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Hilfe für Opfer sexueller Gewalt

In Mutter-Kind-Häusern im Süden Somalias finden Betroffene Schutz und Beratung

Nach erfolgreicher Zusammenarbeit ist das Projekt abschlossen und wird nicht mehr weiter finanziert.

Die elf Jahre alte Hajiva Mohamed aus Mogadischu. © Moore
Die elf Jahre alte Hajiva Mohamed aus Mogadischu. © Moore

Seit 2012 ist in Somalia eine neue Regierung an der Macht. Die Menschen im Land sind erschöpft von jahrzehntelangen  Bürgerkriegen und der gerade überwundenen großen Dürre am Horn von Afrika mit 258.000 Toten.

Auf der Flucht vor Kämpfen und auf der Suche nach Nahrung und Schutz sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Flüchtlinge in die Regionen Banadir und Gedo im Süden Somalias gekommen. Viele von ihnen haben weite Wege zurückgelegt, sind krank und ausgezehrt. Besonders die Kinder sind unterernährt. In Flüchtlingslagern und Wohnungen leben die Menschen auf engstem Raum zusammen. Es gibt kaum Rückzugsorte für die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft: Sexuelle und gewalttätige Übergriffe auf Frauen und Kinder kommen täglich vor.

Anstatt dass ihnen beigestanden wird, werden die Frauen und Kinder ignoriert oder – schlimmer noch - verachtet. Frauen werden aus ihren Familien verstoßen, manchmal sogar gezwungen, die Gemeinde zu verlassen. Eine Arbeit zu finden, die helfen könnte, wenigstens die Existenz zu sichern, ist für die Geächteten schwierig.

Verachtet und aus der Familie verstoßen

Im Mutter-Kind-Haus finden die Opfer sexueller und körperlicher Gewalt Schutz und Beratung.
Im Mutter-Kind-Haus finden die Opfer sexueller und körperlicher Gewalt Schutz und Beratung.

Gemeinsam mit ihrer Alliance 2015-Partnerorganisation CESVI unterstützt die Welthungerhilfe die Betroffenen dabei, ihre Traumata aufzuarbeiten. In den Regionen Banadir und Gedo werden derzeit 90.000 Frauen und Kinder betreut. Damit sie geschützt und intensiv betreut werden können, wurden drei Mutter-Kind-Häuser und drei Safe Space Center aufgebaut.

Die Safe Space Center dienen als Rückzugs- und Erholungsort und bieten Schutz vor weiteren Gewalttaten. Sozialarbeiter beraten hier die Opfer und betreuen Kinder, deren Mütter oder die selbst Gewalt erlitten haben. Die Mutter-Kind-Häuser stehen allen Mitgliedern der Gesellschaft offen. Auch Männer und Jungen können sich hier ärztlich untersuchen oder impfen lassen und Medikamente beziehen. Für schwangere Frauen werden Geburtsvorbereitungskurse angeboten. 

Eine Chance, in die Gesellschaft zurückzukehren

Für Betroffene, die in entlegenen Gebieten leben und die Einrichtungen in der Stadt nur schwer erreichen können, sind mobile Kliniken unterwegs: Das sind Autos, die medizinisches Gerät, Medikamente und Fachpersonal an Bord haben. Sie können flexibel in der gesamten Gegend eingesetzt werden. Damit misshandelte Mütter und Frauen wieder eine Chance haben, in die Gesellschaft zurückzukehren, werden ihnen Fortbildungen angeboten. Es gibt Lese- und Schreibkurse und Workshops, in denen ihnen die Grundlagen des Kleingewerbes vermittelt werden.   

Die Hilfe für Frauen und Kinder, die Opfer von körperlicher und sexueller Gewalt wurden, wird gemeinschaftlich finanziert vom Auswärtigen Amt, CESVI und der Welthungerhilfe.