Wo und wie wir arbeiten
Interaktive Karte: So geht's

Finden Sie unsere Projekte direkt in der Weltkarte! Per Klick auf die Symbole gelangen Sie zum Projekt. Oder suchen Sie mithilfe des Filters Projekte speziell nach Kontinent, Land oder Thema.

Südsudan: Bericht aus einem Flüchtlingslager

Verloren trotz Freiheit

Unsere Nothilfe für die Flüchtlinge im Südsudan

(11.07.2014) Es sah so gut aus: Vor drei Jahren wurde unter großem Jubel das erste Mal die Flagge Südsudans gehisst. Die Welt hatte einen neuen Staat. Heute ist von Frieden und der Einheit der Volksgruppen nicht mehr viel übrig: Gewalt, Hunger und Krankheiten bedrohen die Menschen. Mehr als eine Million sind im eigenen Land auf der Flucht. Wir leisten Nothilfe, wie erfahren Sie in unserem aktuellen Video!

Im Flüchtlingslager von Bentiu

Müde und erschöpft, aber dennoch glücklich über die Pakete auf ihrem Kopf, betritt die Südsudanesin Elisabeth Nyamuch ihre selbstgebaute Unterkunft. Die Salzration und die Säcke mit Linsen und mit Sorghum-Hirse verstaut sie erst gar nicht, sondern schürt gleich das Feuer, um Brotfladen für sich und ihre Kinder zu backen. Stundenlang hat sie für die Lebensmittel angestanden – denn im hektisch aus dem Boden gestampften Camp suchen jeden Tag mehr Menschen Zuflucht. Aktuell sind es über 65.000 Flüchtlinge.

Video: Begleiten Sie das Nothilfe-Team bei seiner Arbeit im Flüchtlingslager von Bentiu, Südsudan!

Viele Camps sind schwer zugänglich – sie liegen im Kampfgebiet

Hier im Norden Südsudans kommt es tagtäglich zu Kämpfen und Überfällen. Seit einem Bombenanschlag in Bentiu, ist die Stadt komplett verlassen. Geflohen sind die Einwohner in die sicheren Flüchtlingslager. Gerade hat im Südsudan die Regenzeit begonnen, was die ohnehin schon schwierige Situation noch weiter verschärft. Transportwege verwandeln sich in Schlammfelder - die Camps sind fast nur noch aus der Luft zu versorgen.

Nothilfe für Südsudan: Hirse, Salz, Speiseöl und Babynahrung

Am dringendsten brauchen die Menschen Wasser, Latrinen, Unterkünfte und Nahrung. Sie schöpfen Wasser aus Kanälen, was zu Durchfall und weiteren Erkrankungen führt. Die Welthungerhilfe hilft vor allem, den Hunger zu lindern und Ernährung zu sichern. Wir verteilen an die gesamte Campbevölkerung monatlich etwa 600 bis 700 Tonnen Lebensmittel.

Die Regenzeit verschärft die Notsituation: Die Wege bestehen nur noch aus Schlamm und Pfützen. © Brockmann
Die Regenzeit verschärft die Notsituation: Die Wege bestehen nur noch aus Schlamm und Pfützen. © Brockmann
Die Schlangen der neuankommenden Flüchtlinge sind lang. Sie stehen für die Registrierung an. © Brockmann
Die Schlangen der neuankommenden Flüchtlinge sind lang. Sie stehen für die Registrierung an. © Brockmann
Die Flüchtlinge erhalten Getreide, Linsen, Speiseöl und Salz. Hier beim Abfüllen der Salzration. © Brockmann
Die Flüchtlinge erhalten Getreide, Linsen, Speiseöl und Salz. Hier beim Abfüllen der Salzration. © Brockmann
Gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm unterstützt die Welthungerhilfe die Flüchtlinge rund um Bentiu. © Brockmann
Gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm unterstützt die Welthungerhilfe die Flüchtlinge rund um Bentiu. © Brockmann
Karge Mahlzeiten: Die Frauen bereiten Wurzeln und Kräuter zu, die sie  in der Nähe des Camps gesammelt haben. © Brockmann
Karge Mahlzeiten: Die Frauen bereiten Wurzeln und Kräuter zu, die sie in der Nähe des Camps gesammelt haben. © Brockmann
Ein Helikopter, gebaut von Kindern aus Schlamm. Viele Camps sind nur noch über die Luft versorgbar. © Brockmann
Ein Helikopter, gebaut von Kindern aus Schlamm. Viele Camps sind nur noch über die Luft versorgbar. © Brockmann

