Kämpfe spitzen sich zu - Projektarbeit in Gefahr

Viele Menschen fliehen vor den Kampfhandlungen der rivalisierenden Gruppen in Sri Lanka. © DWHH
Viele Menschen fliehen vor den Kampfhandlungen der
rivalisierenden Gruppen in Sri Lanka. © DWHH

Im Norden und Osten von Sri Lanka sind derzeit Hunderttausende Menschen auf der Flucht vor dem eskalierenden Bürgerkrieg. Schon jetzt ist absehbar, dass die Zahl der Vertriebenen weiter steigen wird. Ein Ende des Konflikts zwischen der srilankischen Armee, den Rebellen der LTTE und der von ihnen abgespaltenen Karuna-Gruppe ist nicht in Sicht. Im Gegenteil. Die Gewalt nimmer immer weiter zu. 

 

Die Flüchtlinge werden momentan im Rahmen des Möglichen von Hilfsorganisationen versorgt. Doch häufig besteht kein Zugang zu den Zufluchtsgebieten, vor allem nicht in die LTTE-Gebiete.

 

Missachtung der Menschenrechte

Überdies werden die Menschenrechte massiv verletzt: Verschleppungen, Mord, Überfälle, Vergewaltigungen, Zwangsrekrutierung von Kindern – die Täter kommen aus allen Konfliktparteien. Zudem versucht die Armee, ganze Gruppen von Flüchtlingen gegen ihren Willen ins Kampfgebiet zurückzusiedeln. Dort sind sie durch die Geschützfeuer der Kriegsparteien bedroht und laufen Gefahr, in Minenfelder zu geraten.

 

Projektarbeit noch möglich

Die Welthungerhilfe arbeitet seit 1994 im Norden Sri Lankas in der Region Wanni. Trotz der massiven Kämpfe und Luftangriffe an den Grenzgebieten, kann die Arbeit in den Projektgebieten noch weitgehend fortgesetzt werden. "Wir rechnen allerdings täglich mit Angriffen", berichtet Barbara Chambers, Mitarbeiterin der Welthungerhilfe. "Die anfängliche Hoffnung nach dem Tsunami, dass sich die Konfliktparteien durch diese dramatische Naturkatastrophe weiter annähern könnten, hat sich nicht erfüllt. Es ist sogar noch viel schlimmer geworden," sagt Chambers.

 

Forderungen zur Konfliktlösung

Gemeinsam mit dem Bündnis "Entwicklung hilft" fordert die Welthungerhilfe die Bundesregierung auf, in Zusammenarbeit mit der EU den Druck auf Colombo zu erhöhen. Die Konfliktparteien müssn zum Verhandlungstisch zurückzukehren. Zusätzlich muss eine unabhängige Menschenrechtskommission eingesetzt werden.

 

Unsere Projektarbeit, themenorientiert:

Tsunami

  • Wiederherstellung der Lebensgrundlage und der dörflichen Infrastruktur in den Distrikten Jaffna, Kilinochchi und Mullaitivu
  • Hausbau in den Distrikten Jaffna und Mullaitivu
  • Bau eines Berufsausbildungszentrums in Trincomalee (Stadt)
  • Bau einer Jugendbegegnungsstätte in Anuradhapura


Konfliktbezogen

  • Nahrungsmittelversorgung und provisorische Unterkünfte für Inlandsvertriebene in den Distrikten Kilinochchi und Mullaitivu
  • Rücksiedlung von Inlandsvertriebenen in den Distrikten Mannar und Vavuniya
  • Rehabilitation von Rücksiedlern in den Distrikten Jaffna, Kilinochchi, Mannar und Vavuniya
  • Ernährungssicherungsprogramm im Vavuniya Distrikt
  • Förderung von Entwicklungsprozessen in ländlichen Gemeinden in den Distrikten Mannar, Vavuniya und Anuradhapura

(Stand: Mai 2007)

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