und den Aufkäufern gesammelt und verkauft, ohne dass die Ware in Qualitätsstufen eingruppiert wird.

Daniel und Ibrahim Kaitongay
mit frisch geernteten Früchten
© Desmarowitz/agendaSo hilft die Welthungerhilfe - Projektbeispiel
Die Welthungerhilfe unterstützt 3.000 Kleinbauern im Osten von Sierra Leone dabei, mehr und qualitativ höherwertigen Kakao herzustellen. Durch eine Fairtrade- und Biozertifizierung sollen die Produkte höhere Preise auf dem Weltmarkt erzielen. Die Hilfsorganisation fördert zudem die Entstehung von kleinbäuerlichen Organisationen wie Selbsthilfegruppen, Vereinigungen und Kooperativen. Insbesondere Frauen und Jugendliche sollen an den Maßnahmen des Projekts teilnehmen. Unterstützung erhalten die Projektmitarbeiter durch die holländische Stiftung Agro Eco.
Die hauptsächlichen Projektziele der Welthungerhilfe:
- Verbesserung des Lebensstandards von 3.000 kleinbäuerlichen Haushalten
- Steigerung der Produktion von Kakao und Kaffee
- Verbesserung der Qualität
- Verbesserung der Vermarktung
- Stärkung der kleinbäuerlichen Organisationen

Offene Kakaofrucht.
© Desmarowitz/agendaDie Dorfbewohner beteiligen sich aktiv an der Planung, Durchführung und dem Monitoring der Projektaktivitäten. Für einzelne Maßnahmen stellen sie Arbeitskräfte und lokal verfügbare Materialien zur Verfügung.
Die Welthungerhilfe war bereits vor dem Bürgerkrieg von 1983 bis 1997 in Sierra Leone tätig. Aufgrund der Kriegswirren war die Hilfsorganisation gezwungen, das Land aus Sicherheitsgründen zu verlassen. Seit 2004 ist die Welthungerhilfe wieder im Land aktiv und hilft den Menschen im Osten und Südosten des Landes in den Distrikten Bo und Kenema.
Welthunger-Index 2009: Sierra Leone
Mehr zum Welthunger-Index 2009
Weitere Informationen
Bildergalerie: Vom Setzling zur Bohne. Kakaoproduktion in Sierra Leone
Themen-Spezial: Konflikte & Katastrophen - Der Kreislauf von Hunger und Krieg
Projektnummer
- SLE 1010
Projektdauer
- 01. September 2007 bis 31. Dezember 2010
Projektort
- Distrikt Kenema
- Distrikt Kailahun
- Distrikt Kono
Schwerpunkt
- Unterstützung kleinbäuerlicher Kakao- und Kaffeeplanzungen

