Tadschikistan: Bessere Ernten und geschützte Lebensgrundlagen

Karge Bergmassive, tiefe Täler, klirrend kalte Winter und extrem heiße Sommer - das zentralasiatische Tadschikistan ist ein Land voller Gegensätze. Die großen Temperaturschwankungen und die weit verbreitete Trockenheit, übernutzte Böden und abgeholzte Wälder machen es den Menschen schwer, ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft zu verdienen. Doch die Mehrheit der Tadschiken lebt von den Erträgen ihrer Felder. Dies führt, verstärkt durch den Klimawandel, zu immer häufiger auftretenden Bergrutschen, Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen.
Auch im Distrikt Baljovon in der Provinz Khatlon, die im Südwesten Tadschikistans liegt, sind weite Flächen entwaldet und die Böden ausgetrocknet. Die Bauern leiden unter den stetig sinkenden Ernteerträgen. In den langen Wintern nutzen die Menschen das Holz der wenigen Wälder als Feuerholz. Die ungebremste Erosion der Böden aber auch die übermäßige Nutzung des wenigen Wassers machen den Broterwerb immer schwieriger.

Eine Regenwasserzisterne
hilft, das kostbare Gut zu
speichern.Die Welthungerhilfe ist bereits seit 2003 hier aktiv und will den rund 26.700 Bewohnern des Distrikts Baljuvon in diesem Projekt zeigen, wie sie die wenigen Ressourcen effektiv und nachhaltig nutzen können. Die Bauern lernen neue, wassersparende und zugleich bodenschonende Anbaumethoden. Hierzu gehören die Anlage von Terrassen, die Beachtung der Fruchtfolge, der Einsatz von organischem Dünger oder das Anpflanzen von Leguminosen, Obstbäumen und Pappeln.
Zudem erstellen die Landwirte selbst Pläne zur gezielten Nutzung des Wassers in ihrer Region. Daneben werden Pilotaktivitäten zum Management der Weiden umgesetzt: dabei werden die Weideflächen aufgeteilt und umzäunt, es wird festgelegt, wann und wo die Rinder und Schafe weiden und auch der Anbau von Futterpflanzen wird geplant.

Einer der neuen Energie
sparenden Öfen.Damit das Bewusstsein für Energieeinsparung für die Menschen in Baljuvon selbstverständlich wird, gibt es die Kampagne "Baljuvon wird effizient". Hier wird distriktweit Werbung für energieeffiziente Technologien und einen verantwortlichen Umgang mit den knappen Ressourcen gemacht. So werden beispielsweise Holzsparende Öfen und Heizungen, Isolierungsmaßnahmen an Häusern und Regenwasserspeicherung in Zisternen beworben.
Um eine breite gesellschaftliche Änderung zu erreichen, werden nicht nur die Landwirte geschult und bei der Anwendung der ressourcenschonenden Aktivitäten unterstützt, sondern auch Vertreter von lokalen Behörden, zivilgesellschaftlichen Gruppen, Forschungsinstitute und Geschäftsleute. Sie können an nationalen und internationalen Austauschprogrammen teilnehmen, und lernen, wie andere Ressourcenschutz effizient umsetzen. Die staatlichen Akteure werden animiert, diesen Ansatz in die Dorfentwicklungspläne aufzunehmen.
Nur durch ein gemeinsames, aktives Vorgehen können die Erosion der Böden und die Wüstenbildung verlangsamt und bessere Ernten erzielt werden - Menschen und Natur profitieren gleichermaßen.
Welthunger-Index 2011: Tadschikistan
Weitere Informationen
Der Kampf um das tägliche Brot: Ernährungsprojekte in Tadschikistan
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Video: Unsere Projekte in Tadschikistan (in Englisch)
Millenniumsdorf Veshab in Tadschikistan
Projektnummer
TJK 1071
Projektgebiete
- Region Khatlon, Distrikte Baljuvon
Projektdauer
- 1.8.2010 bis 31.7.2013
Schwerpunkte
- Ressourcenmanagement
Kofinanzierung
- Europäische Kommission

