Arminia Bielefeld-Geschäftsführer wünschte sich einen Stiftungsfonds

 

Roland Kentsch im Arminia Stadion.
Roland Kentsch im Arminia Stadion.
Seit Januar 2002 ist Roland Kentsch Geschäftsführer von Arminia Bielefeld und hält dort ein wachsames Auge über die Finanzen des Fußballvereins. Bereits im Oktober 2005 besiegelten die Arminen und die Welthungerhilfe auf seine Initiative eine Kooperation unter dem Motto "Partner für das Leben" – Arminia hilft Straßenkindern in Accra. In der Kooperationsvereinbarung erklärt sich der Verein bereit, spezielle Charity-Aktivitäten durchzuführen, deren Spenden- und Sponsoringaufkommen der Welthungerhilfe- Projektarbeit zugute kommen sollen. Auf die Worte folgten etliche Taten, die der Welthungerhilfe schon mehrere Tausend Euro eingebracht haben. Etwas Gutes tun – das wollte Roland Kentsch auch als Privatmann.So beschloss er anlässlich seines 50. Geburtstages, seine Gäste um Zustiftungen für eine Stiftungsfondsgründung zu bitten.



Herr Kentsch was haben Sie sich in diesem Jahr zum Geburtstag gewünscht?

Der 50. Geburtstag ist schon etwas Besonderes und deshalb habe ich ihn auch ganz groß in den VIP-Räumen unseres Stadions gefeiert. Von meinen 300 Gästen habe ich mir im Einladungsschreiben gewünscht, dass sie anstelle von Geschenken eine beliebige Summe für ein Welthungerhilfe-Projekt in Afrika stiften. Mein Ziel war es, mit dem zustande gekommenen Betrag einen Stiftungsfonds zu gründen.



Und was hat Sie auf die Idee gebracht?

Nun, es gibt ja bereits seit Oktober 2005 eine Partnerschaft zwischen Arminia Bielefeld und der Welthungerhilfe. Im Rahmen dieser Partnerschaft unterstützt der Verein ein wirklich tolles Projekt für Waisenkinder in Accra. Vor diesem Hintergrund war es für mich nahe liegend, mein Engagement als Privatmann auch zugunsten der Welthungerhilfe-Projektarbeit auszurichten. Ich habe nach einer geeigneten Form gesucht, die es mir ermöglicht, das Ganze irgendwie zu bündeln. Der Stiftungsfonds war dafür die perfekte Lösung.

 

Wie ist die Idee denn bei Ihren Gästen angekommen?

Also, ich muss schon sagen, dass die Höhe der erzielten Gesamtsumme meine Erwartungen noch übertroffen hat. Eigentlich hatte ich mit einem Betrag zwischen 5.000 Euro und maximal 7.500 Euro gerechnet. Insgesamt sind aber etwas mehr als 10.000 Euro zusammen gekommen. Das hat mich natürlich außerordentlich gefreut.



Welches Projekt unterstützt Ihr Stiftungsfonds?

Ich habe mich auch in diesem Fall für ein Projekt in Afrika entschieden, weil ich der Auffassung bin, dass dieser Kontinent unsere besondere Unterstützung braucht. Schon im Rahmen meines Studiums, das sich auch entwicklungspolitischen Fragestellungen widmete, wurde ich für die dramatische Situation in vielen afrikanischen Staaten sensibilisiert. Konkret habe ich ein Projekt in Äthiopien ausgewählt. In der Hauptstadt Addis Abeba unterstützt die Welthungerhilfe ein Ausbildungsprojekt für Waisenkinder. Der Roland Kentsch Stiftungsfonds wird dieses Projekt künftig finanziell mit seinen Erträgen fördern.



Herr Kentsch, Sie geben im Mai ein Buch heraus. Verraten Sie uns noch, wovon es handelt?


Ja, das Buch handelt vom gesellschaftlichen Engagement der Bundesliga-Vereine. Landläufig herrscht ja die Meinung vor, Profi-Fußballer seien alle Millionäre. Manche sind das ja auch, aber man sollte dabei nicht vergessen zu erwähnen, dass die meisten Profis und Fußball-Vereine sich sehr engagiert für soziale Zwecke einsetzen. In diesem Buch werden die einzelnen Vereine mit ihrem sozialen Engagement vorgestellt.



Herr Kentsch, vielen Dank für das Gespräch.

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