Cholera in Simbabwe: "Die Menschen sind völlig überfordert"

Eine Frau schöpft Wasser aus einem kleinen Bach - der Kreislauf der Cholera-Epidemie setzt sich so immer weiter fort. © WHH
Eine Frau schöpft Wasser aus einem kleinen
Bach - der Kreislauf der Cholera-Epidemie
setzt sich so immer weiter fort. © WHH
(19.01.2009). Die Ansteckungs- und Sterberaten in Simbabwe bleiben unverändert hoch. Täglich werden neue Cholerafälle gemeldet. Momentan liegt die offizielle Zahl der Erkrankten bei über 42.000, mehr als 2.200 Menschen starben bisher an der Epidemie. Dadurch, dass sich die Situation schon seit Monaten nicht entspannt, fehlt es zunehmend an Hilfskräften in anderen Gesundheitsbereichen. "Das reißt Lücken auf: Zum Beispiel wird gemeldet, dass die Müttersterblichkeit stark angestiegen ist", berichtet Peter Hinn, Mitarbeiter der Welthungerhilfe in Simbabwe.

 

Unterbezahltes Personal - viele Abwanderungen

Eine zusätzliche Belastung stellt die Abwanderung des Gesundheitspersonals dar. Und diejenigen, die bleiben, fordern durch Streikaktivitäten höhere Gehälter ein. "Auch wenn es furchtbar klingt, dass das dringend benötigte Krankenpersonal streikt – aber mit der extremen Belastung bei dem viel zu geringen Lohn können selbst die Helfer kaum überleben", kommentiert Hinn.

Zudem ist die Regenzeit im Land im vollen Gange. Tägliche Niederschläge forcieren die weitere Ausbreitung der Infektionskrankheit. "Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir durch die Choleraproblematik nicht den Blick auf die anderen gravierenden Probleme verlieren, die in Simbabwe einen Großteil der Bevölkerung in die Armut getrieben hat“, mahnt Hinn.

Welthungerhilfe hilft bei der Erstversorung

Um auch den nicht so schwer erkrankten Menschen besser helfen zu können und zu einer Entlastung der Behandlungszentren beizutragen, wird die Welthungerhilfe in deren Umfeld Diagnose- und Erstversorgungsstellen, sogenannte "Oral Rehydratation Solution-Punkte (ORS)", einrichten. In diesen Verteilungsstellen können sich ca. 160.000 Menschen mit Durchfallerkrankungen untersuchen lassen. Im Falle einer leichten Erkrankung werden sie direkt dort behandelt. Die Patienten erhalten eine Trinklösung, die aus Traubenzucker und Kochsalz sowie anderen Elektrolyten besteht. Schwere Fälle werden umgehend an das nächstgelegene Cholerazentrum überwiesen.

Die ORS-Punkte sind vorerst für den Zeitraum Anfang Februar bis Ende April 2009 vorgesehen, in Abhängigkeit von der Lage in Simbabwe. Bereits seit Juli 2008 versorgt die Welthungerhilfe mit anderen Organisationen im gesamten Norden von Cholera betroffene Gemeinden mit sauberem Trinkwasser, meldet Cholera-Fälle und kümmert sich um die betroffenen Menschen. Im Dezember 2008 wurden die Hilfstätigkeiten weiter ausgeweitet.

 

Wir bitten dringend um Spenden für die Cholera-Opfer:

Sparkasse KölnBonn
Welthungerhilfe-Kontonummer1115
BLZ 370 501 98
Stichwort: Nothilfe

 

© Copyright 2011 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontaktDatenschutz