Sri Lanka: Niemand weiß, wie viele Flüchtlinge noch kommen werden

Bildergalerie: Essensausgabe der Welthungerhilfe in Omanthai an die Flüchtlinge

Mitarbeiter der Welthungerhilfe bereiten Mahlzeiten für die Flüchtlinge zu.
Mitarbeiter der Welthungerhilfe bereiten
Mahlzeiten für die Flüchtlinge zu.
Seit Mitte Mai 2009 erreichen Tausende Flüchtlinge den Militärcheckpoint in Omanthai im Norden Sri Lankas. Nach Wochen erbitterter Kämpfe zwischen der Regierung und der tamilischen Rebellengruppe LTTE sind die Menschen am Ende ihrer Kräfte. Nach kilometerlangen Märschen sind ihre Füße geschwollen. Tiefe Schnittverletzungen haben zu Entzündungen geführt, die Beinmuskulatur ist verhärtet. Ihre Körper sind durch Brand- und Schussverletzungen gezeichnet. 

Viele haben Familienangehörige auf der Flucht verloren. Vor allem Frauen und Kinder werden zu Opfern der Kugelhagel zwischen den feindlichen Stellungen. Wer es schafft, die sicheren Gebiete zu erreichen, hat nichts mehr, außer das nackte Leben. Den meisten Kindern fehlt es an Kleidung. Die Möglichkeiten zur Hygiene sind mangehaft. Es gibt zu wenig zu essen, kaum sauberes Trinkwasser. Ein Großteil der Flüchtlinge leidet an Fieber, Augenentzündungen und Atemwegsproblem. Dazu kommt die furchtbare Hitze.

 

Schlange stehen, um den Durst zu löschen. © WHH
Schlange stehen, um den
Durst zu löschen.
Hier, in Omanthai, der ersten Station außerhalb der umkämpften Gebiete, hat die Welthungerhilfe mit ihrer Partnerorganisation Sewalanka Foundation in den letzten Tagen 50.000 Vertriebene versorgt. Tag und Nacht erhalten sie wertvolle Mahlzeiten und trinkbares Wasser. Als sich die Flüchtlingsströme Anfang Mai zuspitzten, begann Sewalanka mit der Anlieferung von Nahrungsmittelpakten aus Vavuniya. Kurz danach wurde eine Küche in einer alten Ruine kurz vor dem Checkpoint in Omanthai in Betrieb genommen. Die Kosten dafür übernahm das Welternähungsprogramm (WFP).

Doch Planung und Koordination stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor große Herausforderungen. Denn niemand weiß, wie viele Flüchtlinge noch kommen werden. So waren es in der Nacht zum 17. Mai zu Beginn erst 8.000, dann 10.000, innerhalb weniger Stunden schon 20.000 Menschen. Jetzt sind es 50.000.

Die derzeitige Einstellung der Kampfhandlungen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Frieden. Und den hat das Land bitter nötig.

 

Euro

Letzte Änderung an dieser Seite: 20.05.2009
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