Auch im Südsudan ist die Lage noch chaotisch

Vertriebene in Unity State © DWHH
(27.04.2007) Anlässlich der Entscheidung des Bundestags über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes im Rahmen der UN-Mission im Südsudan (Unmis) weist die Deutsche Welthungerhilfe darauf hin, dass die Lage im Südsudan noch immer chaotisch ist. "Die Situation ist längst nicht so dramatisch wie in der westsudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur", sagt Johan van der Kamp, Regionalkoordinator der Deutschen Welthungerhilfe. "Aber auch nach dem Friedensabkommen für den Südsudan wird der Süden noch immer von Militär und kriminellen Banden dominiert, und Waffen sind allgegenwärtig."
Unter diesen Umständen sei auch die Arbeit der Hilfsorganisationen sehr schwierig. "Es herrscht noch immer sehr großes Misstrauen. Wenn wir zum Beispiel Schulen in den Dörfern wieder aufbauen, werden nur Arbeiter aus diesem Ort akzeptiert. In jedem Nachbardorf werden Feinde vermutet", berichtet van der Kamp.
Verteilung von Hilfsgütern
durch die Welthungerhilfe.
© DWHH Durch den jahrelangen Bürgerkrieg seien die Menschen zudem traumatisiert, was sich in Aggressionen äußert. "Jedes noch so kleine Missverständnis führt häufig dazu, dass die Lage eskaliert. Der Griff zur Waffe ist leicht. Es kommt häufig zu Toten."
Zwar habe die Unmis hat dazu beigetragen, dass etwas mehr Ruhe herrsche, sagt van der Kamp. "Sie gehen jetzt aktiver vor." Gleichwohl sei die Kritik berechtigt, dass sich die Soldaten vor allem in den Lagern aufhielten, zuwenig Präsenz zeigten und nicht entschieden genug durchgriffen. Wichtig sei, so schnell wie möglich eine zivile Polizei aufzubauen, um die Lage zu normalisieren.
Johan van der Kamp steht auf Anfrage für Interviews zur Verfügung.
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