Tsunami 2004: Nothilfe - früher und heute

10 Jahre Tsunami: Was hat sich seither verändert?

Was hat die Welthungerhilfe aus dem Tsunami gelernt? Wie wirkt die damalige Hilfe noch heute?

(17.11.) Zehn Jahre ist es her, dass ein Tsunami ganze Küstengebiete Asiens ausradierte und 230.000 Menschen in den Tod riss. Es war eine der schlimmsten Katastrophen, die die Welt je gesehen hatte. Wir blicken zurück auf Ereignisse, Erfahrungen und Erfolge.

Simone Pott, Pressesprecherin der Welthungerhilfe, reiste kurz nach dem Tsunami mit dem Nothilfeteam nach Sri Lanka und Indonesien. In ihrem Rückblick gibt sie Antworten auf: Was haben wir aus dem Tsunami gelernt? Wie wirkt damalige Hilfe noch heute?

Simone Pott mit Schülerinnen in der provisorischen Schule von Silavatai auf Sri Lanka.
Simone Pott mit Schülerinnen in der provisorischen Schule von Silavatai auf Sri Lanka. © Maedje
Simone Pott kurz nach dem Tsunami in Mullaittivu, Sri Lanka.
Simone Pott kurz nach dem Tsunami in Mullaittivu, Sri Lanka. © van Heerden
Simone Pott und Martin Baumann, Projektberater in Sri Lanka, im Gespräch mit Mitarbeitern der Partnerorganisation Sevalanka in Trincomalee.
Simone Pott und Martin Baumann, Projektberater in Sri Lanka, im Gespräch mit Mitarbeitern der Partnerorganisation Sevalanka in Trincomalee. © van Heerden
In Indonesien erhielten Fischer neue Netze und Boote, um schnell wieder ihrer Arbeit nachgehen zu können.
In Indonesien erhielten Fischer neue Netze und Boote, um schnell wieder ihrer Arbeit nachgehen zu können. © Lohnes
Auf der Insel Simeulue, Indonesien wurden gemeinsam mit den Bewohnern neue erdbebensichere Häuser gebaut.
Auf der Insel Simeulue, Indonesien wurden gemeinsam mit den Bewohnern neue erdbebensichere Häuser gebaut. © Lohnes


Was hat die Welthungerhilfe aus dem Tsunami gelernt?

Unsere Arbeit ist professioneller geworden. 2004 bestand unser Nothilfeteam aus drei Kollegen, inzwischen sind es sechs Mitglieder, die im Ernstfall sofort loskönnen. Sie trainieren seitdem auch verstärkt lokale Partnerorganisationen beim Aufbau eigener Kapazitäten, damit sie selbst besser auf Katastrophen reagieren können. Das gilt besonders für die Logistik sowie den Einkauf und Transport von Hilfsgütern. Zusätzlich gibt es in der Bonner Zentrale einen Stamm von Mitarbeitern, die schnell zur Verstärkung ausreisen können.

Die nächste große Katastrophe, bei der Sie vor Ort waren, war das Erdbeben in Haiti 2010. War ihr Team zu diesem Zeitpunkt besser aufgestellt?

Alles ging schneller. Die ersten vier Nothelfer waren zwei Tage nach dem Beben dort. Wir haben uns sofort mit lokalen Behörden und anderen Hilfsorganisationen vernetzt. Auch eine Sache, die wir aus dem Tsunami gelernt haben: Alleine gegen eine Katastrophe zu kämpfen, funktioniert nicht. Man muss sich mit Partnern austauschen und abstimmen. 

Welche Wirkung hat Ihre Arbeit nach dem Tsunami noch heute?

Zum Beispiel der Häuserbau. Wir haben die Einheimischen gefragt, was sie brauchen, und das dann gemeinsam umgesetzt. Wir haben nicht an den Bedürfnissen der Menschen vorbei „Schmuckhäuser“ hochgezogen, die nie bezogen wurden. Auch das gab es. Unsere kleinen, robusten Hütten stehen in Indonesien heute noch. Ein Zeichen dafür, dass unsere Hilfe Bestand hat. 

Den ungekürzten Artikel finden Sie im Magazin für Spender 4/2014.

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Karte: Betroffene Küstenregionen durch den Tsunami 2004.
Betroffene Küstenregionen durch den Tsunami 2004. Beim Klick aufs Bild vergrößert sich die Grafik!

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