Todesursachen von Menschen: Große Unterschiede zwischen Nord und Süd

Grafik: Woran Meschen sterben.
Jedes Jahr sterben weltweit etwa 57 Millionen Menschen. In den Industrieländern geht fast die Hälfte aller Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück – die meisten davon im hohen Alter. Doch viele Fälle bei Jüngeren gelten als typische Wohlstandskrankheiten. Die zweitwichtigste Todesursache im reichen Teil der Welt ist Krebs.
Ganz anders die Todesstatistik in den Entwicklungsländern. Dort ist nur ein Viertel aller Sterbefälle die Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – allerdings mit ansteigender Tendenz. Ein weiteres Viertel geht auf Infektionen oder Parasitenbefall zurück – dieser Anteil ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.
Krank durch Armut
Die wichtigsten Infektionskrankheiten in den Entwicklungsländern sind Lungenentzündungen und Tuberkulose, Durchfallerkrankungen, Aids und Malaria. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von "armutsbedingten Krankheiten". Oft fehlen den Menschen geeignete Unterkünfte, Medikamente oder auch nur sauberes Wasser.
Vor allem in den am wenigsten entwickelten Ländern, den Least Developed Countries (LDC), haben vermeidbare Krankheiten besonders schlimme Folgen. Dort sterben rund drei Viertel aller Menschen, bevor sie 50 Jahre alt sind. Weltweit ist die Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter gestiegen. Sie liegt im globalen Durchschnitt heute bei rund 66 Jahren. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist die Lebenserwartung dagegen mittlerweile auf nur noch 46 Jahre gesunken. Ein wichtiger Grund dafür ist die Verbreitung von Aids.
Auch die anhaltend hohe Kindersterblichkeit senkt die statistische Lebenserwartung. Jährlich sterben fast elf Millionen Kinder, bevor sie ihren fünften Geburtstag erreicht haben. Durch Impfprogramme konnten zwar wichtige Infektionskrankheiten wie z.B. die Kinderlähmung drastisch zurück gedrängt werden. Aber noch immer führen Hunger und Armut dazu, dass auch harmlose Infektionen oft tödlich enden.
(Karl-Albrecht Immel; Stand: Jan/Feb. 2006)
