Unermüdlicher Einsatz im Sudan - Zahlen und Fakten zu unseren Hilfsmaßnahmen in Darfur

Flüchtlingslager in Darfur. © DWHH
Flüchtlingslager in Darfur. © DWHH
Wieder vergeht ein Jahr, ohne dass der seit 2003 andauernde Konflikt in Darfur, im Westen des Sudan, beigelegt werden konnte. Die vielen Versuche der vermittelnden Parteien, den Frieden langfristig zu implementieren, scheiterten kläglich. Nach wie vor ist die Sicherheitslage für Hilfsorganisationen kritisch. Fast täglich kommt es zu Plünderungen, Vergewaltigungen und Morden. Diese Gewalttaten gehen sowohl von den berüchtigten arabischen Reitermilizen "Jenjaweed" aus, die von der sudanesischen Regierung unterstützt wurden, als auch von den oppositionellen Rebellengruppen.
 

Hilfe mit Hindernissen

Mit der im Juli 2007 durch die UN-Resolution 1769 beschlossenen Entsendung von 19.500 Soldaten und 6.500 Polizisten zur Friedenssicherung in Darfur kann nicht vor April 2008 gerechnet werden. Darüber hinaus kann diese Hybridmission aus African Union und UN nicht erfolgreich sein, solange die diversen Rebellengruppen und die sudanesische Regierung keinen neuen Friedensvertrag ausgehandelt haben. Außerdem ist eine Entwaffnung marodierender Milizen und Banditen nicht Teil des UN-Mandats.

Weiter ist zu befürchten, dass die Versorgung mit Wasser für alle Beteiligten ein großes Problem darstellen wird. Zusätzlich wird die Aktion einen großen Logistikaufwand verursachen. Viele Arbeitskräfte müssen rekrutiert werden. Für die Hilfsorganisationen würde das im schlechtesten Fall  bedeuten, dass lokale Helfer für UN-Zwecke abgezogen werden.

 

Verteilung von Saatgut. © DWHH
Verteilung von Saatgut.
© DWHH
Materielle wie moralische Unterstützung

Die Aussichten – alles andere als zufriedenstellend. Dennoch: Die Welthungerhilfe lässt die Menschen im Sudan nicht im Stich. Denn die Bilanz der Hilfsmaßnahmen im Jahr 2007 zeigt, dass unsere Arbeit trotz der schwierigen Bedingungen in dem krisengeschüttelten Land erfolgreich war. Tausenden Kriegsopfern konnten wir einerseits durch Verteilungen von Hilfs- und Nahrungsmitteln helfen und ihr Überleben sichern. Gleichwohl erhalten die Menschen moralische Unterstützung durch unsere regelmäßige Präsenz vor Ort.

Seit unserem Einsatz im Sudan sinkt die Sterblichkeitsrate stetig. Die Unterernährung wurde seit Mitte 2004 halbiert. Rund dreiviertel der Darfurer haben einen Zugang zu sauberem Trinkwasser.  


Verteilungen von Hilfs- und Nahrungsgütern an die notleidende Bevölkerung


Nahrungsmittel: Bis Jahresende wird die Welthungerhilfe voraussichtlich über 51.300 Tonnen Nahrungsmittel an über eine halbe Million Menschen in Darfur verteilt haben. Darunter fallen Getreide (meistens Sorghum), Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen), eiweißreiches Corn Soya Blend, Speiseöl, Salz und Zucker.

Saatgut: An 6.000 Haushalte haben wir insgesamt 42.600 Kilogramm Saatgut für Getreide und 932 Kilogramm Saatgut für Gemüse verteilt.

Hilfsgüter: Insgesamt 3.030 Haushalte, das sind etwa 18.000 Menschen, erhielten von der Welthungerhilfe 5.000 Decken, 2.500 Planen, 5.000 Plastikmatten, 4.900 Moskitonetze und 2.500 Eimer.

Landwirtschaftliche Geräte: 6.000 Haushalte haben insgesamt erhalten: 350 Pflüge, 9.757 Hacken, 3.000 Harken, 102 Mühlen, 2 Pedalwasserpumpen

 

Besuch einer neuen Schule. © DWHH
Besuch einer neuen Schule.
© DWHH
Investitionen in die Bildung

Für 2.135 Kinder und Jugendliche hat die Welthungerhilfe 40 permanente Klassenzimmer wieder instand gesetzt. 67 temporäre Klassenzimmer wurden für 2.680 Schülerinnen und Schüler errichtet. Temporär deswegen mit der Hoffnung, dass die Flüchtlinge in absehbarer Zukunft wieder in ihre Dörfer zurückkehren. Dann besteht die Möglichkeit, die  auf Stahlrohren stehenden zeltartigen Schulräume abzubauen und ggf. mitzunehmen. Damit der Schulbetrieb laufen kann, hat die Welthungerhilfe die Schulen mit 16 Lehrerpulten, 16 Lehrerstühlen, 210 Schülerbänken und –tischen ausgestattet.

 

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Unser Hilfsprojekt im Sudan

Nothilfe für Flüchtlinge in Darfur

Welthungerhilfe im Sudan

Die Welthungerhilfe ist seit 1998 im Sudan in den Provinzen Nord-Darfur, West Kordofan und Unity State tätig. In Nord-Darfur versorgt sie 485.000 Menschen mit Lebensmitteln, in Unity State 185.000. Weitere Projektschwerpunkte sind Landwirtschaft, Ernährungssicherung und Trinkwasserversorgung.

Bildergalerie: Das Leben im Lager Kassab

Weitere Informationen

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Zahlen und Fakten zu unseren Hilfsmaßnahmen in Darfur (November 2007)

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