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Projekte der Welthungerhilfe in Somaliland

Somaliland: Leben ohne Gewalt und Terror

Ostafrikanischer De-facto Staat stellt sich dem Klimawandel und gesellschaftlichen Problemen

Ein großes gesellschaftliches Problem in Somaliland: die gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen und Mädchen.
Ein großes gesellschaftliches Problem in Somaliland: die gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen und Mädchen.

Somaliland ist nicht Somalia – diese Unterscheidung ist für den ostafrikanischen De-facto Staat extrem wichtig: Regierung und Bewohner legen Wert auf Mitbestimmungsrechte und demokratische Wahlen. Mit dem Chaos, Terror und staatlichen Scheitern Somalias möchten sie nicht in Verbindung gebracht werden. Die Welthungerhilfe unterstützt die Menschen in Somaliland beim Kampf gegen die Herausforderungen des Lebens: den Klimawandel und gesellschaftliche Probleme.

Ein Hort der Stabilität und Demokratie?

Somaliland präsentiert sich als Hort der Stabilität und Demokratie. Die Zahl der Gewaltakte hier ist deutlich geringer als in anderen Teilen Somalias. Auch finden in dem Land, das 1991 seine Unabhängigkeit ausgerufen hat, regelmäßig Wahlen mit friedlicher Amtsübergabe statt. Trotz fehlender internationaler Anerkennung galt Somaliland bis vor kurzem als Erfolgsmodell, das auf Versöhnung und geschickte Ausbalancierung des Machtstrebens verschiedener Clans gesetzt hat. Die Verschiebung der Wahlen 2015 und die ungewohnt harte Reaktion auf die Proteste lassen befürchten, dass sich auch hier eine machthungrige politische Elite bildet.

Über die Hälfte der Bevölkerung Somalilands ist arm, nach Regierungsangaben von 2011 leben über 60 Prozent unterhalb der Armutsgrenze. Die Mehrheit der etwa vier Millionen Einwohner lebt von nomadischer Viehhaltung, die zunehmend durch Ackerbau ergänzt wird.

Dürre hält das Land in Atem

Menschen und Tiere leiden unter der Trockenheit, die inzwischen 5 Jahre andauert. Foto: Francesca Schraffl
Menschen und Tiere leiden unter der Trockenheit, die inzwischen 5 Jahre andauert. Foto: Francesca Schraffl
In Kursen lernen Frauen Lesen und Schreiben. Foto: Francesca Schraffl
In Kursen lernen Frauen Lesen und Schreiben. Foto: Francesca Schraffl

Die Folgen des Klimawandels machen den Menschen, die als Hirten oder in der Landwirtschaft ihr täglich Brot verdienen, besonders zu schaffen: Seit fünf Jahren gab es keine ordentliche Regenzeit mehr. Ein Großteil der Böden und Wälder sind so geschädigt, dass sie land- oder viehwirtschaftlich nicht mehr zu nutzen sind. Die Landbevölkerung hat mehrheitlich kein sauberes Wasser. Derzeit leiden hundertausende Menschen und ihr Vieh unter Wasser- und Nahrungsmangel. Weil viele Menschen infolge der Trockenheit nicht mehr von ihrer Viehzucht oder Landwirtschaft leben können, hat die Regierung einen Hilferuf an die internationale Gemeinschaft gesandt.

Hilfe für Kleinbauern und Frauen

    Die Welthungerhilfe unterstützt die Menschen bereits jetzt. Die Organisation ist seit 15 Jahren in der Nordprovinz Awadal, die an Djibouti grenzt, aktiv.

    • Sie hilft Kleinbauern, mit angepassten Anbauweisen und Saatgut auf den Klimawandel zu reagieren. Beispielsweise wird Sorghumsaatgut zur Verfügung gestellt. Das Getreide gedeiht – anders als etwa Weizen – auch bei großer Trockenheit.
    • Die Welthungerhilfe fördert Techniken zur Boden- und Wasserkonservierung. Dadurch ist den Bauern auch in trockeneren Zeiten die Ernten gesichert.

    Ein weiteres großes gesellschaftliches Problem in Somaliland ist die die tief verwurzelte strukturelle Benachteiligung der Frauen. Der weibliche Teil der Gesellschaft hat kaum Zugang zu Bildung, viele Frauen und Mädchen können weder lesen noch schreiben und haben deshalb ihr Leben lang große Nachteile. Um diese Benachteiligung strukturell aufzubrechen, fördert die Welthungerhilfe Bildungsangebote für Frauen. In sämtlichen Projekten der Welthungerhilfe wird die informelle Bildung von Frauen und Mädchen unterstützt.

      Hintergrund: Geschichte Somalilands

      • 1960 das ehemalige Kolonialgebiet vereinigt sich nach der Unabhängigkeit mit seinem südlichen Nachbarn Italienisch-Somaliland zu Somalia.
      • 1991 Nach dem Sturz von Diktator Siad Barre steigt Somaliland aus der die Union aus und erklärt sich zur Republik.
      • Nach 1991 Ohne stabile Regierung bzw. mit Übergangsregierungen im Exil zerfällt das restliche Somalia in umkämpfte Machtbereiche von Clans und Kriegsherren und der radikal-islamistischen Terrorgruppe al-Schabaab. In Somaliland finden währendessen regelmäßig demokratische Wahlen mit friedlicher Amtsübergabe statt.
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