Zusätzliche Infos
Trinkwasser
Weniger als ein Viertel der Menschen in der Amhara-Region hat Zugang zu sauberem Wasser. Die Folge: Schwere Erkrankungen, an denen vor allem Kleinkinder sterben.
Die Welthungerhilfe unterstützt die Menschen in der Amhara-Region durch die Erschließung von 12 neuen Quellen. Hierdurch werden die Trinkwasserversorgung und die Hygienebedingungen nachhaltige verbessert. Für viele Kinder und Frauen verkürzen sich außerdem die oft stundenlagen Fußmärsche zu den wenigen sauberen Wasserquellen.
600 – 1.000 Euro kostet die Erschließung einer neuen Quelle, 8.200 Euro das bohren eines Tiefbrunnen.
Brunnen
Viele Familien in der Amhara-Region leben kilometerweit von der nächsten sauberen Wasserquellen entfernt. Mädchen und Frauen müssen oft mehrmals täglich einige Eimer Wasser kilometerweit zu ihren Häusern schleppen.
Als eine der ersten Maßnahmen hat die Welthungerhilfe deshalb mit dem Bau zusätzlicher Brunnen begonnen; 12 neue Wasserquellen sollen auf diese Weise erschlossen werden. Um den Erhalt der Brunnen und die gerechte Wasserverteilung sicherzustellen, werden Wasserkomitees gegründet und deren Mitglieder als Brunnentechniker ausgebildet.
225 Euro kostet die Schulung eines Wasserkomitees.
Bewässerung
Wesentliche Voraussetzung für die Verbesserung der Ernährungssituation in der Amhara-Region ist eine systematische Bewässerung der Felder. Äthiopien, das überall als Hunger- und Dürreland bekannt ist, hat ein enormes Wasserpotenzial. Doch es fehlt an Geld und Wissen für eine effiziente Bewässerungswirtschaft.
Die Welthungerhilfe unterstützt die Menschen der Region durch den Bau von Dämmen, Kanälen und Wasserspeichern sowie die Verbesserung traditioneller Bewässerungssysteme. Darüber hinaus erhalten Bauern auf der Basis von Mikro-Krediten Hand- und Pedalpumpen.
850 Euro kostet eine Handpumpe für einen Brunnen
Qualifiziertes Wissen
Fehlendes Wissen hemmt Entwicklung. Damit Hunger und Armut in der Amhara-Region überwunden werden können, benötigt die Bevölkerung qualifiziertes Fachwissen, das es ihnen ermöglicht, ihre Felder effizienter zu bewirtschaften und ihre Produkte profitabel zu verkaufen.
Die Welthungerhilfe organisiert deshalb Praxis bezogenen Schulungen, in denen Bauern und Landfrauen nachhaltige Bewirtschaftungs- und Produktionsmethoden sowie kaufmännische Grundkenntnisse erlernen. Daneben werden spezielle handwerkliche Ausbildungskurse sowie Konflikt-Management-Trainings durchgeführt.
Qualifizierung von Frauen
Viele Haushalte in der Amhara-Region werden ausschließlich von Frauen geführt. Im Rahmen des Projekts soll ihnen durch spezielle Ausbildungsmaßnahmen die Möglichkeit eröffnet werden, ihre Einkunftsmöglichkeiten nachhaltig zu verbessern.
Die Welthungerhilfe fördert die Frauen in der Amhara-Region insbesondere durch Praxis bezogene Trainings im Obst- und Gemüseanbau sowie durch handwerkliche Schulungen für Schneiderei und die Seidenproduktion. Darüber hinaus können die Frauen kaufmännische Grundkenntnisse erlernen, um ihre Produkte besser zu vermarkten.
Landwirtschaft
Die Menschen in der Amhara-Region leben fast ausschließlich von der Landwirt-schaft. Doch selbst in guten Jahren reichen die spärlichen Ernten den Familien kaum, um sich selbst zu ernähern.
