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Simbabwe - Nachhaltige Landwirtschaft

Nachhaltige Landwirtschaft sichert Ernährung und Einkommen

Wie wir Kleinbauern in Simbabwe zum Neustart verhelfen

Simbabwe war lange die Kornkammer Afrikas. Doch das Binnenland mit einst blühender Landwirtschaft, reichen Bodenschätzen und touristischen Highlights wie den Victoria-Fällen steckt seit Jahren in einer wirtschaftlichen Krise. Das Land kann seine Bewohner nicht mehr mit Grundnahrungsmitteln versorgen - ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren leidet unter chronischer Mangelernährung. Die Welthungerhilfe startete daher ein umfassendes Ernährungssicherungsprogramm.

Die Bauern George Moyo und Dumisani Mpofu werden mit Samen, Dünger und dem Know-How für den Anbau unterstützt.
Die Bauern George Moyo (li.) und Dumisani Mpofu (re.) werden mit Samen, Dünger und dem Know-How für den Anbau unterstützt. © Nutz
Der Mais in Gokwe wächst höher als je zuvor; die Erträge sind deutlich größer als noch vor ein paar Jahren.
Der Mais in Gokwe wächst höher als je zuvor; die Erträge sind deutlich größer als noch vor ein paar Jahren. © Nutz
Schüler der Mapai Primary School erhalten gerade Hygiene-Unterricht. Die Lehrerin Muzanda wurde von der Welthungerhilfe ausgebildet.
Schüler der Mapai Primary School erhalten gerade Hygiene-Unterricht. Die Lehrerin Muzanda wurde von der Welthungerhilfe ausgebildet. © Nutz
Gute Ernte in Gokwe. Die Lagerung der Ernte ist nun kein Problem mehr.
Gute Ernte in Gokwe. Die Lagerung der Ernte ist nun kein Problem mehr. © Nutz
Bäuerin Lucy Marimirofa, 53 Jahre, sie ist Projekt-Partnerin der ersten Stunde.
Bäuerin Lucy Marimirofa, 53 Jahre, sie ist Projekt-Partnerin der ersten Stunde. © Nutz

Geringe Ernten und kaum gesunde Ernährung - trotz fruchtbarer Böden

Fährt man durch den Westen Simbabwes, fällt auf, wie grün und üppig die Vegetation ist. Doch auf den Feldern sieht es nicht so vielfältig aus. Üblicherweise bauen die Bauernfamilien nur eine Feldpflanze, wie Mais oder Hirse, an. Diese Abhängigkeit wird für sie dann problematisch, wenn die Ernte durch ausbleibende Regenfälle, Dürren oder Insektenplagen in Folge des Klimawandels geringer oder ganz ausfällt. Vielen Kleinbauern fehlt es an Wissen und Erfahrung, um effektivere und klimaangepasste Anbaumethoden anzuwenden. Sie haben kaum Zugang zu Infrastruktur, neuen Geräten oder Techniken und auch nicht zu Krediten, um zum Beispiel in qualitativ hochwertiges Saatgut zu investieren.

Die kleinbäuerliche Landwirtschaft wurde von staatlicher Seite jahrelang vernachlässigt. Die Agrarproduktion, früher wichtiger Devisenbringer, ging unter der autoritären Regierung Robert Mugabes enorm zurück. Etliche Farmer hatten auf den Tabakanbau gesetzt und die Getreideproduktion aufgegeben. Im Zuge der Landreform Ende der 90er Jahre wurden außerdem viele Großfarmer enteignet, Äckerflächen neu verteilt. Tausende von Landarbeitern verloren ihre Arbeit oder wurden vertrieben. Fruchtbare Nutzflächen lagen lange Zeit brach. Arbeitslosigkeit und Ernährungsunsicherheit prägen seitdem den Alltag der Menschen.

