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Südsudan: Die Kunst des Überlebens

Die Kunst des Überlebens

Bucay Deng, Programmkoordinatorin der Welthungerhilfe, kennt das Leid der Flüchtlinge im Südsudan – aus eigener Erfahrung

Bucay Deng (links), verteilt Registrierungskärtchen an Bedürftige in Nyamlel, Suedsudan. © Pilar
Bucay Deng (links), verteilt Registrierungskärtchen an Bedürftige in Nyamlel, Suedsudan. © Pilar
Im südsudanesischen Marial Bai, bezahlt Bucay Deng (rechts) die Arbeiter für den Hüttenbau. © Pilar
Im südsudanesischen Marial Bai, bezahlt Bucay Deng (rechts) die Arbeiter für den Hüttenbau. © Pilar
Bucay Deng (rechts) bei der Registrierung in Nyamlel. © Pilar
Bucay Deng (rechts) bei der Registrierung in Nyamlel. © Pilar
Späte Arbeit am Computer: Bucay Deng vor ihrem Laptop.
Späte Arbeit am Computer: Bucay Deng vor ihrem Laptop.
Im Internetcafé druckt Bucay Deng ihre Dokumente aus.
Im Internetcafé druckt Bucay Deng ihre Dokumente aus.

Leben als Flüchtling

(27.02.2014) Bucay Deng arbeitet als Programmkoordinatorin der Welthungerhilfe im Südsudan und kann sich in die Schicksale der Menschen hier gut hineinversetzen – sie kennt das Leben als Flüchtling aus eigener Erfahrung. Als sie 1967 in der südsudanesischen Stadt Malakal zur Welt kam, befand sich ihre Heimat in einem ersten Bürgerkrieg um die Unabhängigkeit vom Norden. Der fünf Jahre später unterzeichnete Friedensvertrag hielt nur elf Jahre, 1983 brach der Krieg wieder aus. „Wir mussten immer wieder fliehen“, erzählt Bucay Deng. „Einmal mussten wir mehr als 100 Kilometer weit laufen, um auf sicheres Gebiet zu kommen.“ Solche Erlebnisse haben sie geprägt: Es gibt wenig, was sie von ihren Zielen abhalten kann. So machte sie unter schwierigen Umständen einen Schulabschluss, studierte Wirtschaftswissenschaften und begann ihre Arbeit für humanitäre Organisationen – immer da, wo die Not am größten war.

Kürbisse brennen nicht

Für die Welthungerhilfe arbeitete sie im erdölreichen Grenzgebiet zwischen dem heutigen Norden und dem Süden. Wegen der lukrativen Erdölfelder war diese Gegend schon damals besonders umkämpft. Immer wieder überfielen bewaffnete Gruppen die Dörfer, plünderten die Ernten, stahlen das Vieh. Bucay Deng bewies Einfallsreichtum: Sie erkannte, dass hier Saatgut für Kürbisse viel wertvoller war als Getreide. „Kürbisse brennen nicht“, erklärt sie.

Als 2005 der Friedensvertrag unterzeichnet wurde, kam es anders als Bucay Deng und viele andere hofften: Statt sich um das Wohlergehen der Menschen zu kümmern, füllten sich die Regierungsmitglieder ihre eigenen Taschen. Als der Südsudan 2011 unabhängig wurde, hegte Bucay Deng noch einmal große Hoffnung – und wurde auch dieses Mal enttäuscht: „Die meisten Menschen müssen immer noch jeden Tag ums Überleben kämpfen.“ Seit Mitte Dezember 2013 die Krise im Südsudan ausbrach, werden Bucay Deng und andere Helfer dringend gebraucht. Binnen kurzer Zeit wurde alles zerstört, was sie selbst und ihre Familie sich seit dem Friedensschluss aufgebaut hatten. Ihre Heimat Malakal ist Kriegsgebiet. Wieder einmal. Sie sieht ihren Platz noch immer da, wo sie wirklich helfen und die Dinge nach vorne bringen kann. Sie erklärt selbstbewusst: „Ich ertrage es nicht, wenn Menschen keine Hoffnung haben.“

Den gesamten Artikel von Bettina Rühl, Journalistin in Nairobi, finden Sie in der Welternährung 01/14, die Ende März erscheint.

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