Durch Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt die Welthungerhilfe die Menschen in der Amha-ra-Region, damit sie langfristig nicht meher auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind. Wir bauen Brunnen, verteilen verbessertes Saatgut und schulen Männer und Frauen in modernen Anbaumethoden. Bis die Saat aufgeht und die Felder blühen ist die Mit-arbeit an Projektmaßnahmen für viele Familien eine sichere Einnahmequelle.
Einkommen und Frauen
Viele Frauen in der Amhara-Region müssen ihre Kinder ohne männliche Hilfe versorgen. Die Welthungerhilfe legt deshalb besonderen Wert auf die Stärkung der Rolle der Frauen.
Wir fördern die Bildung von Spar- und Kreditgruppen durch die Vergabe von Mikro-Kredite an Frauen, mit denen sich diese eine Existenzgrundlage aufbauen könne. Die Mitglieder der Mikro-Kredit-Gruppen bürgen füreinander und verpflichten sich gegenseitig zur Rückzahlung. In speziellen Trainings erlernen die Frauen den Obst- und Gemüseanbau, handwerkliche Fähigkeiten wie Schneidern und Seideherstellung sowie kaufmännisches Basiswissen, um ihre Produkte rentabel vermarkten zu können.
Alternativen
Neben der Landwirtschaft gibt es in der Amhara-Region kaum Einkommensmöglichkeiten. In Dürrezeiten fehlt es vielen Familien daher an Geld, um Nahrungsmittel zu kaufen.
Um zusätzliche Einkommensquellen für die Haushalte zu schaffen, fördert die Welthungerhilfe alternative Einkommensmöglichkeiten wie Vieh- und Geflügelhaltung, Bienenzucht, Futterbau oder Milchwirtschaft. Darüber hinaus werden Ausbildungskurse im Schneider und Schreiner-Handwerk sowie in der Seidenproduktion angebo-ten.
Infrastruktur
Fehlende Straßen und zu wenig Lagermöglichkeiten hindern die Kleinbauern in der Amhara-Region, ihre Ernten optimal zu nutzen und zu vermarkten. Die Welthungerhilfe unterstützt die Menschen beim Aufbau eines Straßennetzes im äthiopischen Hochland und der Errichtung von Lagerräumen. Außerdem beraten wir bei der Lagerung und Konservierung der Ernten, damit sich die Bevölkerung auch während Dürre-Perioden in der Lage ist, sich selbst zu versorgen. Für die Mitarbeit an Projektmaßnahmen werden die Menschen mit Geld entlohnt. So verbessern sie ihr Einkommen und leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Aufbau der Infrastruktur.
Vermarktung und Transport
Der Aus- und Aufbau der Infrastruktur ist eine wichtige Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung der Amhara-Region. Durch neue und bessere Straßen können sich die Bauern wesentlich preiswerter mit benötigten Rohstoffen und Betriebsmitteln versorgen, und schneller die Märkte erreichen – wichtige Bedingungen für eine profitable Vermarktung der erzeugten Produkte. Die Welthungerhilfe stärkt den Marktzugang von Bauern und Frauen durch den weiteren Aus- und Aufbau von Straßen in der gesamten Region.
Landwirtschaft
Die Bauern der Amhara-Region leisten Tag für Tag Schwerstarbeit auf ihren Feldern und erwirtschaften, dennoch kaum genug, um ihre Familien zu ernähern. Ein Grund dafür ist unter anderem das Fehlen von Werkzeugen, Transportmitteln und Maschinen.
Durch ein Mikro-Kredit-Programm unterstützt die Welthungerhilfe Bauern, die sich beispielsweise Rinder als Zug- und Transportiere anschaffen wollen. Die Mitglieder der Mikro-Kredit-Gruppen bürgen füreinander und verpflichten sich gegenseitig zur Rückzahlung. Besonders bedürftige Familien erhalten landwirtschaftliches Arbeitsgerät wie Hacken, Pflanzstöcke und Macheten als Starthilfe.
