Welternährung: Ausreichend Nahrungsmittel für eine wachsende Weltbevölkerung

Eine Malierin erntet die vitaminreichen Blätter
einer jungen Baobab-Pflanze. © RiehleUnter "Welternährung" wird diskutiert, ob und wie genügend Nahrungsmittel für die wachsende Weltbevölkerung bereitgestellt werden können. Befürchtungen, dies sei unmöglich, haben sich bisher nicht bestätigt. So ist laut der FAO in den vergangenen 30 Jahren, in denen die Weltbevölkerung um 75 Prozent gewachsen ist, die globale Nahrungserzeugung pro Kopf stetig gestiegen.
Mit Hilfe von Bewässerung, Kunstdünger und ertragreichen Getreidesorten wurden die Flächenerträge erhöht, besonders in Asien. Die globale Produktion würde genügen, den Hunger zu besiegen. Dennoch gibt es Gründe, für die Zukunft Probleme zu befürchten. Zum einen steigt der Bedarf pro Kopf, weil mit wachsendem Wohlstand mehr Fleisch, Milch und Eier gegessen werden, für deren Erzeugung große Mengen Getreide und Soja gebraucht werden. Zum anderen kann die landwirtschaftlich genutzte Fläche nur noch in Teilen Afrikas erheblich ausgeweitet werden.
Für Siedlungen und infolge Desertifikation geht fruchtbarer Boden verloren. Die Flächenerträge können mit gängigen Techniken nur in Afrika noch stark erhöht werden, und das für Bewässerung nötige Wasser wird in vielen Regionen knapp. Der Klimawandel und die Überfischung der Meere bringen zusätzliche Risiken. Zudem genügt die Produktion im globalen Durchschnitt, aber nicht in allen Regionen: 2005 konnten laut der FAO 34 Länder ihre Bevölkerung nicht selbst ernähren, davon 23 in Afrika und acht in Asien.
In Afrika ist die Pro-Kopf-Produktion seit 1970 gesunken; Kriege und grobe Misswirtschaft sind die wichtigsten Ursachen dafür. Ein Nahrungsdefizit kann im Prinzip mit Importen ausgeglichen werden, gerade die ärmsten Länder können das aber kaum bezahlen. Zur Sicherung der Welternährung ist eine Kombination zahlreicher Maßnahmen nötig, zu denen Innovationen in der Agrartechnik ebenso gehören wie gute Regierungsführung und ländliche Entwicklung.
Umstritten ist, welchen Beitrag die Grüne Gentechnik sowie, speziell in Afrika, die westliche Agrartechnik leisten können. Ökologisch und lokal angepasste kleinbäuerliche Anbauweisen halten manche Experte für den besseren Weg zu einer nachhaltigen Ertragssteigerung.
