Sierra Leone: Ein Nationalpark entsteht

Im Regenwald leben ohne seine natürlichen Ressourcen zu zerstören – wie lebenswichtig das ist, ist den Bewohnern des Waldes auf der Halbinsel Western Area Penisula (WAPFOR)  im Westens Sierra Leones bewusst geworden.  Der Waldgebiet, das die Hauptstadt Freetown umgibt, wurde Anfang 2012  von der Regierung als Nationalpark eingestuft. Mit dieser Erklärung wird die Bedeutung des Waldgebietes und die Dringlichkeit es zu bewahren, offiziell anerkannt: Die Insel beheimatet 90 Prozent der Tier- und Pflanzenarten Sierra Leones und ist für die biologische Vielfalt des Landes von unschätzbarem Wert. Zugleich ist sie Frischluftlieferant und grüne Lunge für die angrenzende Metropole Freetown.

 

Der Western Area Peninsula National Park wird bewohnt von rund 50.000 Menschen, die in 30 Dörfern leben. Es sind ehemalige Flüchtlinge, die in den Jahren 1992 bis 2002 während des Bürgerkrieges hierher geflüchtet sind. Sie leben vornehmlich von der Fischerei und der Landwirtschaft. Bis vor wenigen Jahren bezogen sie Brennholz, dass sie zum Räuchern ihrer Fische und für den Haushalt benötigen, indem sie illegal Bäume abholzten. Um landwirtschaftliche Anbauflächen zu gewinnen, brannten sie außerdem große Waldflächen einfach ab. Durch diesen Raubbau an der Natur drohten sie ihrer Existenz die Grundlage zu entziehen und ihren Lebensraum zu zerstören.

 

Schützenswertes Waldgebiet

Forest Guards wachen über den Wald.
Forest Guards wachen über den Wald.

Die Welthungerhilfe und ihre Partnerorganisation Environmental Forum for Action (ENFORAC) unterstützen die Bewohner der Western Area Penisula seit 2008 dabei, neue Einkommensquellen zu erschließen und die natürlichen Ressourcen zu schützen. Die Erfolge der Zusammenarbeit sind heute nicht mehr zu übersehen. Gemeinsam mit den Waldbewohnern hat die Welthungerhilfe die Grenzen des Waldgebietes neu gezogen.  Die neuen Markierungen geben nun Aufschluss darüber, über welche Fläche sich das Waldgebiet erstreckt, welche Teile besonders schützenswert sind, an welchen Stellen wieder aufgeforstet werden muss und wo Ackerbau betrieben werden kann.

 

In Schulungen wurden die Menschen aufgeklärt, wie lebenswichtig der Wald für ihr eigenes Überleben ist: Die Bäume fangen Extremwetterereignisse wie Starkregen und Stürme ab, ihr Wurzelwerk wirkt  Erosion und Erdrutschen entgegen, Flüsse und Seen innerhalb des Waldgebietes sind Trinkwasserlieferanten. In Abstimmung mit den Bewohnern, den Gemeindevorständen und der Regierung hat die Welthungerhilfe Regeln festgelegt, wie der Wald in Zukunft zu schützen ist: Innerhalb der markierten Grenzen wird der Baumbestand gepflegt und geschützt, an den Waldrändern darf nachhaltige Forstwirtschaft betrieben werden. Darüber, dass die Regeln eingehalten werden, wachen 42 Forest Guards. Die Nationalparkwächter wurden im Waldschutz geschult und kontrollieren das Gebiet von verschiedenen Stützpunkten aus.

 

Feuerholz zum Kochen und zum Räuchern von Fisch

In energiesparenden Brennöfen wird Fisch geräuchert.
In energiesparenden Brennöfen wird Fisch geräuchert.

In Plantagen werden schnell wachsende Bäume und Büsche zur Feuerholzgewinnung gepflanzt. Aus diesen Plantagen beziehen die Menschen ihr Feuerholz zum Kochen und Fisch räuchern. Aus dem Holz, das nicht verfeuert wird, werden Produkte aus Holz gefertigt. Mit der großen Stadt Freetown in unmittelbarer Nähe ist liegt ein Absatzmarkt für nachhaltige Naturprodukte direkt vor der Haustür. Um den Feuerholzverbrauch im Waldgebiet möglich gering zu halten, verwenden erste Haushalte und Fischer holzsparende Räucheröfen. In den kommenden Monaten plant die Welthungerhilfe gemeinsam mit der Bevölkerung weitere 100 derartige Öfen zu bauen.

Euro

Letzte Änderung an dieser Seite: 04.05.2012
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