Wir unterstützen Kleinbauern auf dem Weg in eine nachhaltige Landwirtschaft

Im Westen Simbabwes, im Distrikt Gokwe, südwestlich der Hauptstadt Harare lebt die Mehrheit der Bevölkerung von dem, was sie auf den Feldern anbaut oder was sie auf den Baumwollplantagen verdient. Ihr Leben ist hart und ihre Ernährung kaum gesichert. Mehr als 40 Prozent der Kleinkinder in der Region nehmen nicht genügend Vitamine und Mikronährstoffe zu sich – sie sind chronisch mangelernährt und dadurch stark anfällig gegenüber Krankheiten. Jede dritte Frau leidet unter starkem Eisenmangel und Blutarmut – schuld daran sind die einseitige Ernährung und klimatisch bedingte Ernteausfälle. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner Agricultural Partnerships Trust unterstützen wir Kleinbauern in Gokwe bei einem Neustart. Wir fördern sie auf verschiedenen Ebenen:

  • Neues Wissen und Techniken: Weiterbildung für Kleinbauern
    Wir schulen die Menschen in modernen Anbaumethoden, die die Böden schonen und dennoch höhere Erträge erzielen. Mithilfe von natürlichen Düngemitteln und ökologischem Pflanzenschutz werden nicht nur die Erträge erhöht, sondern auch die Umwelt langfristig geschützt.

  • Ernährung sichern durch Umstellung des Anbaus
    Kleinbauern lernen in den Trainings auch dürreresistente Feldfrüchte kennen. Nun wachsen neben Mais und Hirse auch klimatisch angepasste Gemüsesorten und verschiedene Gartenpflanzen wie Süßkartoffeln, Erdnüsse, Tomaten, Zwiebeln oder Moringa auf ihren Feldern. So kann fast das ganze Jahr über geerntet werden!

  • Hühnerzucht
    Die zuverlässigsten Kleinbauernfamilien erhalten Trainings, Unterstützung im Gehegebau sowie Küken für den Start einer Hühnerzucht. Die Tiere bereichern die Ernährung, bringen Einkommen und damit Sicherheit - besonders in Zeiten von Dürre und drohenden Ernteausfällen.

  • Vielfalt auf dem Feld gegen Mangelernährung
    Eine solche Vielfalt ermöglicht auch eine gesündere Ernährung. Neben Maisbrei landen nun auch frische Gemüsesorten auf den Tellern und damit auch mehr Vitamine und Mineralstoffen. Damit sich die Gesundheit der Dorfbewohner nachhaltig verbessert, entstehen Gemeinde-Gesundheitsclubs. Hier erfahren sie Neues über gesunde Ernährung.

  • Saatgut und Vorräte sicher lagern - für eine gemeinsame Zukunft
    Eine wichtige Rolle spielt auch die Lagerung der Ernte. „Früher gab es häufig einen Wettlauf mit Ratten und Mäusen um die Vorräte“, erinnert sich Bäuerin Lucy Marimirofa. Inzwischen schützen spezielle Getreidelager vor den Nagern. Ernte wird dort gemeinsam gelagert und verwaltet. Dabei wird genau festgehalten, wer wie viel und in welcher Qualität „einzahlt“ und wann welche Mengen ausgegeben werden. So haben alle Familien auch für die nächste Aussaat genügend Saatgut und können Notlagen besser meistern.

  • Gemeinsame Vermarktung und Kleinstunternehmen fördern
    Dass die Bauern sich in Gruppen zusammenschließen, hat auch bei der Vermarktung viele Vorteile: Sie erzielen bessere Preise für Mais, Chili oder Erbsen auf dem Markt und haben leichteren Zugang zu Krediten, die sie über gemeinsame Spareinlagen finanzieren.

Aufgeschlossen Neuem gegenüber geht es in Gokwe in die Zukunft. Durch die besseren Ernten erzielen die Bauern Überschüsse zum Verkauf auf dem Markt und damit mehr Einkommen. Wir planen weitere Schulungen und werden die Menschen bei der Anschaffung von Geräten und Materialien sowie bei Gründung von Kleinstunternehmen unterstützen, damit sie ihre Erträge weiterverarbeiten und überregional anbieten können.

Die Hilfsmaßnahmen werden finanziell unterstützt von der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen/ Food and Agricultural Organization of the United Nations) und von dem Department for International Development (DfID).

Aktuelle Berichte zum Projekt
Lucy aus Simbabwe

Lucy aus Simbabwe

Eine Bäuerin mit Erfolg und Leidenschaft

Erfahren Sie, wie aus der 53jährigen Buchhalterin Lucy eine Kleinbäuerin aus Leidenschaft wurde und was dies mit Saatgutbanken zu tun hat.

In Simbabwe z.B. schult die Welthungerhilfe Bauern in modernen Anbaumethoden. Mit 70 € erhält eine Familie ein hochwertiges Ackerbaugerät.
Scharfes Zeug: Neuanfang mit Chili in Simbabwe
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In Äthiopien droht die schwerste Dürre seit 30 Jahren. Eine Ursache: El Niño (Februar 2016)