Saatgut
Teff, eine Hirseart, die die Bauern im äthiopischen Hochland traditionell anbauen, ist nach Einschätzung von Experten mitverantwortlich für die Nahrungsmittelkrise in der Amhara-Region. Teff ist nicht nur eine der unwirtschaftlichsten Getreide-Sorten, sie begünstigt darüber hinaus auch die Erosion der Böden.
Die Welthungerhilfe verteilt deshalb an die Standortbedingungen angepasstes Staatgut an die Bauern. Vor allem die extrem widerstandsfähige Weizen-Roggen-Kreuzung Triticale hat sich bewährt: Ihr Ertrag ist viermal so hoch wie bei Teff.
30 Euro pro Monat kostet Saat- und Pflanzengut plus Arbeitsgerät für eine Familie. Damit ist der mehrmalige Anbau im Jahr sichergestellt.
Setzlinge
Grundnahrungsmittel in der Amhara-Region war lange Zeit fast ausschließlich die Hirseart Teff. Die Folgen von Mangel- und Unterernährung sind deutlich sichtbar: Über die Hälfe der Kinder unter fünf Jahren leidet an Kleinwüchsigkeit, 15 Prozent sind untergewichtig.
Um die Ernährungssituation in der Amahara-Region nachhaltig zu verbessern, hat die Welthungerhilfe zwei Baumschulen angelegt, in denen 1,7 Millionen Setzlinge für Bananen-, Papaya-, Avocado-, Mango- und Guavabäumen – gezüchtet werden. Hier erhalten Bauern Setzlinge für den eigenen Anbau und lernen das Züchten und Pflegen der Pflanzen.
Für 20 Euro können 1.000 Baumsetzlinge (Papaya, Bananen, Zitrusfrüchte) gepflanzt werden.
Anbau
Die Erträge, die die Bauern der Amhara-Region auf ihren kleinen und kargen Anbauflächen erwirtschaften, reichen in vielen Fällen nicht aus, um ihre Familien zu ernähren. Verantwortlich dafür ist unter anderem die Übernutzung der Böden durch ungeeignete Anbaumethoden. Um die Ernährungssicherheit substantiell zu verbessern, unterstützt die Welthungerhilfe die Landwirte bei der Umstellung auf nachhaltige Anbaumethoden. In praxisbezogenen Trainings erlernen Frauen und Männer verbesserte Bewässerungstechniken und die Bewirtschaftung von Obst- und Gemüsegärten.
Landwirtschaft
Vielen Bauern in der Amhara-Region fehlt das notwendige Arbeitsgerät, um ihre Felder effizient zu bewirtschaften. Die meisten sind zu arm, um sich die Werkzeuge selbst zu kaufen.
Die Welthungerhilfe verteilt deshalb landwirtschaftliches Arbeitsgerät wie Hacken, Macheten, Pflanzstöcke, Messer und Spitzhacken an besonders arme Familien. Darüber hinaus erhalten Bauern auf der Basis von Kleinkrediten Hand- und Pedalpumpen, um ihre Felder besser bewässern zu können.
Handwerk
Wie in den meisten ländlichen Regionen der Dritten Welt gibt es auch in der Amhara-Region nur wenig Handwerk. Doch gerade zur Entwicklung des ländlichen Raums sind Handwerker vonnöten - zum Beispiel Schreiner, Maurer oder Brunnenbauer.
Die Welthungerhilfe unterstützt die Menschen in der Amhara-Region durch die Bereitstellung von Arbeitsgeräten, durch Starthilfen, Kleinkredite und Beratung. In Ausbildungskursen lernen die Frauen und Männer handwerkliche Fähigkeiten wie Schneidern, Schreinern oder Brunnenbau und Techniken zur Seidenproduktion. Dadurch eröffnen sich für die Menschen zusätzliche Einkunftsmöglichkeiten.
Lokale Märkte
Dürreperiode führen in der Amhara-Region immer wieder dazu, dass sich mit steigendem Bedarf die Preise für Nahrungsmittel extrem verteuern. Damit Preisstabilität und eine sichere Versorgungslage auch in Krisenzeiten sichergestellt ist, unterstützt die Welthungerhilfe Bauern-Kooperationen beim Bau von Vorratslagern. Für die Mitarbeit an den Bauarbeiten werden die Menschen mit Geld entlohnt. Das kurbelt die Kaufkraft an und stärkt ebenfalls die kleinen Märkte vor Ort.
Vermarktung
Ernährungssicherheit ist ein erster kleiner Schritt auf dem Weg aus der Armut. Doch erst wenn die Menschen in der Lage sind, Überschüsse zu erwirtschaften und profitabel zu verkaufen, werden sich die Lebensbedingungen in der Amhara-Region nachhaltig verbessern.
Die Welthungerhilfe stärkt den Markzugang der Kleinbauern durch Beratung, den Bau von Straßen, die Förderung von Genossenschaften und die Schaffung von Lagermöglichkeiten. Durch handwerklich Ausbildungskurse und die Vergabe von Mirko-Krediten helfen wir darüber hinaus vor allem Frauen, sich eine Existenzgrundlage aufzubauen.
Internationale Marktpreise
Äthiopien gilt als der Mutterland des Kaffees. Doch die Bauern der Amhara-Region können mit dem Kaffee-Anbau kaum Einkommen erwirtschaften. Schuld sind die sinkenden Weltmarktpreise, die von den großen Lebensmittelkonzernen in den Industriestaaten diktiert werden.
Die Welthungerhilfe setzt sich für fairen Handel ein und unterstützt Kleinbauern durch alternative Projekte: zum Beispiel den Anbau von Bio-Produkten, die unabhängig von den Weltmarktpreisen ein gesichertes Einkommen garantieren.
Bodenschutz
Aufgrund langjährige Abholzung und Übernutzung der Böden durch ungeeignete Anbaumethoden ist die Bodenerosion in der Amhara-Region dramatisch vorangeschritten und bedroht die Lebensgrundlage der Menschen. Zusätzlich vernichtet der Fluss Derek Woh jährlich fast 15 ha Anbaufläche.
Um die Erosion zu stoppen und die vorhanden Ressourcen zu schützen, unterstützt die Welthungerhilfe die Bauern bei der Terrassierung und Aufforstung der Hanglagen. Durch den Bau von Dämmen und Kanälen soll die weitere Verbreiterung des Derek Woh verhindert werden.
Aufforstung
Jedes Jahr werden in Äthiopien bis zu 200.000 Hektar Wald gerodet. Dadurch wurde die Erosion der Böden dramatisch bescheunigt und gefährdet heute zunehmend die landwirtschaftliche Nutzung – auch in der Amhara-Region.
Um die Lebensgrundlage der Familien, die Landwirtschaft, zu retten, unterstützt die Welthungerhilfe die Wiederaufforstung der Region. In zwei Baumschulen werden Setzlinge gezüchtet und an Bauern verteilt. In praktischen Schulungen erlernen die Landwirte gleichzeitig die ökologisch sinnvolle Bepflanzung der Hügel.
Umweltschutz
Schmutziges Trinkwasser und unzureichende hygienische Verhältnisse sind die Hauptursachen für die meisten Krankheiten in der Amhara-Region. Viele Kleinkinder sterben an schweren Durchfallerkrankungen - mit ein Grund dafür, dass jedes fünfte Kind nicht einmal fünf Jahre alt wird.
Die Welthungerhilfe fördert die Verbesserung der hygienischen Bedingungen in der Amhara-Region durch den Bau von Brunnen und die Errichtung von Latrinen. In Hygieneschulungen wird die Bevölkerung über Krankheitsursachen und hygienisches Verhalten aufgeklärt.
