Sri Lanka: Wirtschaftliche und soziale Stärke in befriedeten Gemeinden

In Versammlungen entscheiden die Menschen  gemeinsam über die Entwicklung ihres Dorfes.

Mehr als ein Vierteljahrhundert wurde Sri Lanka durch den gewaltsamen Konflikt zwischen der singhalesischen Regierung und den tamilischen "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) dominiert. Bis zum Mai 2009 hatte die Regierungsarmee alle von den Rebellen kontrollierten Gebiete zurückerobert und der Bürgerkrieg wurde beendet. Doch die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen haben ein zerrüttetes Land hinterlassen. Viele Bewohner des Nordens und Osten des Landes wurden mehrfach vertrieben und mussten lange Zeit in Flüchtlingslagern leben.

 

Die Welthungerhilfe unterstützt zusammen mit der lokalen Partnerorganisation Sewalanka Foundation (SLF) und den Konsortialpartnern Acted und Handicap International die Rück- und Neuansiedlung der Menschen in den befriedeten Gebieten. Die Arbeit der Welthungerhilfe konzentriert sich auf die Distrikte Mannar und Vavuniya im Norden des Landes, Acted auf die östlichen Distrikte Trincomalee, Ampara und Batticaloa. Handicap International arbeitet im Bereich der Behindertenarbeit in allen fünf Distrikten. Die Welthungerhilfe wird in Kooperation mit SLF 33 Dörfer in neun Gemeinden mit einer Gesamtbevölkerung von rund 33.000 Personen erreichen.

Der Anbau von Chili ist eines von vielen, neuen landwirtschaftlichen Projekten.
Der Anbau von Chili ist eines von vielen, neuen landwirtschaftlichen Projekten.

Nach den Nothilfe- und Rehabilitationsmaßnahmen in den 90er Jahren wurde und wird die langfristige Entwicklung der Region gefördert. Ein Schwerpunkt des Projekts ist es, die wieder angesiedelten Menschen wirtschaftlich zu stärken, denn während der Vertreibung lagen ihre Felder lange brach und die Infrastruktur ihrer Dörfer wurde oft völlig zerstört. Um einen Neuanfang zu ermöglichen, werden die Welthungerhilfe und ihr Partner SLF gemeinsam mit den Dorfbewohnern verschiedene Vorhaben in den Bereichen Infrastruktur, Landwirtschaft und Kleingewerbe umsetzen.

 

Viele zerstörte öffentliche Gebäude wie Schulen und Kliniken müssen wiederhergestellt werden. So werden zum Beispiel Trinkwasserbrunnen, Mehrzweckgebäude, Vorschulen und Erste-Hilfe-Stationen renoviert und neu gebaut. In der Landwirtschaft wird ein gemeinsames Wirtschaften der Bauern gefördert, denn ein geeintes Vorgehen ist oft einträglicher als alleine zu operieren. Auch das Kleingewerbe bietet den Menschen eine Möglichkeit Einkommen zu erwirtschaften.

Eine Dorfversammlung, bei der über die nächsten Entwicklungen gemeinsam beraten wird.
Eine Dorfversammlung, bei der über die nächsten Entwicklungen gemeinsam beraten wird.

Deshalb unterstützen die Welthungerhilfe und SLF die Dorfbewohner bei ihrem Handel mit Gemüse, Obst und Vieh. Besonders gefördert wird der Reis- und Gemüseanbau - Linsen, Auberginen, Zwiebeln, Pfefferschoten, Tomaten - aber auch die Vermarktung von Milch und Milchprodukten. Auch werden die Dorfbewohner bei der Gründung kleiner Läden oder dem Angebot von Dienstleistungen wie einem Handwerk unterstützt, indem Dorfspargruppen und interne Kleinkreditsysteme gefördert werden.

Um die Zivilgesellschaft zu stärken, werden Gremien auf Dorfebene gegründet, die bei der Planung und Umsetzung aller Projektaktivitäten einbezogen werden. So erstellen die Bewohner der einzelnen Gemeinden beispielsweise Dorfentwicklungspläne und besitzen so die Entscheidungsgewalt über die Entwicklung ihrer Dörfer. Zudem werden die Dorfgemeinschaften untereinander vernetzt, damit ein Erfahrungsaustausch möglich wird. Auch sollen gute Beziehungen zu Regierungsstellen und dem privaten Sektor hergestellt werden.

 

Für das weitere friedliche Miteinander der Gemeinden und eine gleichmäßige Entwicklung der Region ist es wichtig, dass auch die Nachbargemeinden, in denen Nichtvertriebene leben, bei den Projektaktivitäten einbezogen werden. Alle arbeiten  gemeinsam für ein Ziel: ein friedliches und starkes Sri Lanka.

Euro

Letzte Änderung an dieser Seite: 27.05.2010

Welthunger-Index 2011: Sri Lanka

14.0 kritisch
wenig Hungergravierend


Weitere Informationen über Sri Lanka

Ein Jahr nach Kriegsende in Sri Lanka: Flüchtlinge brauchen weiterhin internationale Unterstützung (Mai 2010)

Deutscher Botschafter besucht Hilfsprojekt der Welthungerhilfe in Sri Lanka (Januar 2010)

Krieg in Sri Lanka inzwischen beendet: Elend in den Flüchtlingslagern bleibt (August 2009)

Webseite unseres Auslandsbüros Südasien

www.welthungerhilfe-southasia.org

Unsere Partnerorganisation

Sewalanka Foundation (SLF)

http://www.sewalanka.org/

 

Unsere Partnerorganisation

Sewalanka Foundation (SLF)

Projektdauer

- 42 Monate: 10.08.2009 – 09.02.2013

Projektorte

- Distrikte Mannar und Vavuniya

Projektschwerpunkte

- Integrierte ländliche Entwicklung

Kofinanzierung

- EU

© Copyright 2011 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontaktDatenschutz