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Upcycling in Sierra Leone

Müll in Sierra Leone: Neue Jobs durch Upcycling-Projekt

In Bo gibt es jetzt eine Müllabfuhr, die Einkommen schafft, die Umwelt sauber hält und Kreativität fördert.

Bo City versank einst im Müll. Die 240.000-Einwohner-Stadt in Sierra Leone war den Auswirkungen der Verstädterung nicht gewachsen. An den Straßenrändern wuchsen Ansammlungen aus Plastiktüten, Dosen und Essensresten zu Müllbergen heran. Wilde Mülldeponien schossen an vielen Ecken der Stadt aus dem Boden. Die Menschen wussten nicht mehr, wohin mit ihrem Abfall.

Heute trägt Bo den Titel als sauberste Stadt Sierra Leones. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sagte die Welthungerhilfe dem Müll den Kampf an: Im Rahmen der Initiative „Klin Bo Services“ bildeten sie 60 Jugendliche zu Müllsammlern aus. Die Azubis erfahren hier, wie Müll getrennt und an welchen Stellen er gesammelt werden muss.

Mit dem Roller in entlegene Stadtteile

Für ihre Arbeit werden die Müllsammler mit motorisierten Dreirädern ausgestattet. Per Roller geht`s dann los auf Tour – entlang der Hauptstraßen bis hin in entlegene Stadteile, wo die Müllabfuhr nicht hinkommt. Die Müllsammler suchen jeden Bewohner auf, der sich bei der Initiative meldet: Wer sich einmal angemeldet hat, kann seinen Müll regelmäßig gegen eine kleine Gebühr abholen lassen.

Entsorgt wird der Abfall dann in speziellen Sammelstellen. Ein gutes Geschäft für beide Seiten: Die Kunden werden ihren Müll los, die Jugendlichen, die für „Klin Bo Services“ tätig sind, entgehen der weit verbreiteten Arbeitslosigkeit und verdienen eigenes Geld.

Weg mit dem Dreck - 60 junge Müllpioniere sammeln Müll von Anwohnern und auf öffentlichen Straßen. @ Brockmann
Weg mit dem Dreck - 60 junge Müllpioniere sammeln Müll von Anwohnern und auf öffentlichen Straßen. @ Brockmann
Waste General Alfred Muana schmilzt alte Dosen ein und macht daraus neue Töpfe. @ Brockmann
Waste General Alfred Muana schmilzt alte Dosen ein und macht daraus neue Töpfe. @ Brockmann
Upcycling: Francis Gdondo macht bunte Taschen aus alten Verpackungen. @ Brockmann
Upcycling: Francis Gdondo macht bunte Taschen aus alten Verpackungen. @ Brockmann
Alice und Charles machen Bio-Dünger aus Restmüll. @ Brockmann
Noch eine Verwertungsmöglichkeit: Alice und Charles machen Bio-Dünger aus Restmüll. @ Brockmann

Verwertbares wird weiterverarbeitet

Doch nicht der gesamte Müll landet in Deponien. Alles, was noch verwertbar ist, wird weiterverarbeitet. In von der Welthungerhilfe unterstützten Werkstätten werden aus Plastiktüten Handtaschen, aus Aluminiumdosen Töpfe, Kleiderbügel oder Aschenbecher. Biomüll wird als Kompost angesetzt.

Kreative Wertschöpfung aus alten Dingen - ein Erfolgskonzept für viele Menschen in Bo.

Die Hilfsmaßnahmen werden finanziell unterstützt vom Department for International Development (UK).

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