Millenniumsdorf Veshab in Tadschikistan:
Der Armut im Hochgebirge trotzen

Das Leben im tadschikischen Hochgebirge ist strapaziös. Die Anbauflächen sind begrenzt, die Ernte reicht kaum zum Überleben. Die Not treibt die Männer auf Arbeitssuche in die Städte, die Frauen tragen die Last von Haus und Feld alleine. Trotz dieser Mühen leidet jedes dritte Kind unter sechs Jahren an Mangelernährung.

 


Frauen aus Veshab in ihrer Tracht. © Koop
1.900 Menschen leben in Veshab, einem tadschikischen Hochgebirgsdorf. Das Ende der Sowjetunion und ein fünfjähriger Bürgerkrieg haben ihr einst stabil versorgtes Heimatland zu einem Entwicklungsland gemacht. Bergbau und Industrie gingen Pleite. Die landwirtschaftlichen Großbetriebe lösten sich auf und ließen Bäuerinnen und Bauern zurück, die eigenständiges bewirtschaften nie gelernt hatten.

 

So ergeht es auch den Menschen in Veshab: Ihre kargen Hochgebirgsäcker sind ihre einzige Lebensgrundlage. Mit einfachen Gerätschaften und minderwertigem Saatgut schuften sie viel und ernten doch zu wenig. Wie 80 Prozent ihrer Landsleute bleibt ihnen weniger als ein Dollar pro Tag zum Leben. Da das nicht ausreicht, suchen die Männer fernab des Dorfes nach Arbeit. Die Frauen schultern derweil die Arbeit im Haushalt und auf dem Acker. Und obwohl so die Arbeitsbelastung der Frauen steigt, sinkt ihre Handlungsfreiheit. Denn die konservativen Kräfte Tadschikistans gewinnen an Macht. Trotz ihrer Erfahrungen kommen die Frauen mit ihren Verbesserungsvorschlägen deshalb nicht zu Wort.


Doch die Frauen und Männer Veshabs nehmen diese Verhältnisse nicht länger hin. Als Millenniumsdorf haben sie mit Beratung der Welthungerhilfe einen Plan aufgestellt, mit dem sie sich in den nächsten fünf Jahren gegen Hunger und Armut zur Wehr setzen wollen. Für das gemeinsame Engagement haben die EinwohnerInnen folgende Prioritäten festgelegt:

 

  • Die Erweiterung des Nahrungsangebots
  • Schulungen zu Vermarktungsmöglichkeiten und
  • Die Unterstützung von Frauen in Entscheidungsprozessen


Millenniumsziele in die Tat umgesetzt

In Partnerschaft mit den Frauen und Männern Veshabs setzt die Welthungerhilfe die Millenniumsziele in die Tat um: Sie bekämpft den Hunger mit Saatgut, das an Hochgebirgsverhältnisse angepasst ist. Die Bäuerinnen und Bauern erhalten Schulungen zu effizientem Anbau und Vermarktung. So haben sie die Möglichkeit, sich selbst neue Einkommenschancen zu eröffnen. Zudem werden die Frauen in ihrem Engagement in Gemeindekomitees unterstützt. All diese Anstrengungen dienen nur einem Ziel: Einer selbstbestimmten Zukunft der Menschen in Veshab.

Letzte Änderung an dieser Seite: 19.08.2008
© Copyright 2009 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontakt