Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen

Ausbildungsprogramm "Skill up!"

Perspektiven schaffen für junge Menschen in Entwicklungsländern


Lillian hatte weder eine unbeschwerte Teenagerzeit noch einen leichten Start ins Berufsleben. Als sie elf Jahre alt war, starben ihre Eltern an AIDS. Es kostete sie viel Kraft, doch sie ging weiter zur Schule und machte ihren Abschluss. Danach zog sie aus ihrem Dorf im Westen Kenias zu ihrer Tante nach Nairobi, um Arbeit zu finden – jedoch ohne Erfolg. Als sie schwanger wurde und ihr Freund sie verließ, wusste sie nicht mehr weiter – bis sie von einem Ausbildungsprogramm für benachteiligte Jugendliche hörte. 

Ausbildung als Schlüssel für Entwicklung

Lillian nahm am Ausbildungsprogramm "Skilll up!" teil, welches die Welthungerhilfe mit lokalen Partnern in mehreren Entwicklungsländern anbietet. Heute ist sie Elektrikerin, steht auf eigenen Füßen und blickt zuversichtlich in die Zukunft. 

Weltweit sind laut Internationaler Arbeitsorganisation 71 Millionen Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos. Allein in Afrika werden bis 2030 mindestens 150 Millionen junge Frauen und Männer auf den Arbeitsmarkt drängen. Die Ausbildung von Jugendlichen und der Aufbau von Arbeitsmärkten in Armutsregionen sind eine dringliche Herausforderung als Schlüssel für Entwicklung, Wirtschaftswachstum und den Weg aus Hunger und Armut. Das ist der Ansatzpunkt für das länderübergreifende Programm "Skill up!", das von der Welthungerhilfe durchgeführt und und über eine großzügige Spende der Familie Bauer finanziert wird. 

Auch im Südwesten Ugandas erlernen junge Menschen wie Moses Kugonza neues Wissen oder geben es weiter wie Christine Namara. Über ihre Erfahrungen mit "Skill up!" berichten die beiden im Video: 

Gut für die Wirtschaft – und das Selbstbewusstsein 

"Skill up!" bietet Jugendlichen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe die Chance, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Es setzt auf Ausbildungsmodule, die an die einheimischen Bedingungen angepasst sind, sowie auf den Aufbau von Ausbildungsstätten, damit die Programme langfristig allein laufen können.

In diesen Ländern laufen "Skill up!"-Projekte:

  • Kenia: Etwa 1.500 junge Menschen erhalten Trainings im Rahmen von Workshops und in Privatbetrieben. Es werden Schulungen im Bereich KFZ-Mechanik, Elektrotechnik, Gastronomie, Frisörhandwerk, ICT-Information and Communication Technology und Landwirtschaft angeboten.
  • Sierra Leone: 1.600 Auszubildende erhalten Schulungen in technischen und Entrepreneurs-Fähigkeiten. Mobile Trainingsteams organisieren bedarfsorientierte Kurse z.B. in Solarenergie, Müllerverwertung, Bewässerung und Landwirtschaft.
  • Tadschikistan: Ziel ist die Vermittlung von handwerklichen, kaufmännischen und Entrepreneurs-Fähigkeiten. Ca. 1.500 junge Erwachsene erhalten hier eine dreimonatige Ausbildung und werden auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt.
  • Uganda: Das Training von ca. 200 Auszubildenden erfolgt in 17 handwerklichen Betrieben sowie Unterricht auf dem Campus in Selbstmanagement und kaufmännischen Skills. Mehr erfahren.
  • Indien: In den "Green Colleges" berät und unterstützt die Welthungerhilfe Kleinbauern im Rahmen von Schulungen mit dem Fokus auf nachhaltiger Landwirtschaft, verbessert den Zugang zu neuen Technologien, Markt und Finanzinstitutionen.

Neben Fachwissen und praktischen Kompetenzen gewinnen die jungen Teilnehmer auch an Selbstbewusstsein und mentaler Starke. "Allen jungen Müttern da draußen, die nicht wissen, wie es weitergehen soll, und die hoffnungslos sind, soll meine Geschichte Mut machen und vielleicht die Augen öffnen," sagt Lillian heute.

Über "Skill up!"
Skill up!-Logo

"Skill up!" ist das Ausbildungsprogramm der Welthungerhilfe und ihrer lokalen Partner für benachteiligte Jugendliche in Entwicklungsländern. 

Kontakt
Kerstin Bandsom

Kerstin Bandsom

Informationsstelle

+49 228-22 88 127

Downloads

Brennpunkt: Handlungs-empfehlungen an G20, EU und afrikan. Regierungen:

Jugend sucht Zukunft

Elektrikerin Lillian bei der Arbeit
"Training changed my attitude"

Aus den Projekten

Lillian aus Kenia

Lillian, Kenia

Lillian Ondiso Haggai, Waise und alleinstehende junge Mutter hat den Elektriker-Kurs an der Bildungseinrichtung Watoto wa Lwanga in Kenia abgeschlossen. Mit Unterstützung der Welthungerhilfe werden hier an die Bedürfnisse das kenianischen Arbeitsmarktes ausgerichtete Ausbildungsgänge angeboten, die benachteiligte und gefährdete Jugendliche auffangen. Sie bekommen so die Chance, auf eigenen Füßen zu stehen. „Ich war das einzige Mädchen in der Klasse, aber das hat mich nicht davon abgehalten, die beste zu sein“, berichtet Lillian stolz.

Moses Kugonza aus Uganda

Moses, Uganda

Der Campus Amaani Rwenzori im Südwesten Ugandas ist eine Zukunftsschmiede: 67 junge Frauen und Männer haben hier bereits im Rahmen von "Skill up!" eine Ausbildung absolviert, zum Beispiel zum Tischler, Mechaniker oder zur Friseurin. Einer von ihnen ist Moses Kugonza. Mit 21 Jahren hat er eine eigene Motorradwerkstatt und einen ersten Angestellten. Der junge Ugander weiß: „Die größte Herausforderung für ländliche Gemeinden in meinem Land ist der Mangel an Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten.“

Christine, Uganda

Christine Namara ist Trainerin im Rahmen des "Skill up!"-Programms. Die gelernte Friseurin ist Mitarbeiterin der Welthungerhilfe und Leiterin des Schönheitssalons in Amaani Rwenzori. Nicht nur in Uganda gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter: zusammen mit Moses besucht sie die BMZ-Konferenz über ländliche Entwicklung und Jugendarbeitslosigkeit in Berlin. Dort möchten die beiden jungen Ugander mit der Bundesregierung über ihre Erfahrungen sprechen. Ihre Botschaft: die größten Chancen für junge Menschen auf dem Land liegen in der Förderung ihrer eigenen Ideen und Vorhaben.

Raheem Kagbendi und Samuka Jaward aus Bo, Sierra Leone

Raheem und Samuka, Sierra Leone

Knapp 500 Azubis und Jungunternehmer profitieren in Sierra Leone bereits von "Skill up!". Raheem Kagbendi und Samuka Jaward sind zwei von ihnen. Die jungen Männer hatten die Idee, aus Sägemehl und Tischlerabfällen Holzkohlebriketts mit hohem Brennwert herzustellen. Die Initiative gliedert sich in das Großprojekt Waste Management Bo City ein, welches das Müllproblem der 200.000-Einwohner-Stadt lösen will. Dabei sind bereits jede Menge pfiffige Geschäftsideen rund ums Recycling entstanden.

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