Sudan: Im Fadenkreuz zwischen Bürgerkrieg und Hunger

Kurz vor dem großen Regen:
Landschaftsaufnahme in Darfur. © MeissnerVor ein paar Wochen hat im Sudan die Regenzeit begonnen. Niederschlagsmengen zwischen 1.500 und 100 mm fallen auf die trockenen, ausgedörrten Böden. Diese sind dringend auf Wasser angewiesen, damit die Saat keimt und die Ernte ein Erfolg wird. Doch das ist in diesem Land selten der Fall. Fast nie reichen die Erträge aus, alle Menschen bis zur nächsten Regenzeit und darüber hinaus ausreichend zu ernähren.
So auch in diesem Jahr. Der Hunger ist allgegenwärtig und könnte sich in den kommenden Monaten noch verschärfen. Die Gründe dafür liegen nicht nur im unbeständigen Klima. Hauptsächlich sind es die politischen Barrieren, welche die Bauern daran hindern, die zur Verfügung stehenden Äcker zu bestellen: Der Zugang wird ihnen verwehrt oder sie befinden sich auf der Flucht vor militärischen Angriffen.

Flüchtlingsbaby in einem
Lager in Darfur. © WHHBürgerkrieg und Flüchtlinge
Im Sudan herrscht seit Jahren Bürgerkrieg. Nach UN-Angaben sind momentan rund vier Millionen Menschen davon betroffen. 1,3 Millionen befinden sich in Nord-Darfur, wo die Welthungerhilfe tätig ist. In ihrem Projektgebiet versorgt die Welthungerhilfe derzeit über 550.000 Bedürftige. Davon können zeitweise 100.000 Menschen nicht regelmäßig erreicht werden. Durch Kampfhandlungen oder unpassierbare Straßen in der Regenzeit werden diese Menschen isoliert. Die Welthungerhilfe versucht, die teilweise lebensbedrohliche Situation durch Verteilungen von größeren Nahrungsmittelrationen in Zeiten guter Erreichbarkeit zu entschärfen.
Weitere Flüchtlingswellen
Auch zurzeit sind die Straßen in Darfur wieder überschwemmt. Durchfahrten durch die temporären Flüsse (Wadis) sind größtenteils unmöglich. Die Krisenregion verzeichnet nach wie vor eine Zunahme von Flüchtlingen. In 2008 waren es nach UN-Angaben ca. 150.000 Menschen, zum Teil zum wiederholten Mal.
Eine Verbesserung der Situation ist nicht in Sicht. Es kann vermutet werden, dass nach dem schweren Angriff auf Khartum im Mai 2008 durch eine der Rebellengruppen und der Anklage des Präsidenten im Sudan die Verhandlungsbereitschaft für einen Frieden in Darfur weiter zurückgegangen sind. Leidtragende bleiben die vom Bürgerkrieg betroffenen Menschen in Darfur.
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Unser Hilfsprojekt im Sudan
Nothilfe für Flüchtlinge in Darfur
Welthungerhilfe im Sudan
Die Welthungerhilfe ist seit 1998 im Sudan tätig. In Nord-Darfur versorgt sie 550.000 Menschen mit Lebensmitteln. Weitere Projektschwerpunkte sind Landwirtschaft, Ernährungssicherung und Trinkwasserversorgung.
Weitere Informationen
Sudan: Im Fadenkreuz zwischen Bürgerkrieg und Hunger (Juli 2008)
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