Drei Jahre nach Staatsgründung - verborgener Hunger ist an der Tagesordnung

Im Südsudan mit über einer Million Vertriebenen wird kaum noch etwas angebaut. Die Bauern – vertrieben und geflohen - konnten in 2014 ihre Felder kaum bestellen und somit kaum Ernte einfahren.
Auch die nächste Ernte droht auszufallen. Die kommende Katastrophe scheint vorprogrammiert. Selbst etwas anzubauen, sich aus eigener Kraft zu helfen, ist den Menschen hier nahezu unmöglich. Es droht eine Hungerperiode für 2015. Vor allem in den umkämpften Regionen.

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende! Im Südsudan benötigen Menschen, wie Elisabeth Nyamuch sofortige und nachhaltige Nothilfe – damit sie gestärkt in die Zukunft gehen können. 

Aktuelle Kommentare

Keine Kommentare

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Beteiligen Sie sich an der Diskussion und schreiben Sie einen Kommentar zu diesem Artikel. Ihr Name/Nickname wird dabei veröffentlicht, Ihre E-Mail Adresse selbstverständlich nicht.

** Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihren Kommentar erst prüfen, bevor dieser auf der Webseite erscheint. Weitere Informationen finden Sie in unserer Nettiquette.

* Pflichtfeld
Aktuelle Berichte zum Projekt
Gärten der Hoffnung

Gärten der Hoffnung

Wasser und Saatgut für den Südsudan

Im Südsudan herrscht noch immer Gewalt, doch in Northern Bahr al Ghazal keimen zarte Pflanzen der Hoffnung! Die Menschen kämpfen in ihren Gärten für eine bessere Zukunft.

Hilfe aus der Luft!

Hilfe aus der Luft!

Hilfspakete für Flüchtlinge im Südsudan

(September 2014) Hirse, Linsen und Bohnen aus der Luft. Da Schlamm und Rebellengruppen die Wege unpassierbar machen, kommen unsere Hilfspakete nur mit dem Helikopter und via Airdrops bei geflüchteten Familien an.

Verteilungen im Südsudan

Verteilungen im Südsudan

Helfer und Flüchtlinge sind nervös und angespannt

(Juni 2014) Jürgen Mika vom Nothilfe-Team der Welthungerhilfe erzählt von seiner Arbeit im Flüchtlingslager im Südsudan.

Leben im Ausnahmezustand

Leben im Ausnahmezustand

In Bentiu ist nichts mehr, wie es vorher war

(Mai 2014) Im April 2014 töteten Rebellen hunderte Zivilisten in der Stadt Bentiu im Südsudan. Auch für die Welthungerhilfe hat sich seitdem einiges verändert.

Hoffen und Warten

Hoffen und Warten

Ohne Frieden keine Entwicklung

(Mai 2014) Seit den 90ern arbeitet die Welthungerhilfe schon im Südsudan. "Die Hoffnung aufgeben hieße, die Menschen aufgeben", so Vorstandsmitglied Mathias Mogge.

Die Kunst des Überlebens

Die Kunst des Überlebens

Bucay Deng kennt das Leid der Flüchtlinge

(Februar 2014) Bucay Deng, Programmkoordinatorin der Welthungerhilfe, kennt das Leid der Flüchtlinge im Südsudan – aus eigener Erfahrung. Lesen Sie hier ihre Geschichte.

Viele Menschen z.B. im Südsudan sind auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg. Mit Ihrer Spende helfen Sie dort, wo die Not am größten ist.